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Grammatikkenntnisse für Rechtschreibregeln?: Drei deutsche Rechtschreibwörterbücher kritisch analysiert
 
 
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Grammatikkenntnisse für Rechtschreibregeln?: Drei deutsche Rechtschreibwörterbücher kritisch analysiert [Englisch] [Taschenbuch]

Sabine Mayr
1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 310 Seiten
  • Verlag: Niemeyer, Tübingen (Dezember 2007)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3484312734
  • ISBN-13: 978-3484312739
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.317.674 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pressestimmen

"Deshalb ist zu hoffen, dass die Verlage in ihren nachfolgenden Auflagen die ElementargrammatikenMAYRS in der einen oder anderen von ihr im Schlusskapitel vorgeschlagenen Formtatsächlich aufgreifen. Dies wäre ein wirklicher Fortschritt für den Nutzer eines Rechtschreibwörterbuchs, womit zugleich der Wert der gegebenen Studie nachdrücklich unterstrichen werden soll."Frank Jürgens in: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 3/2008

Kurzbeschreibung

Welche Rechtschreibregeln verlangen weniger Grammatikkenntnisse von Schreibenden die alten oder die reformierten? Sabine Mayr untersucht die Regelverzeichnisse dreier gängiger alter und neuer Rechtschreibwörterbücher (Duden, 20. Aufl. 1991 und 22. Aufl. 2000; Bertelsmann 1999) darauf hin, welche grammatischen Fachausdrücke sie als bekannt voraussetzen, wo Verständnisprobleme liegen und ob bzw. wie diese gelöst werden können (z. B. welche Grammatik weiterhilft). Der Vergleich zeigt, dass mit der Reform die Regelverständlichkeit etwas verbessert worden ist.

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Gegenstandslos 28. Februar 2008
Format:Taschenbuch
Aus der Einleitung:

'Ich habe mich für die 'alte' Rechtschreibung nach dem RS-Duden, 20. Aufl., entschieden, da ich sie trotz ihrer Schwächen (z. B. zu wenig generelle Varianten im Bereich der Fremdwortschreibung) für eine Norm halte, die insgesamt lesefreundlicher ist und dem Sprachsystem des Deutschen und seiner Entwicklung besser gerecht wird als die reformierte Rechtschreibung.' (6)

Der erfreulichen Orthographie steht leider eine gar nicht lesefreundliche Störung des Leseflusses durch feministische Formeln gegenüber: 'Daher erwartet der Benützer/die Benützerin, wenn er/sie schon nicht die fertige Lösung präsentiert ...' usw. Dieses vollautomatische 'Sichtbarmachen' des weiblichen Teils der Menschheit bei jedem Vorkommen von Personenbezeichnungen ist ungemein lästig.

Beschwerlich wirkt auch die dissertationstypische Explizitheit, die Banalstes aussprechen und auch noch mit Zitaten belegen zu müssen glaubt:

'Der Unterschied zwischen Fachleuten und Laien besteht generell darin, daß letztere 'in einem bestimmten Fach bzw. in einem bestimmten Sachbereich über ein signifikant niedriges Wissensniveau' verfügen, erstere aber 'über ein signifikant hohes Wissensniveau' (Wichter 1994: 54).' Wer hätte das gedacht! Fachleute wissen mehr als Laien - dazu muß man keinen Gelehrten zitieren, man muß es eigentlich gar nicht aussprechen.

Über die 'prekäre Lage von Analphabeten/-innen': 'Sie haben aufgrund ihrer eingeschränkten Lesefähigkeit nicht einmal ausreichenden Zugang zu schriftlicher Information.' (S. 299) So ist das eben bei Analphabeten: sie können nicht lesen.
In den ausufernden Fußnoten werden Lesefrüchte mitgeteilt, von denen die Verfasserin sich nicht trennen konnte, auch wenn sie nicht zum Thema gehören.
Aus der Verlagsankündigung:

'Welche Rechtschreibregeln verlangen weniger Grammatikkenntnisse von Schreibenden - die "alten" oder die reformierten? Sabine Mayr untersucht die Regelverzeichnisse dreier gängiger "alter" und "neuer" Rechtschreibwörterbücher (Duden, 20. Aufl. 1991 und 22. Aufl. 2000; Bertelsmann 1999) darauf hin, welche grammatischen Fachausdrücke sie als bekannt voraussetzen, wo Verständnisprobleme liegen und ob bzw. wie diese gelöst werden können (z. B. welche Grammatik weiterhilft). Der Vergleich zeigt, dass mit der Reform die Regelverständlichkeit etwas verbessert worden ist.'

Hier zeigt sich schon die Prolematik der Arbeit: Wen interessieren die Regelformulierungen der Wörterbuchredakteure? Es geht doch um den Vergleich der traditionellen und der reformierten Rechtschreibung. Außerdem sind die drei Wörterbücher inzwischen mehrfach überholt, aber die Verfasserin begnügt sich mit dem Hinweis in einer Fußnote, die Revision habe an den Dudenregeln nichts Wesentliches geändert. Es wird gar nicht berücksichtigt, daß die Dudenredaktion gegen ihren Willen und gegen ihr besseres Wissen aus den amtlichen Regeln etwas machen mußte, was in etwa den bisherigen Gepflogenheiten des Duden entsprach: 'Richtlinien' zu formulieren, weil man offenbar nicht von der Vorstellung loskam, so etwas gehörte zu einem ordentlichen Rechtschreibwörterbuch dazu. (Entgegen einer von Mayr mitgeteilten Auskunft der heutigen Dudenredaktion kann das traditionelle 'R' im alten Duden nur als Abkürzung von 'Richtlinie' und nicht von 'Regel' verstanden werden, vgl. die Benutzungshinweise in den älteren Ausgaben!)

Die Verfasserin versteht unter Rechtschreibung oder Orthographie die 'explizite, kodifizierte Norm der Schreibung einer Sprache' (1). 'Kodifiziert ist die Rechtschreibung als 'externe' Norm in schriftlich aufgezeichneten Regeln, die als Handlungsanweisungen dienen.' (2) Selbst wenn man die 'Regeln' so weit faßt, daß auch schlichte orthographische Wörterverzeichnisse darunterfallen, ist das eine willkürliche Einengung. Orthographie hat es als lehr- und lernbare Fertigkeit lange vor jeder Kodifizierung gegeben, und verbindliche Regelwerke gibt es noch heute in vielen Kultursprachen nicht, die durchaus großen Wert auf Orthographie legen.

Die behauptete Abwertung von Menschen, die schwach in Rechtschreibung sind, ist nicht wirklich belegt. Stickel übertreibt wahrscheinlich stark, wenn er sagt: 'Wer vor einem erweiterten Infinitiv kein Komma setzt, gilt nicht nur als dumm und ungebildet, sondern wäscht sich vielleicht auch nicht regelmäßig.' Die 'Pervertierung der Rechtschreibung zum Mittel der sozialen Selektion und Diskriminierung' wird zwar oft behauptet, aber selten empirisch nachgewiesen, zumal für die Gegenwart. Bekannt ist Gerhard Augsts Berufung auf vierzig Jahre alte Beispiele. Daß Arbeitgeber auf Rechtschreibung einen gewissen Wert legen, ist ja nicht abwegig. Warum sollten Rechtschreibfehler in Bewerbungen weniger ins Gewicht fallen als Fettflecke und Eselsohren?

'Zwar schreiben Erwachsene vieles unbewußt normgemäß, doch können sie dann, wenn sie bei einer Schreibweise unsicher sind, aber normkonform schreiben müssen oder wollen, nicht immer vermeiden, sich mit Rechtschreibregeln auseinanderzusetzen. Diese sind aber ohne grammatisches Wissen weder erschließbar noch aufstellbar.' (1)

Das ist unrealistisch. In den Dudenregeln wurde gerade von professionell Schreibenden, etwa Sekretärinnen, praktisch nie nachgeschlagen. Man schlug und schlägt im Wörterverzeichnis nach. Die Regeln, genauer 'Richtlinien', waren immer etwas für Kenner und Liebhaber (Lehrer). Die Verfasserin spricht selbst von 'oft nicht einmal wahrgenommenen Teilen' des Rechtschreibwörterbuchs, wozu sie auch die Regelteile zählt. (7) Nach ihrer Vorstellung sollte aber, wie ja auch Augst und andere Reformer meinen, der Regelteil in Zukunft eine größere Rolle spielen. Deutlicher ausgedrückt: Während die Richtlinien des alten Dudens weitgehend redundant und unbeachtet waren, sollen die Regeln der reformierten Rechtschreibung geradezu das Kernstück der Norm bilden, von dem die Einzelwortschreibungen abzuleiten seien. Diese erhoffte größere Bedeutung der Regeln nimmt die Verfasserin gewissermaßen vorweg, sonst wäre ihre Arbeit noch unwichtiger, denn wen kümmert die Qualität von Regelformulierungen, die er nie zu Rate zieht?

Die Regeln in den reformierten Wörterbüchern sind auf das amtliche Regelwerk von 1996 bezogen, von dem die Verfasserin ausdrücklich nicht handelt. (Die seltsame Begründung steht auf S. 21: es sei nicht beworben worden und nicht mehr lieferbar. Lieferbar sind die Wörterbücher inzwischen auch nicht mehr, und das Regelwerk war kein kommerzielles Erzeugns, sondern ein Erlaß der Kultusminister, wurde daher nicht beworben! Das amtliche Regelwerk ist aber immerhin der einzige noch verbindliche Text, man kann es nicht einfach aussparen.) Demgegenüber waren die alten Dudenregeln längst ohne Bezug zur amtlichen Regelung von 1901; es handelte sich um ' inzwischen alphabetisch angeordnete ' 'Richtlinien', die kaum mit der systematischen Darstellung im amtlichen Regelwerk von 1996 und später verglichen werden können.

Die Reformer sahen sich vor der selbstgestellten Aufgabe, die neue Rechtschreibung von erst noch aufzustellenden Regeln abzuleiten, zugleich aber das schriftliche Erscheinungsbild deutscher Texte nicht allzu stark zu verändern ' und zwar einzig aus taktischen Erwägungen der politischen Durchsetzbarkeit, denn die Reformer selbst hätten auch gegen radikale Veränderungen nichts einzuwenden gehabt, wie ihre Reformvorschläge der späten achtziger Jahre zeigen. Diese Konstellation wird ebenso wie die besondere Situation der alten Dudenredaktion von der Verfasserin zu wenig berücksichtigt.

Mayr präpariert aus den Regelformulierungen jeweils die Grammatik heraus, die dem Wörterbuch implizit zugrunde liegt, und vergleicht diese Grammatiken dann. Es wäre sinnvoller gewesen, die den Wörterverzeichnissen implizit zugrundeliegende, von den Redaktionen aber nur teilweise korrekt beschriebene Grammatik zu vergleichen. Noch sinnvoller wäre es gewesen, die grammatischen und sonstigen linguistischen Grundlagen der tatsächlich üblichen Schreibweisen mit denen zu vergleichen, die von den Reformern in die neuen Regeln gefaßt und von dort in die neuen Schreibweisen hineindeduziert worden sind. Aber die tatsächlich im Deutschen üblichen Schreibweisen und ihre verborgene intuitive Grundlage in grammatischen, textsemantischen und lesepsychologischen Interessen hat bisher niemand dargestellt - außer mir, der ich zuerst das Nächstliegende unternommen habe: ein Wörterbuch der wirklich üblichen Schreibweisen anzufertigen; erst dann konnte versucht werden, diesen Befund auf deskriptive 'Regeln' zu bringen. Ich hätte nicht ungern einmal erfahren, wie es um die Verständlichkeit meiner eigenen Regelformulierungen bestellt ist. Aber so etwas liegt ganz außerhalb des Gesichtskreises von Frau Mayr, die mein Wörterbuch (in der früheren Fassung von 2000) immerhin im Literaturverzeichnis anführt.

Ich habe mich übrigens nicht nur knapp in von Mayr zitierten Schriften über die Dudenregeln geäußert, sondern ausführlich in meinem Kommentar zum Duden von 1991, der im Internet steht. Mayr zitiert meinen Satz über den alten Duden: 'Alle Richtlinien sind allgemeinverständlich und in keiner Weise schwierig oder kompliziert zu lesen.' (S. Lesen Sie weiter... ›
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