Ließt man die Grammatik von vorne bis hinten durch, hat man einen brauchbaren Überblick über alle wesentlichen Phänomene. Sucht man allerdings nach einer bestimmten Problem, scheitert man oft am unverständlichen Aufbau und der mangelnden Indizierung.
Will man beispielsweise wissen, wie man einen verneinten Imperativ bildet, bietet das Inhaltsverzeichnis keinen Hinweis, wo man ihn erwarten würde (entweder bei den Verben oder beim Syntax), im Stichwortverzeichnis findet sich nur der Imperativsatz, der mit der Imperativverbform ersteinmal garnichts zu tun hat. Diese muss man selber im Verbformkapitel suchen, hat aber immer noch keinerlei Hinweis auf den Satzbau,den man wo findet: im Syntaxkapitel? Im Kapitel zur Verneinung? Nein, er ist bei den Pronomen und deren Stellung im Satz versteckt. Darauf muss man erstmal kommen.
Thematisch zusammengehörige Gebiete sind derart über die ganze Grammatik verteilt, ohne zumindest aufeinander zu verweisen oder auch nur im Index aufzutauchen. Umgekehrt tauchen einige Sachverhalte mehrfach auf, teilweise aber unter völlig verschiedenen Einordungsgesichtspunkten, die sich manchmal widersprechen.
Schließlich ist auch der Umfang begrenzt, man muss nicht studieren, um in einfachen, zeitgenössischen Texten etwa auf Verformen zu stoßen, die diese Grammatik nicht kennt.
Aber unter den Blinden ist der Einäugige König, leider scheinen die meisten Grammatiken moderner Sprachen der didaktischen Unordnung der Lehrbücher zu folgen. Als Gräzist ist man besseres gewohnt.