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Grameen. Eine Bank für die Armen der Welt [Gebundene Ausgabe]

Muhammed Yunus
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Kurzbeschreibung

1998
Yunus'Vision, den Ärmsten in den Entwicklungsländern mit Kleinstkrediten bei der Existenzgründung zu helfen, hat durchschlagenden Erfolg. Die packende Autobiographie des Gründers der inzwischen weltberühmten Grameen-Bank.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Lübbe (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378570948X
  • ISBN-13: 978-3785709481
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 362.986 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Muhammad Yunus, geb. in Chittagong, Bangladesch, studierte Wirtschaftswissenschaften, promovierte und lehrte an der Vanderbilt University in Tennessee, USA. Nach der Rückkehr in sein Heimatland baute er ab 1976 unter dem Eindruck der dort herrschenden Armut die Grameen-Bank auf, die Kleinstkredite an die Ärmsten vergibt und ihnen so eine menschenwürdige Existenz ermöglicht. 2006 wurde ihm für sein Lebenswerk der Friedensnobelpreis verliehen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Handlungsanweisung für Armenhilfe 5. August 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Entscheidende für mich ist an diesem Buch, daß es genau schildert, in welch kleinen und präzisen Schritten Vertrauen zwischen Hochschulgelehrten und Armen aufgebaut wird. Die Grameen-Initiative legt wert darauf, Arme, die ja auch oft unter mangelnder Schulbildung leiden, an das System der Kreditaufnahme und regelmäßigen Rückzahlung zu gewöhnen, ja sie regelrecht darin zu schulen. Wesentlich ist die Bildung von Gruppen, die einzelnen Mitgliedern helfen können, die in Schwierigkeiten geraten, aber auch einen gewissermaßen moralischen Druck ausüben, damit sie mit ihren Kreditverpflichtungen nicht nachlässig umgehen. Die erfolgreiche Rückzahlquote verblüfft den Laien. Aber auch, dass Professor Yunus sich an die wirklich Armen wendet, ihnen mit geringen Summen schon die Ausübung eines kleinen Gewerbes oder Handwerkes ermöglicht und die Hoffnung selbst wiederholt vom Schicksal schwer Gebeutelter stärkt. Das Modell werde ich mir zuherzen nehmen, wenn ich einmal die Chance haben sollte, in einem armen Land etwas strukturell verbessern zu können. Jeder mit solchen Ambitionen mag sich dieses Buch durch den Kopf gehen lassen. Davon abgesehen ist es auch eine interessante Biografie über das Leben in Bangladesh, von dem wir ja meist nur Katastrophales in den Nachrichten erfahren, und ein Plädoyer für religiöse Toleranz. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Als Dekan der Wirtschaftfakultät von Chittagong lehrt Prof. Yunus mit Begeisterung Theorien zur Lösung ökonomischer Probleme. Im Jahre 1974 - dem Jahr einer furchbaren Hungersnot in Bangladesch - verläßt er den akademischen Elfenbeinturm und geht ins Nachbardorf Jobra, um die Ökonomie des wahren Lebens zu entdecken, die nicht die Mehrheit ihrer Akteure mit Füßen tritt und verhungern läßt.

Am Beispiel von Sufia Begum - die ihre Familie mit der Herstellung von Bambusstühlen mühevoll am Leben erhält - erfährt Muhammad Yunus, daß die Kleingewerbetreibenden des Dorfes in einer Form von Beinahe-Sklaverei an Geldverleiher gebunden sind, die sie unterhalb des Existenzminimums halten. Die Kette der Abhängigkeiten reicht von Wucherzinsen und völlig überzogenen Sicherheiten bis hin zu Preisdiktaten auf die hergetellten Waren, für die sie sich ein Alleinabnahmerecht vorbehalten. Im Rahmen einer Erhebung zu Darlehensnehmern in Jobra macht Yunus die verblüffende Feststellung, daß ein Startkapital von ingesamt 27 Dollar reichen würde, um 42 Kleingewerbetreibende - und damit ihre Familien - aus diesem Elend zu befreien. Vor dem Hintergrund der Philosopie, daß Almosen kein nachhaltiges Instrument der Hilfe zur Selbsthilfe sind und ein strukturelles Problem - nämlich der Zugang zu Krediten auch für Arme - gelöst werden muß, entsteht im Jahre 1976 die Grameen(Dorf)-Bank. Bis heute wurden 2,3 Milliarden Dollar an rund 2,3 Millionen Familien vergeben. Wie in dem Buch anhand von Beispielen beschrieben wird, wurde die Grameen-Idee nach Lateinamerika, Afrika, aber auch in Industrieländer Nordamerikas, Kanadas und Europas transferiert und realisiert. Dabei steht die Anpassung an die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse der Ärmsten im Mittelpunkt.

Das Buch wendet sich an Ökonomen, Entwicklungshelfer und Politiker gleichermaßen. Es zeigt auf, daß millardenschwere Entwicklungsprojekte ihr Ziel verfehlen, wenn als Maßstab die Verbesserung der Lebensverhältnisse der 50 % Ärmsten eines Landes angelegt wird; daß sie vielmehr die Reichen reicher machen und die Ärmsten in unproduktive Passivität stürzen. Das Buch zeigt weiterhin auf, welche Perspektiven sich über das eigentliche Bank-Projekt hinaus entwickelt haben, um die Lebensqualität und Beschäftigung der Ärmsten zu fördern.

Prof. Yunnus hat diese Geschichte aufgeschrieben, weil er zum Nachdenken anregen möchte und lädt dazu ein, sich den Menschen anzuschließen, die eine Welt ohne Armut für möglich halten und sich dazu entschlossen haben an ihrer Verwirklung zu arbeiten. "Denken Sie einmal darüber nach."

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende Darstellung des Grameen-Ansatzes 24. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Das vorliegende Buch ist keine wissenschaftliche Arbeit im engeren Sinne, sondern die Verbindung einer Beschreibung der Grameen Bank in Bangladesch und autobiographischer Notizen des Verfassers und Bankgründers Prof. Muhammad Yunus.
Die Grameen Bank ist entstanden aus der Erkenntnis, daß in vielen Fällen eine Verbesserung der Lebensumstände mit Hilfe geringer finanzieller Mittel möglich ist. Nötig wären danach relativ niedrige Kapitalvolumina, die die Empfänger aus der Abhängigkeit von Geldverleihern befreien und sie in die Lage versetzen würden, durch gezielte Investitionen ihre wirtschaftliche Selbständigkeit zu erlangen. Hierfür haben sich nach Angaben des Bankgründers Kleinstkredite als hilfreicher erwiesen als nicht rückzahlbare Almosen bzw. Subventionen, da mit der Verpflichtung zur Darlehensrückzahlung zum einen eine Gewöhnung der Kreditnehmer an Disziplin und Verantwortung verbunden ist und zum anderen der zurückgezahlte Betrag einschließlich Zinsen erneut verliehen werden kann. Die Vergabe von Kleinstkrediten mit Hilfe der traditionellen Banken stieß jedoch auf erhebliche organisatorische, finanzielle und personelle Schwierigkeiten. Insbesondere war die Bearbeitung bezogen auf ihre Volumina zu teuer. Diese Probleme führten dazu, daß sich das eigentlich nur als Experiment vorgesehene Grameen Programm im Laufe der Jahre verselbständigte und zu einer eigenen Bank entwickelte, die nach wirtschaftlichen Grundsätzen operiert. Ihre Zielsetzung ist die Bekämpfung der Armut gerade in den ärmsten Gebieten der Welt, wobei die Kredite vorrangig an Frauen vergeben werden, um diesen eine eigenständige wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen. Zudem haben sich Kreditnehmerinnen als zuverlässiger bei der Rückzahlung erwiesen als Männer.
Das Konzept der Vergabe von Kleinstkrediten an Frauen, wie es detailliert in dem vorliegenden Buch beschrieben und begründet wird, ist durchaus nicht unumstritten. Auf Widerstand stößt die Vorgehensweise insbesondere in ländlichen Regionen, wo die traditionellen Autoritäten in Form geistlicher und politischer Führer in der Regel ablehnend reagieren, da sie ihre Stellung bedroht sehen. Widerstand kommt jedoch auch aus sozialanthropologischen, entwicklungspolitischen und ökofeministischen Kreisen, wobei die Gründe vielfältiger Natur sind: Die Kreditbeträge seien zu gering, um ein Geschäft aufzubauen; die Kredite würden nicht investiv, sondern konsumtiv verwendet; die Rückzahlung erfordere die Verschuldung bei Geldverleihern; wirtschaftliche Betätigung sei für Frauen in Bangladesch mit einem Absinken des Status verbunden; die Kredite würden zwar von den Frauen aufgenommen, aber fast ausschließlich von den Männern genutzt; Frauen würden von den Männern unter Druck gesetzt, um Kredite aufzunehmen; die ärmsten Familien würden mit der Kreditvergabe nicht erreicht; die Versuche, durch Handel Geld zu verdienen, würden zur Vernachlässigung der Subsistenzproduktion führen (S. 118ff, 178, 188ff). Die Kritik kumuliert in der Aussage von Winter: „In Bangladesch zeigt sich, daß eine isolierte Kreditvergabe an Frauen, die in vollständiger Abhängigkeit von ihren männlichen Verwandten leben, nicht zur Armutsbekämpfung geeignet ist, sondern zur Stabilisierung von Abhängigkeitsverhältnissen und zu einer Zunahme der Gewalt gegen Frauen führt. Eine Betrachtung der Tatsachen vor Ort entlarvt die Grameen Bank als ein ganz normales, profitorientiertes Unternehmen."
Eine Bewertung des Grameen Bank-Konzeptes hinsichtlich seiner Eignung zur Bekämpfung von Armut und Unterentwicklung ist auf der Basis des vorliegenden Buches und der oben skizzierten Kritik nicht möglich, zumal Yunus/Jolis auf die Vorwürfe dadurch eingehen, daß sie ihnen in ihrer Gesamtheit widersprechen und die positiven Wirkungen der Banktätigkeit mit Hilfe von Einzelfalldarstellungen belegen. Hilfreich wäre hier eine einschlägige empirische Studie.
Ungeachtet dieser nicht abschließend beurteilbaren Problematik bietet das Buch insgesamt eine umfassende historische und konzeptionelle Darstellung der Entwicklung der Grameen Bank. Interessant ist von genossenschaftlicher Warte aus noch ein weiterer, sehr spezieller Aspekt. Zwar ist die Grameen Bank mit Sicherheit keine Genossenschaft, doch weist sie dennoch bedeutsame genossenschaftsähnliche Züge auf. Sie ist im engeren Sinne kein Institut der Selbsthilfe, aber doch eines der Hilfe zur Selbsthilfe: Die verliehenen Gelder stammen nicht aus dem Mitgliederkreis, sondern werden aus verschiedenen Töpfen der Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt. Die Bank selbst gehört zu drei Viertel ihren Kundinnen und Kunden, der Rest dem bengalischen Staat, der staatlichen Sonali-Bank und der landwirtschaftlichen Krishi-Bank (S. 217). Die mit Hilfe der Grameen Bank praktizierte Verbindung von Mildtätigkeit und Wirtschaftlichkeit erinnert in vielfacher Hinsicht an Projekte, wie sie von Raiffeisen zur Überwindung der ländlichen Armut ins Leben gerufen wurden. Dieser stellte in einem Brief an Schulze-Delitzsch nämlich ausdrücklich fest: „Der Unterschied zwischen Ihrem und meinem Verfahren scheint mir darin zu liegen, daß Sie das Prinzip Selbsthilfe, welchem ich auch durchaus huldige, bis zur Garantie durchführen, während ich für letztere auch den wohlhabenderen Teil der Gesellschaft mit in Anspruch nehme; teils um sie auch tätig zu machen für die gute Sache, an der sie aus vielfachen Gründen Interesse haben müssen, dann aber auch, um der Sache mehr Ansehen und Garantie nach außen zu geben. Selbsthilfe ist es immer noch, wenn jemand das, was er anleiht, zurückgeben muß und zurückgibt."
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