Jeder kennt sie, den alten König Artus und die Ritter seiner Tafelrunde. In der Schule mussten sich einige durch die Verse in mittelhochdeutsch wühlen. Andere lernten sie beim andächtigen Hören von Wagner-Opern lieben, viele wurden durch mehr oder minder schlechte TV-Verfilmungen mit ihnen bekannt gemacht. Schön und gut, aber weit besser, vergnüglicher, witziger, großartiger werden sie hier von dem FAZ-am-Sonntag-Redakteur Tilman Spreckelsen präsentiert - in 100 Miniportraits von Drachenkämpfern und Turniersiegern, Naivlingen und Helden, zaghaften (aber keineswegs immer harmlosen) Jungfrauen, Magiern und Zauberinnen.
Spreckelsen hat hier ein Wunder vollbracht: Er ordnete all die wirren Geschichten von Parzival, Lohengrin, Erek und anderen Artusrittern, ohne sie allzu sehr zu vereinfachen. Er verkürzte sie genial auf ihren Kern und:
Er beschreibt die Helden und Heldinnen so witzig wie intelligent. Ohne den über 1000 Jahre alten Märchen ihren geheimnisvollen Zauber zu nehmen. So zeigen sie auf der einen Seite, was bis ins späte Mittelalter tatsächlich als real geglaubt wurde. Auf der anderen Seite sind sie für moderne Leser Fantasy-Fiction at its best. Besser als Harry Potter oder die Hobbits, denn sowohl J. K. Rowland wie Tolkien benützten die Artussagen als Phantasiefundus und übernahmen ohne Hemmungen, was in ihre modernen Erzählungen passte. Ihr gutes Recht, aber noch schöner als ihre Bücher ist das Original - so wie Tilman Spreckelsen es darbietet.