Es mag die Milde das Alters sein oder einfach das widerliche sehnen nach der "guten alten Zeit" aufgrund einer immer verschwommeneren Erinnerung an die Vergangenheit (damn research chemicals). Oder es liegt einfach an der unglaublich unglaublichen Unglaublichkeit der beiden Nürnberger Peter Heider und Florian Seyberth. Das dritte Album von Boozoo Bajou schillert, schlendert, schockt und schickt jedenfalls gar unfassbar.
Wie weggefegt sind meine leichte Enttäuschung des Vorgängeralbums. Boozoo Bajou schaffen es mit diesem Album, 100% nach sich selbst zu klingen und trotzdem so anders als früher:
Ob akustisch oder elektronisch ist den beiden wurscht. Im Ergebnis fließen beide Welten so harmonisch ineinander wie selten und zeigen, auf welchem Produzentenniveau die Gruppe angekommen ist. Die diesmal häufig auftretenden Gast-Vokalisten schmiegen sich förmlich in die Stücke ein. In Summe ergibt das ein Album, das gleichzeitig nach retro-70er-US Musik, akustik-Folk, Pop-Ballade und Fairtrade-Premium-Kaffehaus-Sound klingt und den Eindruck eines stimmigen Gesamtwerkes hinterlässt. Erstaunlich, wie harmonisch der Wechsel von reinen Downbeat-"Tracks" und "Songs" funktioniert und eben nich nach "wir machen jetzt auch Songs mit Vocals und so, weil wir erwachsene Musiker sind" klingt.
Jaja, es ist abgedrochen, aber unausweichlich, mein Fazit: Das ist jetzt schon ein Klassiker! Fragt sich nur wovon. Mit einem "Lounge- und ChillOut Album" hat das so wenig zu tun wie Original Dim Sum mit hiesigem Chinesisch-süß-sauer.
Die Jungs spielen in ihrer eigenen Oberliga und beweisen, das "Satta" nur der Anfang war.
Blind kaufen, einfach nur blind kaufen!
musik. kritik. les connaisseurs.