Als langjähriger und eingefleischter Fan der SM war ich natürlich auch gespannt, ob denn Graffiti Soul an Black & White heranreicht, oder es wieder eher einen Abstieg gibt, wie mit Neapolis oder Cry, welche nicht ganz so viel Hörgenuss bereiteten, allerdings gab es immer noch beeindruckende Liveauftritte.
Diese haben die Leidenschaft auch am Gären gehalten.
Die Spannung und Vorfreude auf Graffiti Soul ergab sich aus der Fanseite heraus, wo schon das eine oder andere Stück angespielt wurde und Musik hervorkam, die ins Ohr ging und Lust auf mehr machte.
Und ich muss sagen, das erste Anhören war ok, das zweite verbesserte die Laune noch mehr und da ich mich nun tagtäglich mindest einmal durch das komplette Werk gehört habe, bleibt die Feststellung: Klasse, abwechslungsreich, kreativ und Hörgenuss pur.
Auf den besten Song des Albums vermag ich mich noch nicht festzulegen, Moscow Underground läßt wirklich unterirdische Athmosphäre aufkommen, Rockets ist wohl die Single, die in UK erschienen ist und kraftvoll rüberkommt und danach Stars will lead the way als in Deutschland deklarierte Single finden allesamt den direkten Weg in den Gehörgang und bringen Spaß am Hören. Dieser erhält sich auch in den weiteren Songs.
Jeder Song hat seine besonderen Qualitäten und wirkt dadurch.
"but there is no need to worry...hello hello...is anybody home? there is no need to worry -hello hello- see them come see them go - Light travels klingt futuristisch, könnte glatt in einem Science Fiction laufen..klasse.
Kiss and fly könnte schon in ONCE UPON A TIME veröffentlicht worden sein. You bring me lightning...Graffiti Soul wirkt ebenfalls wie aus den 80ern, ein wenig vom Bombast befreit, tiefgründig und einfach zum Immerwiederhören.
Blood Type O - klingt als wären die Minds aus der Moscow Underground nun in irgendwelche Arterien oder Venen gestiegen, nach dem Motto: wir vertonen die "Reise ins Ich".
This is it könnte glatt ein Opener für die kommenden Konzerte sein, wenn diese nicht unter dem Motto der 30J. SM stünden.
Wir waren ua. in London und die Sommertour dürfte wohl insbesondere die 30 J. Simple Minds umfassen, im Mittelpunkt New Gold Dream.
Das eine oder Stück von Graffiti Soul würde die Konzerte sicher abrunden.
Shadows and Light hat Ähnlichkeiten mit See the lights bzw. könnte aus dieser Epoche stammen. Ebenfalls ein Hörgenuss.
Zur 2. CD - Searching for the lost boys - eine Zusammenfassung von liebgewonnenen Klassikern, die den Simple Minds am Herzen liegen.
Genauso sollte man diese auch sehen. Rockin in a free world......
Hervorgeholt und wiederbelebt, ohne den Anspruch die Klassiker zu verbessern, einfach den Spaß an der Musik, die auch von anderen geschrieben und veröffentlicht wurde, darzustellen.
Ich kann die Graffiti Soul Del. Edition durchweg empfehlen und daher bekommen die SM hier verdientermaßen 5 Sterne.