John Cusack erweist sich bereits seit drei Jahrzehnten als einer der profiliertesten Schauspieler Amerikas. Er erzielte Kultstatus bei Fans mit tollen Filmen wie "High Fidelity", "Grosse Pointe Blank", "Being John Malkovich", "Say Anything" oder "The Sure Thing" und anderen. Cusack versuchte sich auch an größeren Projekten wie "Con Air" oder "Identität", blieb seiner Linie jedoch immer treu und wählte kleine persönliche Projekte wie jetzt diesen Film, "Grace is Gone".
Zum ersten Mal sehen wir einen John Cusack, der sich emotional regelrecht entblößt und eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen seiner Karriere zeigt.
"Grace is Gone" ist ein sehr kleiner, trauriger Film, der erst durch Cusack und seine beiden jungen Darstellerkolleginnen Shélan O'Keefe und Gracie Bednarczyk zu etwas besonderem wird.
Der Film handelt von dem sehr konservativ eingestellten Familienvater Stan Phillips (Cusack), der Amerikas Krieg im Irak voll und ganz unterstützt. Seine Frau Grace ist eben dort stationiert. Als Stan erfährt, dass sie im Einsatz gefallen ist, erweist er sich als ohnmächtig im Angesicht dieser Situation und weiß nicht, wie er seinen beiden Kindern das Ableben ihrer Mutter erklären soll. In einer Kurzschlussreaktion fährt Stan mit ihnen los nach Florida, wo sich der Vergnügungspark "Enchanted Gardens" befindet, den seine jüngste Tochter Dawn schon immer mal sehen wollte. Dies soll auch der Ort sein, wo er seinen Kindern das traurige Geständnis machen will.
Der Film ist so minimalistisch und unspektakulär von Regie-Debütant James C. Strouse inszeniert, wie man sich das nur vorstellen kann. Es ist auch kein Film, der darum ringt eine Aussage zu machen wie viele andere Streifen der letzten Zeit, die den Irak-Krieg thematisieren. Auch geht es nicht darum eine Läuterung des Protagonisten darzustellen. Es handelt sich bei "Grace is Gone" einfach nur um ein intimes Charakterdrama, in dem ganz normale Durchschnittsamerikaner gezeigt werden, die eine traurige Phase in ihrem Leben durchmachen und letztlich als Familie zusammenwachsen.
Cusack passt sich dem minimalistischen Ton wunderbar an und vermittelt oft so viel nur mit seinen Blicken und subtilen Gesten. Er ist ein Charakter mit ganz normalen menschlichen Schwächen, der häufig nicht weiß, wie er handeln soll. Die beiden Kinder machen ihre Sache jedoch auch ganz toll und geben dem Film eine beeindruckende Authentizität, ohne in Sentimentalität abzufallen.
Clint Eastwood steuert zudem einen wie von ihm gewohnten ruhigen und melancholischen Score bei, der die Stimmung des Films wundervoll ergänzt. Hierfür wurde er mit zwei Golden Globe Nominierungen geehrt. Leider blieb der Film nahezu unbeachtet und spielte in den USA nur 50.080 Dollar (2.000.000 Dollar Budget) ein.
"Grace is Gone" ist somit definitiv eine Empfehlung wert, vor allem für John Cusack Fans und Menschen, die ruhige, bewegende Charakterdramen mögen.