Grace Flint ist Undercover-Agentin. Eine der Allerbesten. In ihren eigenen Reihen sitzt ein Verräter, denn selbst unter grösster Geheimhaltung fliegt ihre Tarnung auf. Sie entrinnt knapp dem Tod, doch ihre Verletzungen im Gesicht kann man nur mit sehr viel plastischer Chirurgie wiederherstellen, dass sie sich selber nicht wiedererkennt. Fortan sinnt sie nur noch auf Rache. Sie bekommt eine zweite Chance, denn sie hat einen unschlagbaren Vorteil: Sie kennt ihre Gegenspieler, doch sie erkennen sie nicht wieder. Grace Flint nimmt erneut den Kampf auf gegen ein schier allmächtiges Kartell der internationalen Geldwäsche.
Grace Flint ist ein überaus harter Thriller. Wenn man dieses Buch mit anderen Genre-Vertretern vergleicht, dann steht es diesen in nichts nach. Dennoch hatte ich vielfach den Eindruck, dass das Mittel der Brutalität ein wenig zu oft und effektheischerisch eingesetzt wird und versucht einige wenige Schwachstellen in der Story zu kaschieren. Denn den einen oder anderen Hänger leistet sich dieses Buch doch. Trotzdem kann die Geschichte an sich schon bestehen, ist logisch und zielführend aufgebaut, bietet viele interessante Ideen und Details und bleibt dabei auch glaubhaft.
Auch wenn man des Bild des innerlich zerrissenen Cops bereits zu genüge kennt, Grace Flint ragt aus dem Einheitsbrei deutlich heraus. Zwar ist sie die perfekte Polizistin und ideale Undercover-Agentin, idealistisch bis zur Selbstaufgabe. Dennoch verfügt sie auch über zahlreiche Schwachstellen aus ihrer Vergangenheit mit einer vermurksten Familie oder einem gestörtem Vater-Tochter-Verhältnis. Trotz vieler innerer Konflikte kann sie in dem harten Job bestehen und kommt dem Geldwäsche-Syndikat Schritt für Schritt näher. Leider trüben die bisweilen etwas zu großzügig eingestreuten Charakterbeschreibungen die Spannung ein wenig ein. Das Gesamtbild bleibt an sich jedoch stimmig.
Das Buch findet eine Fortsetzung in "Grace Flint - Der 2. Verrat".