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Grabkammer: Roman
 
 
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Grabkammer: Roman [Gebundene Ausgabe]

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (117 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als die Polizisten drei Schrumpfköpfe aus einem Hohlraum hinter den Mauern eines Bostomer Privatmuseums ziehen, wird Josephine Pulcillo schwindelig. Nicht, dass die junge – und verdammt gutaussehende! – Ägyptologin noch nie Schrumpfköpfe gesehen hätte. Und auch der Umstand, dass neben den zwei traditionell hergestellten Menschenmumien eine von der rituellen Norm abweicht, lässt sie nicht erbleichen. Erschrocken ist sie erst, als die Ermittler eine Zeitung aus dem Innern ziehen: Sie stammt aus ihrem Heimatort und aus ihrem Geburtsjahr. Die Vergangenheit, so scheint es, holt Josephine Pulcillo unaufhörlich ein...

Der falsche Schrumpfkopf ist nicht der erste grausige Fund, der die Polizistin Jane Rizzoli und Dr. Maura Isles in dem mysteriösen und verwahrlosten Museum erwartet: Zuvor entpuppte sich auch eine korrekt nach den Maßgaben des alten Ägypten mumifizierte, in deren Mundhöhle eine Münze eingenäht worden war, als Werk eines sehr modernen, gerissenen und wahnsinnigen Mörders. Und dann wird im Kofferraum von Josephine Pulcillo auch noch eine Moorleiche gefunden, der zuvor beide Beine gebrochen worden waren...

Stück für Stück entwickelt Grabkammer der US-amerikanischen Bestseller-Autorin Tess Gerritsen die geheimnisvolle Biografie Josephine Pulcillos, die mit ihrer Mutter schon seit Jahrzehnten ihre Identitäten wechselt. Als Pulcillo spurlos verschwindet, führt die Spur die Ermittler zu einem raffinierten Mörder, der mit der Vergangenheit seine ganz spezielle Rechnung offen hat. Auch wenn Grabkammer wegen eines etwas öden Einleitungskapitels erst ab Kapitel 2 so richtig in Fahrt kommt, lässt die Spannung danach nicht mehr nach. Nervenkitzel also von der vierzehnten bis zur letzten Seite! - Stefan Kellerer

kulturnews.de

Mechthild Großmann sollte keine Hörbucher einlesen. Oder: Sie sollte es unbedingt tun. Aber nur Märchen und Gute-Nacht-Geschichten. Thriller sollte sie mit ihrer sonor-ruhigen Stimme unbedingt vermeiden. Auch "Grabkammer" funktioniert nicht: Im Zusammenspiel mit dem biederen Krimi im Schritttempo einer Oma ist es glatt noch ein Euphemismus, das Ergebnis einschläfernd zu nennen. Aus der vielversprechenden Handlung (Mumie entpuppt sich als nicht antik, sondern als Spur zu einem von Balsamierung besessenem Psychopathen, der es anscheinend auch noch gezielt auf die schöne und geheimnisumwitterte Jungarchäologin Josephine Pulcillo abgesehen hat) holt Gerritsen rein gar nichts heraus. Man kommt ziemlich schnell hinter das, was Pulcillo zu verbergen versucht. Auch die Finten, mit denen Gerritsen aufwartet, sind schlaffe Ablenkungsmanöver, die eine Geschichte unnötig verzögern, deren bestes und spannendstes Kapitel der Ankündigungstext des Verlags ist. (kab)

Pressestimmen

"Gerritsen-Krimis sind eine sichere Bank - immer wieder fesselnd …" (Gong )

»Tess Gerritsens siebter Teil der Isles- und Rizzoli-Reihe ist gewohnt spannend.« (Münchner Merkur )

„Gnadenlos.“ (Neue Woche )

Kurzbeschreibung

Jane Rizzoli und Dr. Maura Isles: Der Tod steht ihnen gut!

Eine ägyptische Mumie, die keine ist. Ein grausiger Schrumpfkopf im Museum. Und eine Moorleiche in einem Kofferraum … Jane Rizzoli und Dr. Maura Isles stehen vor ihrem bisher schwierigsten Fall!

Dr. Maura Isles soll der Untersuchung eines sensationellen Fundes beiwohnen: einer ägyptischen Mumie, zufällig entdeckt im Keller eines Bostoner Museums. Doch bald wird klar: Die einbalsamierte Tote wurde erst kürzlich ermordet – und in ihrem Mund verbirgt sich eine Goldmünze mit geheimnisvoller Botschaft. Schnell gerät die junge Archäologin Josephine Pulcillo ins Visier der Ermittlungen von Detective Jane Rizzoli, weil sie über besondere Kenntnisse traditioneller Bestattungsmethoden verfügt. Als in Josephines Auto jedoch eine Moorleiche entdeckt wird und die junge Frau spurlos verschwindet, befürchten Jane und Maura das Schlimmste ...

Ein teuflisches Gespinst aus Besessenheit und alten Familiengeheimnissen.

Klappentext

"Gerritsen ist gnadenlos. Sie steht für Psychothriller de Luxe!"
Bild am Sonntag -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

So gekonnt wie Tess Gerritsen vereint niemand erzählerische Raffinesse mit medizinischer Detailgenauigkeit und psychologischer Glaubwürdigkeit der Figuren. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die Autorin selbst erfolgreiche Ärztin. Der große internationale Durchbruch gelang ihr mit Die Chirurgin. Tess Gerritsen lebt mit ihrer Familie in Maine.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Er kommt, um mich zu holen.
Ich spüre es in den Knochen, ich wittere es in der Luft, so unverkennbar wie der Geruch nach heißem Sand und exotischen Gewürzen und dem Schweiß von hundert Männern, die in der Sonne schuften. Es sind die Gerüche der westägyptischen Wüste, und sie sind für mich noch immer lebendig, auch wenn das Land fast eine halbe Erdumrundung von dem dunklen Schlafzimmer entfernt ist, in dem ich jetzt liege. Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit ich diese Wüste durchquert habe, doch wenn ich die Augen schließe, bin ich gleich wieder dort; ich stehe am Rand des Zeltlagers und blicke zur libyschen Grenze, dorthin, wo die Sonne untergeht. Der Wind klagte wie eine Frau, wenn er durch das Wadi rauschte. Noch immer höre ich das dumpfe Schlagen der Spitzhacken und das Kratzen der Schaufeln, und ich habe noch immer das Heer ägyptischer Grabungshelfer vor Augen, die wie fleißige Ameisen über die Ausgrabungsstätte schwärmen und ihre Gufa-Körbe voll Erde schleppen. Als ich damals vor fünfzehn Jahren in dieser Wüste stand, kam ich mir vor wie eine Schauspielerin in einem Film über ein Abenteuer, das eine andere erlebt hatte. Nicht ich. Und ganz bestimmt war es kein Abenteuer, das einem stillen Mädchen aus dem kalifornischen Indio an der Wiege gesungen worden war.
Das Scheinwerferlicht eines vorbeifahrenden Autos dringt durch meine geschlossenen Lider. Als ich die Augen aufschlage, ist Ägypten verschwunden. Ich stehe nicht mehr in der Wüste und blicke zu einem Himmel auf, den der Sonnenuntergang mit blutroten Streifen überzieht. Stattdessen bin ich wieder auf der anderen Seite der Erdkugel, in San Diego, wo ich in meinem dunklen Schlafzimmer liege.
Ich stehe auf und gehe barfuß zum Fenster, um auf die Straße hinauszuschauen. Es ist eine etwas heruntergekommene Wohnsiedlung mit verputzten Einfamilienhäusern, gebaut in den Fünfzigerjahren, als Mini-Villen mit Dreiergaragen noch nicht als Erfüllung des amerikanischen Traums galten. Diese Häuser haben etwas Ehrliches; gebaut, um den Bewohnern Schutz zu bieten, und nicht, um die Nachbarn zu beeindrucken, und ich fühle mich sicher hier in meiner Anonymität. Nur eine ganz normale alleinerziehende Mutter, die ihre liebe Mühe mit ihrer bockigen Teenagertochter hat.
Ich spähe durch die Gardinen auf die Straße und sehe, wie eine dunkle Limousine einen halben Block vor meinem Haus abbremst. Der Wagen hält am Bordstein, und die Scheinwerfer erlöschen. Ich warte darauf, dass jemand aussteigt, aber nichts dergleichen geschieht. Eine ganze Weile sitzt der Fahrer einfach nur da. Vielleicht hört er noch Radio, oder er hatte Streit mit seiner Frau und traut sich nicht, ihr unter die Augen zu treten. Vielleicht sitzt ja auch ein Liebespaar in dem Wagen, das keine andere Möglichkeit hat, sich zu treffen. Ich kann mir so viele Erklärungen ausdenken, keine davon im Geringsten beunruhigend, und dennoch bricht mir der Angstschweiß aus, und ein Schauer überläuft mich.
Einen Augenblick später leuchten die Scheinwerfer der Limousine wieder auf. Der Wagen fährt los und rollt langsam die Straße hinunter.
Selbst als er bereits um die Ecke verschwunden ist, stehe ich noch mit flatternden Nerven am Fenster, die feuchten
Finger um die Gardine gekrampft. Ich gehe wieder ins Bett und liege schwitzend auf der Decke, doch ich kann nicht schlafen. Obwohl es eine warme Julinacht ist, lasse ich das Fenster immer verriegelt, und ich bestehe darauf, dass meine Tochter Tari ihres ebenfalls geschlossen hält. Aber Tari hört nicht immer auf mich.
Jeden Tag hört sie weniger auf mich.
Ich schließe die Augen, und wie immer kehren die Bilder von Ägypten wieder. Stets ist es Ägypten, wohin meine Gedanken sich wenden. Noch bevor ich zum ersten Mal den Boden des Landes betreten hatte, träumte ich schon davon. Als ich sechs Jahre alt war, sah ich ein Foto des Tals der Könige auf der Titelseite der National Geographic und hatte sofort ein Gefühl des Wiedererkennens, als betrachtete ich ein vertrautes, geliebtes Gesicht, das ich beinahe vergessen hatte. Das war es, was dieses Land für mich bedeutete - ein geliebtes Gesicht, das ich unbedingt wiedersehen wollte.
Und im Laufe der Jahre schuf ich nach und nach die Voraussetzungen für meine Wiederkehr. Mit einem Stipendium in der Tasche ging ich nach Stanford, wo ein Professor auf mich aufmerksam wurde und mich nachdrücklich für ein Sommerpraktikum bei einer Grabung in der Libyschen Wüste empfahl.
Im Juni, am Ende meines vorletzten Studienjahrs, bestieg ich schließlich die Maschine nach Kairo.
Noch heute, in der Dunkelheit meines Schlafzimmers in Kalifornien, erinnere ich mich, wie meine Augen vom grellen Sonnenlicht schmerzten, das der weiß glühende Sand reflektierte. Ich rieche die Sonnencreme auf meiner Haut und spüre das Prickeln der Sandkörner, die der Wind mir ins Gesicht weht. Diese Erinnerungen machen mich glücklich. Die Schaufel in der Hand und die Sonne auf den Schultern -es war die Erfüllung der Träume eines jungen Mädchens.
Wie schnell doch ein Traum zum Albtraum werden kann. Als glückliche Studentin bestieg ich das Flugzeug nach Kairo. Drei Monate später kehrte ich zurück, und ich war nicht mehr dieselbe Frau.
Ich kam nicht allein aus der Wüste zurück. Ein Monster folgte mir.
Im Dunkeln schlage ich jäh die Augen auf. Waren das Schritte? Hat da eine Tür geknarrt? Ich liege auf den feuchten Laken, und mein Herz schlägt wild gegen meine Rippen. Ich wage nicht aufzustehen, und ich wage nicht, im Bett zu bleiben.
Irgendetwas stimmt nicht in diesem Haus.
Nach Jahren des Versteckspielens bin ich klug genug, die Warnungen nicht zu ignorieren, die mir die Stimme in meinem Kopf zuraunt. Nur diesen eindringlichen Einflüsterungen habe ich es zu verdanken, dass ich noch am Leben bin. Ich habe gelernt, jede Abweichung vom Gewohnten zu registrieren, jede noch so kleine Störung. Ich merke auf, wenn ein unbekanntes Auto durch meine Straße fährt. Ich bin sofort hellwach, wenn eine Kollegin erwähnt, dass jemand nach mir gefragt habe. Ich lege mir ausgeklügelte Fluchtpläne zurecht, lange bevor ich sie tatsächlich brauche. Mein nächster Schritt ist bereits geplant. In zwei Stunden können meine Tochter und ich über die mexikanische Grenze sein, ausgestattet mit neuen Identitäten.
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