In Harrys drittem Fall entpuppt sich der von Jim Butcher entwickelte Kosmos als deutlich komplexer als in seinen beiden Vorgängern. Seine Darstellung der Vampire kann sich durchaus mit Laurell K. Hamiltons Anita Blake-Reihe messen lassen. Die Vampire spielen eine große Rolle in diesem Buch, und es macht Spaß, über sie zu lesen. Interessant ist auch der Neuzugang Michael, die "Faust Gottes", dessen Schwert für die Entwicklung der Handlung von Bedeutung ist. Der Status Quo von Harrys Beziehung zu der Reporterin Susan erfährt im Laufe der Handlung eine nachhaltige Änderung. Überhaupt hält das Buch einige Überrschungen parat. So begegnet man zum Beispiel einem Drachen in Menschengestalt, einem durchaus faszinierend angelegten Charakter, der leider nur am Rande auftaucht, aber die Hoffnung weckt, ihm oder seinen Artgenossen in einem der nächsten Bände wieder zu begegnen. Das Buch ist in einem flüssigen, humorvollen Stil geschrieben, der Lust macht auf mehr. Bislang ist dies der stärkste Band der Reihe und jedem zu empfehlen, der Vampire und Drachen mag. Der Humor ist deutlich stärker ausgeprägt als in den beiden Vörgängern, und man erfährt eine Menge über die Magie dieser Welt. Langeweile kommt an keiner Stelle auf, das Buch bietet gute, wenn auch eindeutig nicht gehobene, Unterhaltung.