Sehr poetischer Thriller, lässt einen aber leider unzufrieden zurück.
Eins muss man Tana French lassen: Sie versteht es, Athmosphäre zu erzeugen. Ihre Beschreibungen sind so anschaulich, dass man glaubt, dabei zu sein, damals, als die drei Kinder ihre wilde Zeit in und um Knocknaree verbrachten.
Die Handlung zu beschreiben, spare ich mir. Dazu wurde schon viel gesagt. Die Schilderungen der Ausgrabungen, der Tat, der anderen Menschen sind weit besser, als Durchschnitt.
Ich fand das Buch auch nicht zu lang, wenn man in "Vorfreude" auf die Aufklärung der beiden miteinander verwobenen Fälle hinliest.
Und so habe auch ich, genau wie andere Rezensenten hier, bis zur letzten Seite gehofft, dass sich das Rätsel um die beiden verschwundenen Freunde des Ermittlers doch noch aufklärt, habe auf einen Paukenschlag gewartet und beim nicht zu leugnenden Können der Autorin auch gehofft, dass ihr eine Überraschung gelingt. Seitdem ich das Buch weggelegt habe, bin ich von Tag zu Tag mehr verärgert darüber.
Mögen manche es mutig nennen, das Buch so enden zu lassen, ich finde es schäbig. Schäbig dem Leser gegenüber, denn die ganze Geschichte wird um dieses Rätsel herum gestrickt, lebt von diesem Geheimnis.
Das ist Betrug am Leser. Sehr, sehr schade, weil der zweite Handlungsstrang super aufgelöst wurde. Das ist Tana Frenchs Debüt. Dafür hatte sie leider schlechte Berater, weil sie super schreiben kann. Das hätten fünf Sterne werden können...