Grünholz, Die Kunst mit frischem Holz zu arbeiten, ist ein Buch mit vielen Abbildungen und fachkundigen Erläuterungen zur Bearbeitung des noch jungen, eben grünen Holzes von Hand. Es wird beschrieben, wie man Holz zu einigen brauchbaren Gegenständen verarbeitet, ohne dabei andere Energien zu gebrauchen, als den eigenen Körper und Holz, das man im Wald sammelt, als Brennmaterial. Nur für zwei, drei Einrichtungen benötigt man einen Schlosser, oder Schmied. Einige Werkzeuge allerdings muss man sich im Hobby- oder Fachhandel kaufen. Das Buch ist etwa A4 gross und rund 200 Seiten starken. Zuerst erfährt man etwas über das Holz im Allgemeinen und über einige Holzarten im Besonderen. Anschliessend werden die notwendigen Werkzeuge, deren Pflege und Aufbewahrung beschrieben. Ab Seite 52 lernt man eine (Wipp-)Drehbank, eine Werkbank und eine Ziehbank bauen. Es folgen Anweisungen zur Herstellung von Klüpfel, Werkzeuggriffen, Schweifsäge (Gestellsäge), zum Biegen mit Dampf und man erfährt etwas über Holzverbindungen. Ab Seite 122 wird die Herstellung verschiedener Objekte beschrieben, das Schwergewicht liegt auf der Herstellung von Stühlen, besonderes Gewicht erhält der Windsor-Stuhl. Spätestens beim Kapitel „Werkzeugstiele" wird einem klar, dass man es beim Autor mit einem radikalen, fundamentalistischen Hand-Werker zu tun hat. Wer baut sich einen Klüpfel selber?! Leider ist auch Drehbank und Ziehbank etwas gar rustikal ausgefallen und die Werkbank, ist radikal nur im Freien zu gebrauchen, also nichts für Leute, die nicht einen Park oder Wald besitzen. Auch als radikaler Hand-Werker kann man Dinge schön gestalten. Das scheint nun, die Stärke des Buchautors nicht zu sein. Schade, den das Buch gibt manchen nützlichen Hinweis, auch für gewöhnliche Handwerker, die gerne mit einer geraden Hobel- oder Werkbank arbeiten, Löcher mit der Maschine bohren und lieber gerade dafür mit der Kreissäge sägen. Das Stichwortverzeichnis ist brauchbar. Das Literaturverzeichnis enthält ausschliesslich englische Titel. Das ist schade, denn es gibt im deutschsprachigen Raum einige sehr gute Bücher, wenn nicht zum Thema Grünholz, dann doch zum Thema Holzbau, Möbelschreinerei usw. Gute (bessere) Bücher, auch Reprints alter Handwerksbücher, gibt es im Verlag Th. Schäfer, Hannover (Edition Libri rari), in dem dieses Buch erschienen ist, oder das auf deutsch neu erschienene Buch „Holz: Verarbeitung, Werkzeugkunde, Möbelentwürfe..." bei monte von DuMont, Köln 2001.