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Grüner Himmel über schwarzen Tulpen
 
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Grüner Himmel über schwarzen Tulpen [Broschiert]

Barbara Naziri
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 422 Seiten
  • Verlag: Göttert; Auflage: 1., Auflage (16. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 393962327X
  • ISBN-13: 978-3939623274
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 14,5 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 516.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Geboren in Deutschland, als Tochter einer deutsch-dänischen Mutter und eines iranischstämmigen Vaters, wünscht sich die Autorin, einmal auch in Iran leben zu können. Doch das geht nur, wenn sich dort vieles verändert: wenn die Menschenrechte geachtet, Frauen nicht mehr gesteinigt, Homosexuelle nicht mehr hingerichtet, Oppositionelle nicht mehr verfolgt und Menschen nichtislamischer Glaubensrichtungen nicht mehr mit der Todesstrafe bedroht werden. Ihre große Hoffnung ist die Grüne Demokratiebewegung.
Denn es gibt in Iran nicht nur aggressive Politiker, fundamentalistische Mullahs, fanatisierte Massen und verschleierte Frauen, aber davon wissen die meisten Menschen im Westen nicht viel. Um dieses einseitig negative Bild zu korrigieren und eine Brücke zwischen den Kulturen zu schlagen, nimmt uns Naziri mit in ihre andere Heimat. Über zweieinhalb Jahrzehnte begleiten wir sie bei Familienbesuchen und Reisen quer durchs ganze Land. Dabei treffen wir überall im Vielvölkerstaat Menschen, die auf Reformen hoffen und mit dem Westen in Frieden leben möchten. Lyrische Beschreibungen der faszinierend vielfältigen Natur wechseln ab mit Dialogen über die jeweilige gesellschaftliche Situation im Iran nach der Islamischen Revolution. Während uns die Autorin zur alten Königsstadt Persepolis, zu den Feuertempeln Zarathustras, zu den Grabmälern großer persischer Dichter, zu märchenhaften Palästen, die aus "Tausendundeiner Nacht" zu stammen scheinen, oder prächtigen Moscheen führt, erfahren wir von der großen und bewegten Geschichte des alten Persiens. Informationen über Eroberungen und Besatzungen, die das Land in jüngerer Zeit erdulden musste, helfen, das schwierige Verhältnis zur USA und zu anderen Großmächten differenziert zu betrachten. Wir erhalten Eindrücke von den Schwierigkeiten des iranischen Alltags, hören von den Folgen des Embargos, von Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion und Drogenproblemen, nehmen aber auch teil an Festen, werfen einen Blick in die persische Küche oder besuchen einen Schönheitssalon.
Die barbarischen Strafen der Scharia, unter denen vor allem Frauen leiden, sind ebenfalls ein Thema, und wir erleben Männer im "Gottesstaat", die Frauen nur achten, wenn sie sich dem strikten Regelwerk unterwerfen. Doch es ist hoffnungsvoll zu sehen, wie die Iranerinnen sich immer wieder Nischen schaffen, um den Tugend-wächtern zu entgehen, oder offenen Widerstand leisten - z.B. als Anwältinnen, Künstlerinnen, Filmemacherinnen, Journalistinnen, Professorinnen, Studentinnen und als Mütter.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hans Peter Weiss VINE™-PRODUKTTESTER
Barbara Naziris Buch ist ein sehr persönliches und auch ein poetisches Buch; kein Roman und auch kein zusammenhängender Bericht journalistischer Art, nicht linear, sondern episodenhaft: Erinnerungen, Erlebnisse, Beobachtungen und Erfahrungen bei Reisen in den Iran in verschiedenen Jahren von 1986 bis 2010. Zusammengehalten wird das alles durch den Blick der Autorin, ihre Gefühle, ihre eigenen Entwicklungen und Ereignisse in ihrem Leben. Das Buch berichtet von ihrer Liebe zum Iran, ihre "orientalische Heimat", ihr zweites Ich; es berichtet vom Land und seinen kulturellen Wurzeln und Entwicklungen, von den politischen Entwicklungen und Deformationen seit der Schah-Zeit, von den Menschen, ihrer Vielfalt, ihren vielfach enttäuschten Hoffnungen und ihrem Überlebenswillen und immer wieder von den Frauen, die in besonderer Weise den entwürdigenden Strukturen der islamistischen Machtansprüche ihre selbstbewusste Würde als Widerstand entgegensetzen. Der Blick von Frau Naziri beschönigt nichts, vieles von dem was sie berichtet ist erschütternd, dabei ist ihr kritischer Blick aber immer von der Liebe zum Land und zu seinen Menschen geprägt. Frau Naziri erzählt in einer ruhig fließenden Sprache, die ihre Erlebnisse, Beobachtungen und Eindrücke zu starken Bildern werden lässt; durch in das Erzählen eingebundene Gedichte und heitere Episoden ebenso wie durch den mitunter orientalisch bildhaft geprägten Erzählstil erhält das Buch seinen besonderen poetischen Reiz. Frau Naziri betrachtet ihr Buch selbst als "Brücke" , die sie sich zwischen den Kulturen ersehnt, mit dem Glauben an den besonderen Wert jeder Kultur und dass wir nur dann von einander lernen können, wenn wir jede Kultur in ihrer eigenen Art zu würdigen wissen und die eigene Geschichte und Wertvorstellungen nicht über andere Lebenserfahrungen und Lebensformen stellen. Ein lesenswertes Buch nicht nur über den Iran, sondern zu vielen politischen Fragen und kulturellen Konflikten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Donya
Was mich an diesem Buch fasziniert ist, dass es nicht über die Oberfläche gleitet, sondern sehr in die Tiefe geht, dort wo ungesagte Worte sich verbergen. Barbara Naziri führt uns in eine Welt, die wenigen in Europa einen Einblick gestattet und über die kaum jemand berichtet, sei es aus Nichtwissen oder heraus aus der Gleichgültigkeit. Sie beschreibt den unsagbaren Druck des alltäglichen Lebens unter dem Schleier, dem die Menschen - besonders die Frauen - ausgesetzt sind, den tagtäglichen Affront durch die Tugendwächter mit dem Wissen, vor dem Gesetz der Scharia nur eine halbe Stimme zu haben, und gegen Steinigungen und Peitschenhieben hilflos sind. Wen wundert es da nicht, dass sich die Menschen trotz alledem eine gewisse Heiterkeit und Abgeklärtheit bewahrt haben? Hier setzt Naziri an und hebt für uns den Schleier.
Entstanden ist ein Buch, das wie ein Wechselbad der Gefühle auf mich wirkt und in dem auch ich mich wieder erkenne. Barbara Naziris Abenteuer halten mich ebenso in Atem wie ihre schönen Impressionen, mitunter durch ein Gedicht gekrönt. Auf den nächsten Seiten lache ich plötzlich laut auf über eine humorvolle Wendung, während mich wenig später berührende Ereignisse zum Weinen bringen. Ein schönes Potpourri aus dem iranischen Alltag.
Barbara Naziri ist es aus meiner Sicht gut gelungen, den Lesern die Menschen Irans näher zu bringen. Es ist die iranische Seele, beflügelt von einer gewissen Heiterkeit, und dem Mut zum Leben, nämlich nicht aufzugeben und sich den Gegebenheiten täglich neu zu stellen. Nur so können die Menschen das überstehen. Das kann ich gern bestätigen, denn es ist auch meine eigene Mentalität. Dieses Buch macht sowohl Iranern im Exil Mut als auch eine bessere Verständigung möglich.
Ich fühle mich hier manchmal "bodenlos", so in einer Art Schwebezustand. Es ist das Gefühl, nicht so ganz dazu zu gehören und doch nicht zu wissen wohin. Wie Barbara Naziri es sehr treffend beschreibt, teile auch ich mich in zwei Welten. In diesem Buch "Grüner Himmel über schwarzen Tulpen" habe ich mich wiedererkannt - und mich verstanden gefühlt. Danke dafür.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grüner Himmel über schwarzen Tulpen: Ein west-östlicher Blick hinter den Schleier Irans
Die Verlags-Info hat nicht zu viel versprochen. Dieses Buch hat mich beeindruckt. Inhaltlich als auch stilistisch vermittelt es gutes Hintergrundwissen und jede Menge Impressionen über ein schönes und geschundenes Land. Die persönliche Note der Autorin lässt die Leser hautnah an den Ereignissen teilhaben, ein Wechselbad zwischen Bangen und herzhaftem Lachen, dann wieder besinnlichen Momenten und wunderbaren Beschreibungen des Landes, seiner Geschichte und seiner Menschen, untermalt durch die poetische Sprache der Verfasserin. Man spürt ihre Liebe zum Iran in jedem Satz. Ohne dass sie Gegebenheiten beschönigt oder verurteilt, verfolgt sie ihr Anliegen, westliche Vorurteile abzubauen, was ihr meiner Meinung nach recht gut gelingt. Zugleich berührt ihre Zerrissenheit zwischen der deutschen und der iranischen Kultur. Der Einstieg, in dem sie uns einen Einblick in ihre Jugend gibt, macht Appetit auf mehr. Ruhelos treibt sie ihre Sehnsucht immer wieder in den Iran. Dabei erlebt sie kurzzeitige Festnahmen und wird Akteurin einer aufregenden Heiratsgeschichte, die eigentlich schon ein Buch für sich wäre. Nach und nach weiht sie die Leser in die Geschehnisse um und im Iran ein. Erschütternd ist vor allem der Druck, unter denen die Menschen, besonders die Frauen, zu leiden haben und wie sie es dennoch schaffen, selbstbewusst für ihre Rechte einzustehen. Auch Barbara Naziri gerät in Situationen, die mir mitunter die Haare zu Berg stehen lassen und die das Buch zu einem spannenden und lehrreichen Erlebnis machen, angefangen in den Wirren des Iran-Irak-Krieges bis hin zum Aufbäumen der Grünen Welle, die der Welt zeigt, dass die Menschen im Iran nach Freiheit und Frieden trachten.
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