In einer Fülle von kurzen Berichten, Zeitungsausschnitten und Rückblenden, die die Zeit von 1929 bis 1986 umfassen erzählt Fannie Flagg uns hier eine Geschichte, die geradezu unglaublich wäre, wäre sie nicht so brilliant erzählt und die Personen in ihr nicht so erschreckend lebendig. Genaugenommen ist es gar nicht eine Geschichte. Genaugenommen ist es eine Kette von Geschichten, die alle zusammenhängen, Geschichten rund um das Whistle Stop Café, irgendwo an einer kleinen Bahnstation in Alabama, und um Idgie Threadgood und Ruth Jamison, zwei mehr als ungewöhnliche Frauen. Aber darin genügt sich das Buch noch nicht. Denn Idgies und Ruths Abenteuer werden von Ninny weitererzählt, die im Altenheim ist und sich langweilt. Sie erzählt sie Evelyn, die selbst gerade mitten in den Wechseljahren (hier dem weiblichen Pendant der Mid-Life-Crisis) steckt und dringend Aufmunterung brauchen kann. Genaugenommen wird sie durch Ninnys Erzählungen über die lebensfrohe Idgie so sehr aufgemuntert, daß ihr Mann sie nicht mehr wieder erkennt. So verwebt sich die Geschichte der vier Frauen, ohne daß sie sich tatsächlich alle begegnen. Ein wunderschöner Roman zum Lachen und Weinen und gewiß nicht nur für Frauen, und weil man sich die ganze Zeit fragt, wie wohl die gebratenen grünen Tomaten im Whistle Stop Café nun eigentlich schmecken, gibt es, als besonderen Leckerbissen sozusagen, am Ende noch das Rezept zum Nachkochen. Aber wo um alles in der Welt kriegt man grüne Tomaten her? (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)