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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" (Goya),
Von
Rezension bezieht sich auf: Goyas Geister (DVD)
Milos Forman inszenierte 2006 eine bizarre Geschichte. Spanien 1792: Der Mönch Lorenzo (Javier Bardem) nimmt Goya (Stellan Skarsgard) gegenüber der Inquisition in Schutz, indem er fordert, nicht der Kritiker sei zu bestrafen, sondern das Objekt seiner Kritik: die Ungläubigen. Schon hier zeigt sich Lorenzos grandioses Missverständnis Goya gegenüber, der ja den heuchlerischen Klerus karikiert und nicht die vermeintlichen Abweichler und lediglich Aufträge des Hofes und der Geistlichkeit entgegennimmt, um genügend Freiraum für seine kritischen Arbeiten zu haben. Lorenzo fordert die Wiedereinführung der "peinlichen Befragung" (=Folter). Er ist kein religiöser Eiferer, er nutzt seine Stellung innerhalb der Inquisition, um die vermeintliche "Judaisiererin" Ines (Natalie Portman), eine Bürgerstochter, die Goya gelegentlich Modell steht, in seine Gewalt zu bekommen und sie im Gefängnis zu missbrauchen. Ihre Familie erpresst Lorenzo, um Ines aus der Haft zu befreien. Doch der flieht ins revolutionäre Frankreich, um 1808 mit den Napoleonischen Truppen als Besatzer wieder zurückzukehren. Seine vorgebliche "Fürsorge" für Ines zeigt die Abgründe seines Charakters.Etwas zu plakativ reiht der Film Schrecken an Schrecken. Die Wut steigt über die Verhältnisse ohne Rechtssicherheit, in denen das einzelne Menschenleben fast nichts gilt. Der Schrecken der Inquisition wird vom Schrecken der französischen Truppen abgelöst. Glücklicherweise ist Forman ein versierter Regisseur, der die Darstellung des Grauens nie voyeuristisch werden lässt. Besonders beeindruckend empfand ich Michael Lonsdale als Großinquisitors. Sehr gelungen auch die Szenen zwischen Goya und der Königin Maria Luisa (Blanca Portillo), sowie Goya und Joseph Bonaparte. Das Malergenie windet sich, schäkert mit der Königin, ohne ihr Gemälde zu idealisieren. Und den Bonapartes darf ohnehin nicht der Kunstverstand abgesprochen werden. Goya als subversiver Pragmatiker, leider viel zu selten im Film. Dass viele Gemälde, die bei Goya im Atelier stehen, erst sehr viel später entstanden sind, möchte ich nur nebenbei erwähnen. Bardems Darstellung des Lorenzo lässt wirklich frösteln. Er spielt den skrupellosen Wendehals, der sich so lange mit den Verhältnissen arrangiert bis es ihm buchstäblich das Genick bricht. Portmans Rolle ist zutiefst berührend, allerdings spielt sie im zweiten Teil des Films eine völlig gebrochene Frau, die keine weitere Entwicklung mehr vor sich hat. Die Schlussszene ist sehr ambivalent. Sie könnte als Liebesgeschichte zwischen Ines und Lorenzo missdeutet werden, wo sie doch lediglich illustriert, dass Ines unter einer besonders furchtbaren Form des Stockholm-Syndroms leidet, unfähig zu erkennen, wer für ihr Leid verantwortlich ist. Der Vergleich mit "Amadeus" zeigt leider eine Schwäche des Films: Während die Betrachtung durch Salieri uns Mozart näher bringt, kann uns die Figur Lorenzos fast nichts über Goya erzählen. Goyas Figur bleibt blass, und das obwohl Skarsgard in manchen Einstellungen Goya beeindruckend ähnlich sieht (im Vergleich zu seinen Selbstbildnissen). Schade, schade. 1808 schrieb Goya in sein Tagebuch: "Ich war Zeuge, wie sich die edelsten Ideen von Freiheit und Fortschritt in Lanzen und Säbel und Bajonette verwandelten. Feuerbrünste, Plünderungen und Vergewaltigungen, die eine neue Ordnung bringen sollten, tauschten in Wirklichkeit nur den Galgen gegen das gemeine Würgeeisen." - Hätte der Film analysieren wollen, warum die Ideale der Französischen Revolution sich in der praktischen Umsetzung in Terror verwandelten, hätte es ein großer Film werden können. So ist es lediglich eine eher private Tragödie. Die opulente Ausstattung scheint Geschichte zu atmen, manchmal leider etwas zu langatmig. Mit seinen zeitgenössischen Stoffen ("Larry Flynt", "Der Mondmann") war Forman deutlich bissiger. Die DVD ist mit optionalen deutschen Untertiteln ausgestattet. Als Extras gibt es eine Einführung, Interviews mit den Darstellern. B-Roll und den Kinotrailer (Gesamtlaufzeit 45 Minuten, allerdings zum Teil redundant, "Nettolaufzeit" also etwas kürzer). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Goyas Geister in Blu-ray,
Von Ursula Und Manfred Schulte "Manfred Schulte *... (Bochum-Weitmar) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Goyas Geister [Blu-ray] (Blu-ray)
Über den Inhalt und der filmischen Qualität ist in den vorliegenden Rezensionenschon mehr als ausführlich geschrieben worden, aber noch keine Wort über Bildqualität der Blu-ray! Im Gegensatz zu der 2007 erschienen DVD, konnte ich leider nicht die erwartete Steigerung der Bildqualität feststellen! Ich habe mir beide Ausgaben mit meinem Beamer auf einer 2,80 m breiten Lein- wand sehr sorgfältig angesehen und gleichzeit viele Einstellungen gegen- einander direkt verglichen und konnte keineswegs die sonst bei Blu-Ray Aus- gaben so deutliche bessere Auflösung feststellen! Schade! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Natalie Portman zum niederknien....,
Rezension bezieht sich auf: Goyas Geister (DVD)
Zugegeben- der Titel "Goyas Geister" mag zunächst etwas irreführend sein, beschreibt dieses Meisterwerk aus der Schmiede Milos Formans ( Oscar für Amadeus) doch vielmehr die Epoche, in der der Namensgeber des Films wirkte - und dies auf grandiose Weise.Als Inés, Tochter eines reichen Händlers, sich von Francisco de Goya portraitieren lässt, ahnt sie nicht, dass sie schon bald darauf von der spanischen Inquisition vorgeladen und schließlich gefoltert und aufgrund altjüdischer Praktiken eingesperrt wird. Bald ist sie nicht länger nur die Obszession des Künstlers Goya, sondern auch die eines der Ordensbrüder... Natalie Portmans schauspielerische Leistung in diesem kleinen aber feinen Film ist dabei von ungeheurer Schlagkraft und ringt Bewunderung ab. Eine wunderbare Abhandlung über eine der wohl düstersten Zeiten der Spanischen Geschichte - und des Christentums, die unter die Haut geht. Trotz weniger, aber hinnehmbarer, Längen: 5 Sterne Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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