Jemand hat einmal gesagt, es lohnt sich nur, die Geschichte eines Menschen aufzuschreiben, wenn dieser dann hinterher auch ein anderer ist, wenn er eine Entwicklung vollzogen hat. Dann ist dieses Buch sehr lohnenswert. Mit einer schier unglaublichen sprachlichen Gewalt schafft Feuchtwanger ein so eindrucksvolles Bild Goyas, daß man sich, wenn auch sonst nicht so sehr an Malerei interessiert, sofort mit seinen Bildern befassen möchte, deren Geschichte man nun so plastisch dargestellt bekommen hat!
Er stellt den Maler Goya nicht als glatten Helden dar, sondern mit all seinen Fehlern, seinen Wiedersprüchen und seinen Taten, die oft so falsch erscheinen, und hebt sich dadurch so angenehm von anderen biographischen Roman ab. Goya geht seinen (keine Sekunde lang langweiligen) Weg und ist am Ende ein anderer Mensch und ein Mensch, der so scheint es, die Erkenntnis gefunden hat.