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Buchnotiz zu : Die Zeit, 07.03.2002
Der Hirmer Verlag hat mit diesem Band über Francisco de Goya, den der amerikanische Kunsthistoriker Fred Licht zusammengestellt hat, den "seit langem schönsten" Bildband herausgebracht, schwärmt Rezensentin Petra Kipphoff. Allerdings mag sie der Grundthese des Autors, Goya sei ein Anarchist gewesen, nicht ganz zustimmen. Zwar fänden sich durchaus anarchistische Züge im Werk des Malers, doch sei es ihm Zeit seines Lebens nicht um die künstlerische Umsetzung einer Ideologie, sondern um die Realität in all ihren Widersprüchen gegangen, denkt Kipphoff. Ihre Kritik beeinträchtigt aber keineswegs ihr großes Lob für die zahlreichen, in diesem Band präsentierten "hervorragenden Reproduktionen" der Bilder des großen Künstlers.
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Pressestimmen
"Eine profunde Darstellung der Kunst von Goya und zugleich ein trauriges, ein tief pessimistisches Buch. ... Fred Lichts Buch wird zur dornigen Hommage an Goya, zum zerrissenen Abgesang auf die klassische abendlädische Malerei, der, zumindest in diesem Buch, unumkehrbar und hoffnungslos ihre existenziellen Inhalte verlorengehen." (Süddeutsche Zeitung)
"Er hat Monster und Monarchen gemalt, Herzoginnen, Hexen, Verbrecher und Irre - und alle lieben ihn dafür." (Welt am Sonntag)
"Er hat Monster und Monarchen gemalt, Herzoginnen, Hexen, Verbrecher und Irre - und alle lieben ihn dafür." (Welt am Sonntag)
Kurzbeschreibung
Mit Goya beginnt die moderne Malerei. Diese Modernität wird in fesselnden Vergleichen zwischen Goya und Künstlern aus Vergangenheit und Moderne vor Augen geführt.Dieses Buch stellt jene Aspekte von Goyas Kunst vor Augen, die ihn der modernen Kunst im allgemeinen und unserer Zeit im besonderen naherücken. Goya steht am Beginn der modernen Malerei. Man ahnt seinen Einfluß überall, ohne direkte Verbindungen herstellen zu können. Wenn El Greco der Maler der spanischen Spiritualität war und Velázquez der Maler der stolzen spanischen Würde, so war Goya der Maler von Spaniens leidenschaftlichem Individualismus. Die spanische Geschichte zur Zeit Goyas hatte mit der Gegenwart vieles gemein: Sie war eine Epoche der Revolution und damit eine Zeit radikalen Umbruchs. Die Auswirkungen einer solchen Zeitenwende sind uns Heutigen gut bekannt: Orientierungslosigkeit, Entfremdung, Werteverlust und eine immer wieder in Verzweiflung umschlagende Hoffnung. Darum erlebt man in der Begegnung mit Goya einen tiefen Schock des Wiedererkennens. Der Autor hat es verstanden, dem Leser diese Aspekte in fesselnden Vergleichen mit Künstlern zurückliegender Epochen und der Moderne vor Augen zu führen. Dank seiner erhellenden Ausführungen stehen wir in einem lebendigen geschichtlichen Zusammenhang und erleben mit Goya die Geburt der Moderne.