Gotye

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Nice concept from @jviewz allowing fans to experience and potentially participate in aspects of a record's creation http://t.co/R1V8MikJiS


Biografie

Wenn Gotye über sein neues Album „Making Mirrors“ spricht, dann redet er nicht von Songs, sondern von Sounds. Dann beschreibt er die unterschiedlichen Ventile, durch die die Streicher und Chöre auf seiner gebrauchten 100 Dollar-Lowrey Cotillion Orgel kreisen. Oder die Bassline, die er aus einem Sample vom Winton Musical Fence gebastelt hat – einer Installation im Outback von Queensland, Australien, bestehend aus fünf gewaltigen mit Zaunpfählen verbundenen Metallseilen und einer Echokammer. Vielleicht erwähnt er noch den alten taiwanischen Folksong, den er auf einer Cathay Pacific Promo aus ... Lesen Sie mehr

Wenn Gotye über sein neues Album „Making Mirrors“ spricht, dann redet er nicht von Songs, sondern von Sounds. Dann beschreibt er die unterschiedlichen Ventile, durch die die Streicher und Chöre auf seiner gebrauchten 100 Dollar-Lowrey Cotillion Orgel kreisen. Oder die Bassline, die er aus einem Sample vom Winton Musical Fence gebastelt hat – einer Installation im Outback von Queensland, Australien, bestehend aus fünf gewaltigen mit Zaunpfählen verbundenen Metallseilen und einer Echokammer. Vielleicht erwähnt er noch den alten taiwanischen Folksong, den er auf einer Cathay Pacific Promo aus den 1970ern gefunden hat und von dem er eine Passage gesampelt, verfremdet und schließlich mit türkischen Drumsounds kombiniert hat. Oder die einzigartigen, virtuellen Versionen von akustischen Instrumenten – z. B. von einer Chromaharp und einer Mbira – die durch penibles Sampeln jedes einzelnen Tons entstanden sind.

Beim Anhören von „Making Mirrors“ anhört, dann faszinieren vor allem die vielen Details. Man wird in eine Welt gezogen, wo jeder Augenblick wichtig ist. Das ist Popmusik, wie sie präziser nicht sein könnte, aber auch elektronische Musik, wie sie emotionaler nicht sein könnte. Das Album ist voller wirklich großer Songs mit großem Herzen und mit den unterschiedlichsten Elementen wie Dub, Motown Soul, PolitiPop, Synth-Folk und Weltmusik.

Gotye (sprich: Gauthier) kam in seinem Heimatland Australien erstmalig im Jahr 2006 mit seinem zweiten Album „Like Drawing Blood“ zu Ruhm und Anerkennung. Es war Album des Jahres beim Radiosender Triple J und 2008, bei seiner Veröffentlichung in Europa, dann auch bei iTunes. Erst kürzlich wurde es zu Australiens elftbestem Album aller Zeiten gewählt. In Großbritannien wurde „Like Drawing Blood“ zum Kulthit und in den Staaten machte es Furore, als Drew Barrymore sich unsterblich in die Single „Learnalilgivinanlovin“ verliebte und den Song gleich in mehreren ihrer Filme benutzte.

Bis zum Nachfolger „Making Mirrors“ dauerte es über zweieinhalb Jahre. Für die Arbeit an diesen zwölf fantastischen Songs verließ Gotye Melbourne und zog in eine Scheune auf dem fünf Hektar großen Grundstück seiner Eltern auf der Halbinsel Mornington, Victoria. Dort hatte er genug Platz für die stetig wachsende Anzahl an Instrumenten und für das Studioequipment. Außerdem konnte er unbehelligt zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Klangexperimente machen und aufnehmen.

„Like Drawing Blood“ hatte er fast komplett aus Samples von alten Vinyl-Platten konstruiert. Diesmal setzte Gotye mehr auf physische und akustische Instrumente.

“Viele davon habe ich Note für Note gesampelt und sie so in virtuelle Instrumente umgewandelt”, erklärt er. “Es ist ein langsamer und manchmal anstrengender Prozess, aber er kann den Klang eines Instruments komplett verändern und auch die Art, wie man es spielt. Man kann heutzutage so viele virtuelle Instrumente online kaufen, aber das ist nicht annähernd so persönlich, wie wenn man sie selbst macht. Ich habe in einem Antiquitätenladen eine wunderschöne alte Chromaharp gefunden und sie so 'virtualisiert'. Danach klang sie mehr wie ein Hackbrett, wenn man es auf dem Keyboard spielt oder mit einer Software programmiert.”

Gleichzeitig wühlte Gotye sich weiterhin durch die Second Hand-Shops auf der Suche nach obskuren alten Platten zum Sampeln.

“Viele der Samples kommen von Exotica-Platten aus den 1950er und 60er Jahren”, sagt Gotye. “Les Baxter, Arthur Lyman, Esquivel, usw., das waren unfassbare Arrangeure und Produzenten und sie haben sehr gewagte Experimente gemacht, mit musikalischen Farben und mit dem gesamten Spektrum des Stereosound."

“Für „Bronte“, den letzten Song auf dem Album, habe ich ein Sample von Leo Addeo aus den 60ern genommen. Er hatte eine Exotica-Platte gemacht – Calypso hieß sie – mit haufenweise total verstimmten Steel Drums. Ein paar Passagen davon habe ich neu gepitcht und an den Obertönen geschraubt und so wurde ein richtig schöner, zarter Loop daraus, der aber von Klang her immer noch sehr eigenartig ist.”

Gotye ist Drummer und wenn er solo auftritt, dann spielt er Schlagzeug, singt gleichzeitig und bedient von dort aus auch alle Samples. Der erste Song, den Gotye für „Making Mirrors“ aufnahm war „Eyes Wide Open“ und das war auch das erste Mal, dass er für eine seiner Platten die Drums live eingespielt hat. Dazu kommt Klavier und Bass, sowie einige Außenaufnahmen.

“Ich habe verschiedene Sounds auf dem Grundstück meiner Eltern aufgenommen – ich lief auf dem Weg entlang, die Frösche im Hintergrund – und die habe ich dann ganz dezent in einige Songs eingebaut. Auf „Don’t Worry, We’ll Be Watching You“ habe ich sogar die Atmosphäre der Scheune als Hintergrund verwendet. Das auffälligste Beispiel ist vermutlich der Winton Musical Fence. Da habe ich in einer windigen Nacht im Outback die Saiten an dem Zaun gespielt und mit einem tragbaren Kassettenrecorder aufgenommen. Daraus entstand die Bassline für „Eyes Wide Open.”

Der Song „State Of The Art“, mit seinem Dub-Sound und den gespenstischen, verfremdeten Sci-Fi Vocals, ist eine Hommage an seine Lowrey Cotillion Orgel – mit einem Text über ihre Tasten und Funktionen.

“Es ist faszinierend, wie sehr man an manchen technischen Geräten hängen kann. Ich meine, ich liebe diese Orgel!”, lacht Gotye. “Aber ich finde es auch interessant, dass diese Beziehungen zwischen den Generationen nicht halten. Einige Instrumente, die mal absolut fesselnd waren, sind für jüngere Leute oft altmodisch und überholt. Aber diejenigen, die sie damals als Avantgarde und Vorreiter der technischen Entwicklung erlebt haben, halten manchmal immer noch an diesem futuristischen Bild fest, das sie mal verkörperten. Manchmal scheint es, als würden wir unsere Träume in diese Maschinen einritzen; wir entwickeln merkwürdige persönliche Beziehungen zu ihnen, die aber durchaus wichtig sind.”

Ganz anders das fröhliche „I Feel Better“, das noch einmal den Motown-Sound der Single „Learnalilgivinanlovin“ von „Like Drawing Blood“ aufleben lässt, mit der Gotye damals seinen Durchbruch hatte. “Eines Tages bei der Heimfahrt hörte ich im Auto „Dancing In The Streets“ von Martha Reeves und dieser Song ist eine direkte Antwort darauf”, sagt Gotye. “Mir fiel auf, wie gewaltig das Tamburin auf der Aufnahme klingt – als wäre es die Hand Gottes, die es schlägt. Ich fand es cool, dass diese Wall-of-Sound von einem so kleinen Instrument wie einem Tamburin dominiert werden konnte. Ich kam also nach Hause und spielte einen Backbeat mit einem ähnlichen Tempo auf dem Tamburin und legte dann Unmengen von Reverb drauf. Dann setzte ich mich ans Klavier, quasi als Gegengewicht zu diesem Percussion-Track und innerhalb einer Stunde hatte ich „I Feel Better“ geschrieben.”

Mit der Single „Somebody That I Used To Know“, die ein wenig an Peter Gabriel erinnert, macht „Making Mirrors“ schon jetzt von sich reden. Es ist eine Kollaboration mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra und ist derzeit in den australischen Top 10. Nur wenige Wochen nachdem das großartige Video mit Stop-Motion und Body-Painting auf Youtube hochgeladen worden war, hatte es über 10 Millionen Hits und schaffte es auf Platz 1 der Hype Machine Twitter Charts. Wenn man den Song einmal gehört hat, lässt er einen für Wochen nicht mehr los.

In Australien trat Gotye zur Veröffentlichung von „Making Mirrors“ im August im Opernhaus von Sydney auf. Im Herbst folgt eine komplette Tour, auf der zum ersten Mal die komplette Musik live gespielt wird.

“Ich habe eine zehnköpfige Band und alle spielen mehrere Instrumente und singen”, sagt Gotye. “Das sind mit Abstand die bisher ambitioniertesten Shows. Ich benutze keine Backing-Tracks. Auch die Visuals werden live eingesetzt. In den letzten drei Monaten haben wir zweimal pro Woche geprobt und es ist sehr aufregend, weil es riskant ist. Bei jedem Song kann etwas schief gehen. Aber ich mache mir das Leben grundsätzlich nicht unbedingt einfach.”

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Wenn Gotye über sein neues Album „Making Mirrors“ spricht, dann redet er nicht von Songs, sondern von Sounds. Dann beschreibt er die unterschiedlichen Ventile, durch die die Streicher und Chöre auf seiner gebrauchten 100 Dollar-Lowrey Cotillion Orgel kreisen. Oder die Bassline, die er aus einem Sample vom Winton Musical Fence gebastelt hat – einer Installation im Outback von Queensland, Australien, bestehend aus fünf gewaltigen mit Zaunpfählen verbundenen Metallseilen und einer Echokammer. Vielleicht erwähnt er noch den alten taiwanischen Folksong, den er auf einer Cathay Pacific Promo aus den 1970ern gefunden hat und von dem er eine Passage gesampelt, verfremdet und schließlich mit türkischen Drumsounds kombiniert hat. Oder die einzigartigen, virtuellen Versionen von akustischen Instrumenten – z. B. von einer Chromaharp und einer Mbira – die durch penibles Sampeln jedes einzelnen Tons entstanden sind.

Beim Anhören von „Making Mirrors“ anhört, dann faszinieren vor allem die vielen Details. Man wird in eine Welt gezogen, wo jeder Augenblick wichtig ist. Das ist Popmusik, wie sie präziser nicht sein könnte, aber auch elektronische Musik, wie sie emotionaler nicht sein könnte. Das Album ist voller wirklich großer Songs mit großem Herzen und mit den unterschiedlichsten Elementen wie Dub, Motown Soul, PolitiPop, Synth-Folk und Weltmusik.

Gotye (sprich: Gauthier) kam in seinem Heimatland Australien erstmalig im Jahr 2006 mit seinem zweiten Album „Like Drawing Blood“ zu Ruhm und Anerkennung. Es war Album des Jahres beim Radiosender Triple J und 2008, bei seiner Veröffentlichung in Europa, dann auch bei iTunes. Erst kürzlich wurde es zu Australiens elftbestem Album aller Zeiten gewählt. In Großbritannien wurde „Like Drawing Blood“ zum Kulthit und in den Staaten machte es Furore, als Drew Barrymore sich unsterblich in die Single „Learnalilgivinanlovin“ verliebte und den Song gleich in mehreren ihrer Filme benutzte.

Bis zum Nachfolger „Making Mirrors“ dauerte es über zweieinhalb Jahre. Für die Arbeit an diesen zwölf fantastischen Songs verließ Gotye Melbourne und zog in eine Scheune auf dem fünf Hektar großen Grundstück seiner Eltern auf der Halbinsel Mornington, Victoria. Dort hatte er genug Platz für die stetig wachsende Anzahl an Instrumenten und für das Studioequipment. Außerdem konnte er unbehelligt zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Klangexperimente machen und aufnehmen.

„Like Drawing Blood“ hatte er fast komplett aus Samples von alten Vinyl-Platten konstruiert. Diesmal setzte Gotye mehr auf physische und akustische Instrumente.

“Viele davon habe ich Note für Note gesampelt und sie so in virtuelle Instrumente umgewandelt”, erklärt er. “Es ist ein langsamer und manchmal anstrengender Prozess, aber er kann den Klang eines Instruments komplett verändern und auch die Art, wie man es spielt. Man kann heutzutage so viele virtuelle Instrumente online kaufen, aber das ist nicht annähernd so persönlich, wie wenn man sie selbst macht. Ich habe in einem Antiquitätenladen eine wunderschöne alte Chromaharp gefunden und sie so 'virtualisiert'. Danach klang sie mehr wie ein Hackbrett, wenn man es auf dem Keyboard spielt oder mit einer Software programmiert.”

Gleichzeitig wühlte Gotye sich weiterhin durch die Second Hand-Shops auf der Suche nach obskuren alten Platten zum Sampeln.

“Viele der Samples kommen von Exotica-Platten aus den 1950er und 60er Jahren”, sagt Gotye. “Les Baxter, Arthur Lyman, Esquivel, usw., das waren unfassbare Arrangeure und Produzenten und sie haben sehr gewagte Experimente gemacht, mit musikalischen Farben und mit dem gesamten Spektrum des Stereosound."

“Für „Bronte“, den letzten Song auf dem Album, habe ich ein Sample von Leo Addeo aus den 60ern genommen. Er hatte eine Exotica-Platte gemacht – Calypso hieß sie – mit haufenweise total verstimmten Steel Drums. Ein paar Passagen davon habe ich neu gepitcht und an den Obertönen geschraubt und so wurde ein richtig schöner, zarter Loop daraus, der aber von Klang her immer noch sehr eigenartig ist.”

Gotye ist Drummer und wenn er solo auftritt, dann spielt er Schlagzeug, singt gleichzeitig und bedient von dort aus auch alle Samples. Der erste Song, den Gotye für „Making Mirrors“ aufnahm war „Eyes Wide Open“ und das war auch das erste Mal, dass er für eine seiner Platten die Drums live eingespielt hat. Dazu kommt Klavier und Bass, sowie einige Außenaufnahmen.

“Ich habe verschiedene Sounds auf dem Grundstück meiner Eltern aufgenommen – ich lief auf dem Weg entlang, die Frösche im Hintergrund – und die habe ich dann ganz dezent in einige Songs eingebaut. Auf „Don’t Worry, We’ll Be Watching You“ habe ich sogar die Atmosphäre der Scheune als Hintergrund verwendet. Das auffälligste Beispiel ist vermutlich der Winton Musical Fence. Da habe ich in einer windigen Nacht im Outback die Saiten an dem Zaun gespielt und mit einem tragbaren Kassettenrecorder aufgenommen. Daraus entstand die Bassline für „Eyes Wide Open.”

Der Song „State Of The Art“, mit seinem Dub-Sound und den gespenstischen, verfremdeten Sci-Fi Vocals, ist eine Hommage an seine Lowrey Cotillion Orgel – mit einem Text über ihre Tasten und Funktionen.

“Es ist faszinierend, wie sehr man an manchen technischen Geräten hängen kann. Ich meine, ich liebe diese Orgel!”, lacht Gotye. “Aber ich finde es auch interessant, dass diese Beziehungen zwischen den Generationen nicht halten. Einige Instrumente, die mal absolut fesselnd waren, sind für jüngere Leute oft altmodisch und überholt. Aber diejenigen, die sie damals als Avantgarde und Vorreiter der technischen Entwicklung erlebt haben, halten manchmal immer noch an diesem futuristischen Bild fest, das sie mal verkörperten. Manchmal scheint es, als würden wir unsere Träume in diese Maschinen einritzen; wir entwickeln merkwürdige persönliche Beziehungen zu ihnen, die aber durchaus wichtig sind.”

Ganz anders das fröhliche „I Feel Better“, das noch einmal den Motown-Sound der Single „Learnalilgivinanlovin“ von „Like Drawing Blood“ aufleben lässt, mit der Gotye damals seinen Durchbruch hatte. “Eines Tages bei der Heimfahrt hörte ich im Auto „Dancing In The Streets“ von Martha Reeves und dieser Song ist eine direkte Antwort darauf”, sagt Gotye. “Mir fiel auf, wie gewaltig das Tamburin auf der Aufnahme klingt – als wäre es die Hand Gottes, die es schlägt. Ich fand es cool, dass diese Wall-of-Sound von einem so kleinen Instrument wie einem Tamburin dominiert werden konnte. Ich kam also nach Hause und spielte einen Backbeat mit einem ähnlichen Tempo auf dem Tamburin und legte dann Unmengen von Reverb drauf. Dann setzte ich mich ans Klavier, quasi als Gegengewicht zu diesem Percussion-Track und innerhalb einer Stunde hatte ich „I Feel Better“ geschrieben.”

Mit der Single „Somebody That I Used To Know“, die ein wenig an Peter Gabriel erinnert, macht „Making Mirrors“ schon jetzt von sich reden. Es ist eine Kollaboration mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra und ist derzeit in den australischen Top 10. Nur wenige Wochen nachdem das großartige Video mit Stop-Motion und Body-Painting auf Youtube hochgeladen worden war, hatte es über 10 Millionen Hits und schaffte es auf Platz 1 der Hype Machine Twitter Charts. Wenn man den Song einmal gehört hat, lässt er einen für Wochen nicht mehr los.

In Australien trat Gotye zur Veröffentlichung von „Making Mirrors“ im August im Opernhaus von Sydney auf. Im Herbst folgt eine komplette Tour, auf der zum ersten Mal die komplette Musik live gespielt wird.

“Ich habe eine zehnköpfige Band und alle spielen mehrere Instrumente und singen”, sagt Gotye. “Das sind mit Abstand die bisher ambitioniertesten Shows. Ich benutze keine Backing-Tracks. Auch die Visuals werden live eingesetzt. In den letzten drei Monaten haben wir zweimal pro Woche geprobt und es ist sehr aufregend, weil es riskant ist. Bei jedem Song kann etwas schief gehen. Aber ich mache mir das Leben grundsätzlich nicht unbedingt einfach.”

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Wenn Gotye über sein neues Album „Making Mirrors“ spricht, dann redet er nicht von Songs, sondern von Sounds. Dann beschreibt er die unterschiedlichen Ventile, durch die die Streicher und Chöre auf seiner gebrauchten 100 Dollar-Lowrey Cotillion Orgel kreisen. Oder die Bassline, die er aus einem Sample vom Winton Musical Fence gebastelt hat – einer Installation im Outback von Queensland, Australien, bestehend aus fünf gewaltigen mit Zaunpfählen verbundenen Metallseilen und einer Echokammer. Vielleicht erwähnt er noch den alten taiwanischen Folksong, den er auf einer Cathay Pacific Promo aus den 1970ern gefunden hat und von dem er eine Passage gesampelt, verfremdet und schließlich mit türkischen Drumsounds kombiniert hat. Oder die einzigartigen, virtuellen Versionen von akustischen Instrumenten – z. B. von einer Chromaharp und einer Mbira – die durch penibles Sampeln jedes einzelnen Tons entstanden sind.

Beim Anhören von „Making Mirrors“ anhört, dann faszinieren vor allem die vielen Details. Man wird in eine Welt gezogen, wo jeder Augenblick wichtig ist. Das ist Popmusik, wie sie präziser nicht sein könnte, aber auch elektronische Musik, wie sie emotionaler nicht sein könnte. Das Album ist voller wirklich großer Songs mit großem Herzen und mit den unterschiedlichsten Elementen wie Dub, Motown Soul, PolitiPop, Synth-Folk und Weltmusik.

Gotye (sprich: Gauthier) kam in seinem Heimatland Australien erstmalig im Jahr 2006 mit seinem zweiten Album „Like Drawing Blood“ zu Ruhm und Anerkennung. Es war Album des Jahres beim Radiosender Triple J und 2008, bei seiner Veröffentlichung in Europa, dann auch bei iTunes. Erst kürzlich wurde es zu Australiens elftbestem Album aller Zeiten gewählt. In Großbritannien wurde „Like Drawing Blood“ zum Kulthit und in den Staaten machte es Furore, als Drew Barrymore sich unsterblich in die Single „Learnalilgivinanlovin“ verliebte und den Song gleich in mehreren ihrer Filme benutzte.

Bis zum Nachfolger „Making Mirrors“ dauerte es über zweieinhalb Jahre. Für die Arbeit an diesen zwölf fantastischen Songs verließ Gotye Melbourne und zog in eine Scheune auf dem fünf Hektar großen Grundstück seiner Eltern auf der Halbinsel Mornington, Victoria. Dort hatte er genug Platz für die stetig wachsende Anzahl an Instrumenten und für das Studioequipment. Außerdem konnte er unbehelligt zu jeder Tages- und Nachtzeit seine Klangexperimente machen und aufnehmen.

„Like Drawing Blood“ hatte er fast komplett aus Samples von alten Vinyl-Platten konstruiert. Diesmal setzte Gotye mehr auf physische und akustische Instrumente.

“Viele davon habe ich Note für Note gesampelt und sie so in virtuelle Instrumente umgewandelt”, erklärt er. “Es ist ein langsamer und manchmal anstrengender Prozess, aber er kann den Klang eines Instruments komplett verändern und auch die Art, wie man es spielt. Man kann heutzutage so viele virtuelle Instrumente online kaufen, aber das ist nicht annähernd so persönlich, wie wenn man sie selbst macht. Ich habe in einem Antiquitätenladen eine wunderschöne alte Chromaharp gefunden und sie so 'virtualisiert'. Danach klang sie mehr wie ein Hackbrett, wenn man es auf dem Keyboard spielt oder mit einer Software programmiert.”

Gleichzeitig wühlte Gotye sich weiterhin durch die Second Hand-Shops auf der Suche nach obskuren alten Platten zum Sampeln.

“Viele der Samples kommen von Exotica-Platten aus den 1950er und 60er Jahren”, sagt Gotye. “Les Baxter, Arthur Lyman, Esquivel, usw., das waren unfassbare Arrangeure und Produzenten und sie haben sehr gewagte Experimente gemacht, mit musikalischen Farben und mit dem gesamten Spektrum des Stereosound."

“Für „Bronte“, den letzten Song auf dem Album, habe ich ein Sample von Leo Addeo aus den 60ern genommen. Er hatte eine Exotica-Platte gemacht – Calypso hieß sie – mit haufenweise total verstimmten Steel Drums. Ein paar Passagen davon habe ich neu gepitcht und an den Obertönen geschraubt und so wurde ein richtig schöner, zarter Loop daraus, der aber von Klang her immer noch sehr eigenartig ist.”

Gotye ist Drummer und wenn er solo auftritt, dann spielt er Schlagzeug, singt gleichzeitig und bedient von dort aus auch alle Samples. Der erste Song, den Gotye für „Making Mirrors“ aufnahm war „Eyes Wide Open“ und das war auch das erste Mal, dass er für eine seiner Platten die Drums live eingespielt hat. Dazu kommt Klavier und Bass, sowie einige Außenaufnahmen.

“Ich habe verschiedene Sounds auf dem Grundstück meiner Eltern aufgenommen – ich lief auf dem Weg entlang, die Frösche im Hintergrund – und die habe ich dann ganz dezent in einige Songs eingebaut. Auf „Don’t Worry, We’ll Be Watching You“ habe ich sogar die Atmosphäre der Scheune als Hintergrund verwendet. Das auffälligste Beispiel ist vermutlich der Winton Musical Fence. Da habe ich in einer windigen Nacht im Outback die Saiten an dem Zaun gespielt und mit einem tragbaren Kassettenrecorder aufgenommen. Daraus entstand die Bassline für „Eyes Wide Open.”

Der Song „State Of The Art“, mit seinem Dub-Sound und den gespenstischen, verfremdeten Sci-Fi Vocals, ist eine Hommage an seine Lowrey Cotillion Orgel – mit einem Text über ihre Tasten und Funktionen.

“Es ist faszinierend, wie sehr man an manchen technischen Geräten hängen kann. Ich meine, ich liebe diese Orgel!”, lacht Gotye. “Aber ich finde es auch interessant, dass diese Beziehungen zwischen den Generationen nicht halten. Einige Instrumente, die mal absolut fesselnd waren, sind für jüngere Leute oft altmodisch und überholt. Aber diejenigen, die sie damals als Avantgarde und Vorreiter der technischen Entwicklung erlebt haben, halten manchmal immer noch an diesem futuristischen Bild fest, das sie mal verkörperten. Manchmal scheint es, als würden wir unsere Träume in diese Maschinen einritzen; wir entwickeln merkwürdige persönliche Beziehungen zu ihnen, die aber durchaus wichtig sind.”

Ganz anders das fröhliche „I Feel Better“, das noch einmal den Motown-Sound der Single „Learnalilgivinanlovin“ von „Like Drawing Blood“ aufleben lässt, mit der Gotye damals seinen Durchbruch hatte. “Eines Tages bei der Heimfahrt hörte ich im Auto „Dancing In The Streets“ von Martha Reeves und dieser Song ist eine direkte Antwort darauf”, sagt Gotye. “Mir fiel auf, wie gewaltig das Tamburin auf der Aufnahme klingt – als wäre es die Hand Gottes, die es schlägt. Ich fand es cool, dass diese Wall-of-Sound von einem so kleinen Instrument wie einem Tamburin dominiert werden konnte. Ich kam also nach Hause und spielte einen Backbeat mit einem ähnlichen Tempo auf dem Tamburin und legte dann Unmengen von Reverb drauf. Dann setzte ich mich ans Klavier, quasi als Gegengewicht zu diesem Percussion-Track und innerhalb einer Stunde hatte ich „I Feel Better“ geschrieben.”

Mit der Single „Somebody That I Used To Know“, die ein wenig an Peter Gabriel erinnert, macht „Making Mirrors“ schon jetzt von sich reden. Es ist eine Kollaboration mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra und ist derzeit in den australischen Top 10. Nur wenige Wochen nachdem das großartige Video mit Stop-Motion und Body-Painting auf Youtube hochgeladen worden war, hatte es über 10 Millionen Hits und schaffte es auf Platz 1 der Hype Machine Twitter Charts. Wenn man den Song einmal gehört hat, lässt er einen für Wochen nicht mehr los.

In Australien trat Gotye zur Veröffentlichung von „Making Mirrors“ im August im Opernhaus von Sydney auf. Im Herbst folgt eine komplette Tour, auf der zum ersten Mal die komplette Musik live gespielt wird.

“Ich habe eine zehnköpfige Band und alle spielen mehrere Instrumente und singen”, sagt Gotye. “Das sind mit Abstand die bisher ambitioniertesten Shows. Ich benutze keine Backing-Tracks. Auch die Visuals werden live eingesetzt. In den letzten drei Monaten haben wir zweimal pro Woche geprobt und es ist sehr aufregend, weil es riskant ist. Bei jedem Song kann etwas schief gehen. Aber ich mache mir das Leben grundsätzlich nicht unbedingt einfach.”

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