Lea Ackermann erzählt ihren ungewöhnlichen Lebensweg. Als Bankkauffrau entscheidet sie sich, Nonne zu werden, um im Auftrag des Missionsordens der "Weißen Schwestern" in Afrika zu arbeiten. Sie beschreibt die Sprachlosigkeit und das Unverständnis ihrer Eltern, Freunde und Kollegen, aber auch Bewunderung und Unterstützung.
Die LeserInnen nimmt sie mit auf ihre Reisen nach Kenia, Ruanda und auf die Philippinen. Sie schildert politisch-geschichtliche Hintergründe und gibt geographische Einblicke in die Schönheit von Natur und Tierwelt. Sehr plastisch beschreibt sie die Mühen ihrer Arbeit: unwegsame Straßen, Fahrten, eingepfercht auf der Ladefläche eines Lastwagens, die Gefahren einer Streetworkerin in den Elendsvierteln Mombasas und ihren Kampf mit Behörden und Polizei.
Die LeserInnen werden mit Einzelporträts entrechteter Frauen konfrontiert, die über Lea Ackermann versuchen, Prostitution und Menschenhandel zu entkommen. 1985 gründete die Ordensfrau in Kenia das Hilfswerk "Solwodi", das sich für die Rechte der durch Prostitution ausgebeuteten Frauen einsetzt und inzwischen zu einem internationalen Netzwerk geworden ist. Das Buch ist neben Reportage und Reisebericht zugleich Anklageschrift und Aufruf zum Kampf gegen den Menschenhandel.
Lea Ackermann nennt die Schuldigen beim Namen; denn es herrscht ein enger „Konnex zwischen Militär und Prostitution“. Überall in der Dritten Welt werden Bordelle für amerikanische Soldaten eingerichtet. Die Verbreitung des tödlichen HIV-Virus hat hier seine Wurzeln.
Lea Ackermann spricht Klartext auf Seite 213: „Zwar dementiert das Bundesverteidigungsministerium gebetsmühlenartig, dass sich deutsche KFOR-Soldaten im Kosovo Zwangsprostituierte kaufen. Aber es ist ein offenes Geheimnis, so die Menschenrechtsorganisation amnesty international 2004, ‚dass es die Angehörigen der multinationalen Friedenstruppen und der internationalen Verwaltung sind, die durch ihre Nachfrage und ihre finanziellen Mittel den Menschenhandeln auf dem Balkan massiv fördern.’“ (…) Lea Ackermann: „Unglaubliche Vorkommnisse in einem Krieg, der geführt wurde zum Schutz vor menschenverachtender Verfolgung.“