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Gotteswahrnehmung: Wege religiöser Erfahrung
 
 
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Gotteswahrnehmung: Wege religiöser Erfahrung [Gebundene Ausgabe]

Jörg Zink
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 2 (20. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579064797
  • ISBN-13: 978-3579064796
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 173.049 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg Zink
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Soll es für unsere Kirche noch etwas anderes geben als ein Beharren auf dem gegenwärtigen Stand des Nachdenkens und das allmähliche Absinken in die Bedeutungslosigkeit, so wird sie dem Suchen und Bemühen nach religiöser Orientierung anders als mit ihrer eingeübten Rechthaberei begegnen müssen. Unsere Kirche sollte nicht meinen, sie könnte diese Phase der bunten Religiosität aussitzen. Sie wird für sich selbst und für die Menschen dieser Zeit eine am Evangelium orientierte Spiritualität finden müssen, die Phänomene wie die religiöse Erfahrung einschließt. Das Thema ist gestellt. (Jörg Zink )

Kurzbeschreibung

Hören, was das Evangelium zu sagen hat

- Eine Theologie der religiösen Erfahrung
- Dem mystischen Grundvertrauen der Seele auf der Spur
- Das neue große Buch eines der bedeutendsten Protestanten unserer Zeit

Die moderne Naturwissenschaft zeigt uns eine immer rätselhafter werdende Wirklichkeit. In seinem neuen bahnbrechenden Buch zeigt Jörg Zink, welche Konsequenzen das für die moderne Theologie hat. Der große Theologe begibt sich auf den Weg der religiösen Erfahrungen und zeigt, wo es Auswege gibt, um die Wirklichkeitsferne des Glaubens zu überwinden und dem Geist Gottes wieder mehr Raum zu geben.


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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gott erfahren 8. Juni 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Schon länger versucht Jörg Zink in seinen Büchern den Protestantismus für die religiöse Erfahrung zu öffnen. In seinem neuen Buch tut er dies mit sage und schreibe über 160 Zitaten verschiedenster religiöser Stimmen aus aller Welt. Obwohl es sich hierbei um Perlen der Geistesgeschichte handelt, sind sie in dieser Anhäufung vielleicht zu viel des Guten.

Zink geht es nicht um religiöse Nabelschau. Darum erinnert er an das radikale Umdenken der Christen im 20. Jahrhundert: Es ging um gewaltlose Wege zum Frieden, um globale Gerechtigkeit und um den Schutz der Biosphäre vor der menschlichen Zivilisation". Er registriert bitter, dass dieses Umdenken zu wenig konkrete Wirkungen zeitigt, weil die bisherige kirchliche Praxis ihr keine Glaubwürdigkeit verleiht. Nun sieht er ein viertes großes Thema, das zum Umdenken zwingt: Die Allianz der Religionen. Damit geht er weit über den bloßen Dialog hinaus, der nicht nur Kirchenleitenden noch immer schwer fällt. Er will auch mehr als karitative oder diakonische Zusammenarbeit, was vielfach an der Basis bereits geschieht. Es geht ihm um gemeinsame religiöse Erfahrungen, die ein für alle Mal die unheilvolle und gewalttätige Konkurrenz der religiösen Systeme überwindet. Darum nimmt er religiöse Erfahrungen seit der Steinzeit ernst. Er sieht sie nicht nur in den alten mythischen Erzählungen, sondern auch in gegenwärtigen weltweit kommunizierten Erfahrungen, die man früher allenfalls Ethnologen überlassen hatte. Im Dialog mit Grenzerfahrungen der Naturwissenschaft wird auch die Lektüre der Bibel wieder aktuell. Sie ist ja nicht nur eine mehr oder weniger historische Sammlung von Geschichten, sondern in seiner schönen Formulierung eine Lichterkette weitergesagter Gotteserfahrungen". So kommt selbst das Alte Testament wieder zu Ehren. Zink muss die Bibel nicht wörtlich nehmen, sondern bringt die hinter den Worten liegende Erfahrung zu sprechen. In diesem Sinn kann er auch die Auslegungsgeschichte der Bibel aufwerten: Die Reformation wollte auf die Heilige Schrift allein gründen, nicht auf die Tradition der Kirche. Inzwischen kann man wissen, dass das gar nicht geht. Die Heilige Schrift ist selbst das Dokument einer starken und lebendigen Tradition. Und sie kommt zu uns nie direkt, sondern immer über ihre eigene Wirkungsgeschichte in zweitausend Jahren." (S. 83)

In einem zweiten Teil analysiert Zink Urerfahrungen des Menschenlebens". Er setzt sich auseinander mit der Einsamkeit des Seins und der Sinnlehre, mit Erfahrungen des Liebens und Geliebtwerdens, mit dem Schock des Todes und der Erfahrung des Nichts. Er überdenkt das Wesen des Heiligen, die Suche nach Wegen und Zeiten, weicht auch nicht aus vor der Übermacht des Elends, des Verfehlten und des Bösen. All dies will im Mitleiden aufgefangen sein". (S. 145)

In seinem dritten Teil beschäftigt er sich mit allerlei Erfahrungen zwischen Innenschau und Ekstase". Von der protestantischen Theologie vernachlässigte Bereiche wie Träume, Trance, Vorauswissen, Fernwissen, Vision und Ekstasen werden von ihm positiv und sensibel angenommen. Wann hat man schon in jüngster Zeit bei einem evangelischen Theologen etwas über die Emanuel Swedenborg oder Theresa von Avila gelesen? Immer wieder scheut Zink sich nicht, stärker noch als früher ganz persönliche Erfahrungen einzubringen.

In einem vierten Teil fragt er Wie Gott in unsere Nähe kommt und wir ihn als gegenwärtig erfahren". Die von vielen Christen als schwierig empfundene Lehre von der Dreieinigkeit ist bei ihm nicht länger eine Lehre über Gott, sondern über die Weise, wie wir Menschen ihn zu erfahren bekommen." Sie beschreibt Gott wie einen Strom in drei Armen". Das Schlüsselwort für das Ankommen Gottes aber ist der Heilige Geist", die bewegende Kraft, mit der Gott aus seiner Verborgenheit zu uns Menschen kommt. Zu den vielen Zitaten kommen nun noch etliche aus der Bibel hinzu. Dabei ist ihm klar, dass auch diese Sätze Deutungen einer Erfahrung von Wahrheit sind". (S. 305 )Sie können deswegen niemals absolut gesetzt werden.

In einem fünften Teil macht Zink ganz praktische Vorschläge wie wir fähig werden können, aus Erfahrung zu leben". Man spürt dem Verfasser ab, dass er kein Theoretiker bleibt. Er beginnt sein Tagwerk seit über fünfzig Jahren morgens um vier Uhr mit einer halben Stunde Meditation. Danach kann er drei oder vier Stunden ungestört seine Arbeit tun: Lesen, schreiben, nachdenken. Nicht jeder wird eine solche Disziplin aufbringen, aber vielleicht eine andere gute Lösung für sich finden. Auch hier ist Zink nicht dogmatisch oder moralistisch.

Die immer wieder anklingende Auseinandersetzung mit seinen theologischen Lehrern, die jegliche Mystik verdammten, mag Jüngeren überholt erscheinen. Wichtiger ist heute vielleicht, dass er die religiöse Erfahrung nicht den Esoterikern überlassen möchte. Denn diese letzte Gotteserfahrung ist die, dass uns im Zuge unserer Meditation zuwächst, was das Evangelium zeigt: Befreiung, Entlastung, Heilung, Ermutigung, Befähigung." (S. 350) Nicht zufällig überlässt er einer einfachen Bäuerin aus der Bretagne das letzte Wort: All mein Gut ist Gott allein. Wie er in mir ruht, so ruhe ich in ihm". (S. 352)
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Ort Gottes sein. 19. Mai 2009
Von Fleischer, Christoph TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Jörg Zink wäre nicht als Schriftsteller so bekannt, wenn er nicht schon von seiner Übersetzung des Neuen Testaments an (1965) als Meister der Formulierung bekannt wäre. Diese Fähigkeit hat er nun im 87. Lebensjahr erneut unter Beweis gestellt. Er scheint, was das Künstlerische angeht mit Marc Chagall und Miro ein einer Ebene zu liegen, die im hohen Alter ihre klarsten und schönsten Bilder zu malen vermochten. Zink malt Bilder der Sprache. Doch Zink wäre nicht der, der er ist, wäre er nicht ebenso gut ein Sammler kluger und interessanter Worte, die er in diesem Band mit den eigenen Worten zusammenführt, die aus Gedanken, Texten und Erfahrungen seines eigenen Lebens stammen. Und Zink wäre nicht Zink, wenn er dabei nicht genauso den Mut und die Kraft hätte, neue Wege der Gedanken und der Formulierungen zu beschreiten. Dieses Buch ist ebenso gemäß der schriftstellerischen Tradition des Autors an einfache Gemeindeglieder gerichtet, wie an hauptamtliche Theologinnen und Theologen, ja wenn nicht sogar überhaupt an religiös interessierte und fragende Zeitgenossen. Exemplarisch für jeden, der aufgerufen ist, sich die eigene Erfahrung selbst zu bewerten, legt er einen eigenen Entwurf vor, eine eigene Antwort auf die Frage nach dem Sinn und lädt die Leserinnen und Leser ein, keinesfalls eine gute oder schlechte Zink-Kopie zu werden, sondern sich genauso den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zu stellen. Damit ist Religion niemals mehr ein Besitz exklusiver Wahrheit. Jörg Zink erinnert daran, dass jeder selbst religiöse Erfahrungen macht und verdeutlicht dies an eigenen persönlichen Beispielen. Er stellt sich der Herausforderung, in der Rede von Gott Stellung zu beziehen. Dabei kann er Zeugnisse anderer Religionen genauso einbeziehen wie Traditionen der Bibel, der christlichen Kirche wie der Mystik. Das Mittel der Religion ist jeweils die eigene persönliche Intuition, ein Gefühl für das, was uns Menschen angeht und im Leben und Sterben Halt gibt, oder, das woran wir uns festhalten können. Ein sterbender Papst (Johannes Paul II.) steht für ihn in ökumenische Weite als ein 'Bruder der Schwachen", fast wie das Bild des Gekreuzigten selbst. Auch Mutter Theresa offenbarte, dass sie jahrelang nur zu einem schwachen Glauben in der Lage war. Die Schriften der Mystiker haben es ihm besonders angetan, hat er doch schon als junger Soldat im Kriegseinsatz ein Buch von Meister Eckart gelesen. Das alltägliche Leben wird so ein Feld religiöser Erfahrung, was auch an einzelnen Beispielen erläutert wird. Daher ist klar, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, dass aber diese eine Wirklichkeit Dimensionen enthält, die für den Einzelnen unfassbar sind. Jede Erfahrung, jeder Gedanke wird zu einem Teil der Wirklichkeit. Gott und die Welt können und dürfen nicht als voneinander getrennt wahrgenommen werden. So sind es menschliche Gedanken, in denen wir die Stimme Gottes erkennen und Gott so als Stimme unserer Seele erfahren können. Vielleicht ist die Seele der Ort, an dem Gott uns nahe kommt und zu uns spricht. Wer im Leiden und in der Not und in der Verzweiflung trotzdem einen Rest Grundvertrauens bewahrt, kann darin Gottes Nähe erkennen. Eine kleine Abfolge von Übungen zur Achtsamkeit schließt dieses Buch ab. Der reichliche Zitatenschatz wird durch ein Quellenverzeichnis belegt und lädt zum Weiterlesen ein. Obwohl ein Sachbuch liest es sich so spannend wie ein Roman.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Alles Reden muss durch Schweigen ausbalanciert werden. Alles Wissen muss durch Nichtwissen relativiert werden. Ohne diesen Ausgleich wird Religion unweigerlich arrogant, ausgrenzend und sogar gewalttätig. Alles Licht muss austariert werden durch Finsternis und jeder Erfolg durch Leiden. Der Heilige Johannes von Kreuz nannte dies die 'leuchtenden Dunkelheit', der Heilige Augustinus das 'österliche Geheimnis' oder das 'notwendige Pessach' und Katholiken proklamieren es bei jeder Eucharistiefeier ausdrücklich als das Geheimnis des Glaubens: Tod und Auferstehung gehören zusammen. Aber dieses Axiom ist nur selten der reale Kern unserer Existenz".

Das schreibt der amerikanische Franziskanerpater Richard Rohr in seinem neuen Buch "Pure Präsenz", das bei Claudius erschienen ist. Ähnlich wie Rohr, doch für den theologischen Laien und den spirituell noch eher ungeübten Leser will auch der große protestantische Theologe Jörg Zink in seinem wunderbaren Alterswerk "Gotteswahrnehmung" seine Leserinnen und Leser auf mystische "Wege religiöser Erfahrung" mitnehmen und ihnen zeigen, wie christlicher Glaube in der heutigen Zeit wieder lebendig werden kann.

Zink hat es in seinen Büchern immer wieder verstanden, die aktuellen Krisen, auch und gerade die ökologische, die er als einer der ersten Theologen ähnlich wie der unvergessene Günter Altner reflektiert hat, der Gesellschaft und unsere Welt zusammenzubinden mit der christlichen Tradition. Das tut er auch im neuen Buch, wenn er unter dem Titel "Die Zukunft hat etwa mit uns vor" beschreibt, "was im 20. Jahrhundert für die Kirche am dringendsten war und was im 21. sein wird."

Besonderen Stellenwert gibt er dem interreligiösen Dialog. Denn es habe keinen Sinn, die anderen Religionen, die uns im eigenen Land immer näher kommen und dabei immer wieder unter Christen auch Ängste auslösen (Bsp. Islam), als Gegner zu sehen und ihnen die Wahrheit und ihr Recht abzusprechen. In Bezug auf und in der Reflexion der mystischen Traditionen dieser Welt beschriebt er eindrücklich die sechs Urerfahrungen des Menschenlebens.

· Die Einsamkeit des Seins und die Sinnleere
· Die Erfahrung des Wunderbaren: des Liebens und des Geliebtwerdens
· Der Blick in den eigenen Abgrund und die lähmende Wahrheit
· Der Schock des Todes und der Sturz ins Nichts
· Das Berührtsein vom Heiligen
· Dunkelheit und Finsternis

Nachdem er dann "allerlei Erfahrungen zwischen Innenschau und Ekstase" beschrieben hat, geht er der Frage nach "wie Gott in unsere Nähe kommt und wir ihn als gegenwärtig erfahren" um schlussendlich zu überlegen, "wie wir fähig werden können, aus Erfahrungen zu leben."

Es ist ein wunderbares Buch, ein großes Stück religiöser und spiritueller Literatur, das man allen aufrechten und zweifelnden Christen und religiösen Menschen ebenso empfehlen kann, wie den professionellen Theologen. Wenn die Kirchen diese Tiefendimensionen des Glaubens nicht wieder entdecken und in ihre liturgische Praxis genauso wie in ihre Lehre aufnehmen, werden sie im 21. Jahrhundert wenig Zukunft haben
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