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Gottesgedanken: Ihre Wurzeln und ihre Wirkung
 
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Gottesgedanken: Ihre Wurzeln und ihre Wirkung [Gebundene Ausgabe]

Bert Hellinger
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"In diesem Buch vertieft und verbreitert Hellinger seine religiös-philosophischen Überlegungen. In loser Folge sind es Texte von 1 – 2 Seiten Länge, die er seinen LeserInnen zum Nachdenken gibt. Der Inhalt lässt sich im Rahmen einer Rezension nicht wiedergeben.

Das Buch ist gut verständlich in bildhafter Sprache, nicht als wissenschaftliches Werk verfasst. Es entspringt dem Denken und Wissen des Autoren.

Für die Erwartung der LeserInnen, die ja den Namen und die damit verbundenen Inhalte des Autoren kennen, wird es keine Überraschung sein, denn es scheint vielmehr als würde Hellinger in diesem Buch zum Kern seiner Überzeugungen mehr sagen als in manchen Vorläufern. So ist dieses Buch sinnvoll für alle die Hellinger kennen und an einer Vertiefung solcher religiöser philosophischer Fragestellungen schon länger ein Interesse hatten. Ganz ähnlich wie die „Gedanken unterwegs“ ein schön gemachtes Buch, inhaltlich ansprechend für Hellinger-Fans oder solche die es werden wollen." (www.pflegedialog.de, Dr. med. U. Gonther, Ltd. Oberarzt )

Kurzbeschreibung

Über die Wirkung von Gottesbildern in unserer Seele

Welche Gedanken und Bilder machen sich Menschen von Gott?
Wo kommen diese Gedanken und Bilder her und was bewirken sie
in uns und unserer Umgebung?

Bert Hellinger setzt sich in seinem neuen Buch mit den erfahrbaren Wurzeln und Wirkungen dieser Gedanken und Bilder auseinander, überprüft sie und beschreibt sie in 110 kurzen Texten. Dies ist ein mutiges Buch, eine Religionsphilosophie, die schonungslos aufklärt und dennoch ehrfürchtig bleibt.

Über den Autor

Bert Hellinger, Jahrgang 1925, studierte Philosophie, Theologie und Pädagogik. Er war katholischer Ordenspriester und Schulleiter in Südafrika. Hellinger studierte alle bedeutsamen Therapiesysteme wie das von Perls, Janov oder Berne, um seinen eigenen Ansatz zu entwickeln. Seine Einsichten in die Gesetzmäßigkeiten, nach denen Familienmitglieder miteinander verbunden sind und sich verstricken, führten in den 80er Jahren zur Entwicklung der systemischen Familientherapie und leiteten damit den Beginn des wirksamsten und populärsten Therapiesystems der letzten zwei Jahrzehnte ein.

Auszug aus Gottesgedanken von Bert Hellinger. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einführung

Der Titel dieses Buches Gottesgedanken ist mehrdeutig. Einmal könnten die Gottesgedanken nahe legen, es ginge hier um meine Gedanken über Gott, so als würde ich mir herausnehmen, über ihn etwas zu wissen oder sagen zu können.
Es geht mir in diesen Texten in erster Linie darum, welche Gedanken und Bilder sich Menschen von Gott machen, aus welchen verborgenen Quellen sie diese Gedanken schöpfen, und was sie in der Seele des Einzelnen und zwischen den Menschen bewirken. Ich setze mich also den erfahrbaren Wirkungen dieser Gedanken aus und beschreibe sie. Daher bleibe ich mit meinen Gedanken innerhalb der allen auf gleiche Weise zugänglichen Erfahrung.
Vor allem aber sind diese Gedanken keine Gottesgedanken in dem Sinn, als seien sie vielleicht sogar die Gedanken Gottes, denn auch das könnte der Titel vom Wort her bedeuten. Ich bin mir der Grenzen meiner Gedanken bewusst, denn wie könnten sie auch nur annähernd dorthin reichen, was wir in jeder Hinsicht als uns verborgen und unzugänglich erfahren. Alle »Gottesgedanken« in diesem Buch bleiben daher Menschengedanken.
Jeder dieser Texte ist eigenständig. Um den Überblick zu erleichtern, habe ich sie in eine Ordnung gebracht und in zwei Hauptkapiteln zusammengefasst:
Gott – Mensch.
Doch beziehen alle Texte immer beide Dimensionen mit ein.
Um was es mir in diesem Buch geht, hat Rainer Maria Rilke in einem Gedicht auf den Punkt gebracht:

... Ich kreise um Gott,
um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht:
bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Januar 2004
Bert Hellinger

»Höre mein Herz ...«
Auf was hört unser Herz? Auf den Rhythmus des Lebens und auf den Rhythmus der Liebe. Es schlägt in diesem Takt. Wenn wir gesammelt sind, hören wir mit unserem Herzen diesen Rhythmus, schwingen mit und sind mit ihm im Einklang.
Doch das Herz hört noch weiter. Rilke sagt: »Höre mein Herz, wie sonst nur Heilige hörten: dass sie der riesige Ruf aufhob vom Boden.« Viele, die diesem Ruf folgen, lassen alles andere hinter sich und leben fortan in einer anderen Dimension. Sind sie damit dem Leben und der Liebe fern?
Auch wenn wir ihnen vielleicht nicht folgen wollen, ohne sie wären wir arm und beschränkt, wie zurückgeblieben. Sie wirken in unser Leben herein, oft nur als Ahnung. Wir hören sie während unseres Tagwerks wie Hintergrundmusik und sind so weniger auf uns allein und auf das vor uns liegende Nahe bezogen. Durch sie hören wir »die ununterbrochene Nachricht«, die in allem wie ein fernes Echo widerhallt und uns in unserer Enge auf mehr hören und auf mehr warten lässt, als uns im Augenblick in Anspruch nimmt.
Auch hört man nur mit dem Herzen gut. Das heißt: Nur wenn wir mehr vernehmen, als unsere Ohren hören, wenn wir mit etwas mitschwingen, das sich im Klang verbirgt, hören wir das Eigentliche. Nur wer auch mit dem Herzen hört, versteht.
Hören wir auch Gott? Wer darf es bejahen? Wer darf es verneinen? Vielleicht genügt es, wenn wir in allem Tun, in allem Lieben, zugleich etwas anderes, etwas Fernes, vernehmen, das uns getrost sein lässt, was immer uns im Einzelnen begegnet und uns vielleicht aufwühlt, manchmal auch bedrückt, herausfordert oder zurückhält.
Rilke sagt von der »ununterbrochenen Nachricht«, dass sie »aus Stille sich bildet«. In der Stille hört das Herz das Eigentliche, vorausgesetzt, dass es sich allem öffnet, wie es ist. Das offene Herz, das weite Herz, das liebende Herz hört wirklich.
Vielleicht hört es dann in allen Dingen auch Gott.

»Endlich«
»Endlich« sagen wir, wenn etwas zu Ende gekommen ist, zum Beispiel ein langes Warten auf ein freudiges Ereignis. Wir sagen dann: »Endlich ist es soweit.« Dieses »Endlich« ist die Erfüllung einer lang gehegten Hoffnung, auch einer langen Vorbereitung, oft vielleicht unterbrochen von Zweifeln, ob es wohl gelingen wird. Und dann haben wir endlich die Gewissheit: »Jetzt ist es soweit«.
Doch wie geht es uns, wenn es endlich soweit ist? Manchmal lässt die Spannung nach und wir sind versucht, beim endlich Erreichten zu verweilen, es als ein Ende statt auch als einen Anfang zu sehen, nach dem es erst richtig losgeht, wie zum Beispiel wenn nach der Schule das Berufsleben beginnt und nach der Hochzeit die Kinder kommen. Hier wird das »Endlich« zur gesammelten Kraft, wie wenn der Startschuss fällt für das nun endlich Fällige.
»Endlich« sagen wir auch, wenn etwas überstanden ist, zum Beispiel eine Prüfung oder eine Krankheit, oder wenn wir an ein Ziel gekommen sind und wenn die Arbeit getan ist. Wir atmen auf und kommen zur Ruhe, sagen vielleicht: »Endlich ist Feierabend, endlich können wir uns etwas anderem widmen.« Oder wir sagen: »Endlich haben wir Urlaub.« Bei diesem »Endlich« entspannen wir uns, machen endlich Pause und sagen: »Endlich ist es vorbei.«
Doch wirklich vorbei sein kann etwas nur, wenn wir zugleich nach vorn schauen, auf das Nächste hin, das notwendig wird. Denn in der Entspannung sammeln wir neue Kräfte auf neue Ziele und Aufgaben hin. So wechseln das eine »Endlich«, dass es vorbei ist, und das andere »Endlich«, wann geht es wieder los, sich einander ab, sind sogar manchmal ein und derselbe Vorgang, nur aus einer jeweils anderen Blickrichtung betrachtet.
In jedem »Endlich« liegt etwas Befreiendes: Das eine ist vorbei und das andere kann kommen. Und so leben wir von »Endlich« zu »Endlich«, wachsen von »Endlich« zu »Endlich«, werden weiter und reicher von »Endlich« zu »Endlich« und erfahren uns endlich vollendet und voll. Vielleicht hört in dieser Erfüllung das »Endlich« endlich auf und kommt zur Ruhe.
So ähnlich stelle ich mir das Göttliche vor, allerdings nur in meinen Gedanken und im Gefühl, denn wie sollte ich hier wirklich etwas wissen. Ich stelle mir vor, es ist einerseits in unaufhörlicher Bewegung und andererseits unendlich still. Es bleibt in allem Werden ein und dasselbe, ist Anfang und Ende zugleich.

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