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Gottes verbotene Worte
 
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Gottes verbotene Worte [Gebundene Ausgabe]

Alfred Pfabigan
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1. Aufl. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821816392
  • ISBN-13: 978-3821816395
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.014.383 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Kain und Abel streiten sich um den Besitz der eigenen schönen Schwester, Marias Jungfräulichkeit wird überprüft, der kleine Jesus läßt einen Spielkameraden verdorren und töten einen anderen mit bloßen Worten, Joseph zieht Jesus am Ohr - diese und andere Ungeheuerlichkeiten, Überraschungen und Widersprüche sind geschöpft aus dem riesigen Fundus jüdisch-christlicher Überlieferung, der nicht in die Bibel aufgenommen wurde.
Alfred Pfabigans "andere Bibel", die in Aufbau und Tonfall dem Buch der Bücher folgt, mit Schöpfung und Sündenfall beginnt, Psalmen und Sprüche bietet, Prophetenbücher, Evangelien, Apostelgeschichten, Briefe, und mit einer Apokalypse endet, steckt wie ihr Vorbild voller spannender, rätselhafter, drastischer und sinnlicher, ja auch amüsanter Geschichten. Pfabigan holt die von ihm kunstvoll montierten, heute mit dem Bann belegten Apokryphen, die zu ihrer Zeit häufig einflußreicher waren als die biblischen Varianten, aus der Vergessenheit hervor.

Über den Autor

Alfred Pfabigan, geboren 1947, unterrichtete Politikwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaften in Lancaster PA, Salzburg und Czernowitz. Er ist heute Professor am philosophischen Institut der Universität Wien.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Liste des Inhalts 8. Mai 2010
Dieses Buch enthält folgende Schriften außerhalb des Kanons:

Altes Testament
- Das Buch Ephraim
- Das Buch Adam und Eva
- Das Erste Buch Abraham
- Das Zweite Buch Abraham
- Das Erste Buch Joseph
- Das Zweite Buch Joseph
- Das Buch Artapanus
- Das Testament Hiobs
- Das Testament Salomos
- Das Buch Judith
- Das Buch der Alexandriner
- Die Lieder Salomos
- Die Sprüche der Väter
- Des Propheten Hesekiel Buch vom Jüngsten Gericht
- Die Offenbarung des Baruch

Neues Testament
- Das Evangelium nach Jakobus
- Das Evangelium nach Thomas dem Israeliten
- Das Evangelium nach Nikodemus
- Das Evangelium nach Thomas dem Zwilling
- Das Evangelium nach Bartholomäus
- Das Evangelium nach Barnabas
- Das Erste Buch der Apostelgeschichten
- Das Zweite Buch der Apostelgeschichten
- Das Dritte Buch der Apostegeschichten
- Der Brief des Abgar an Jesus und Jesu Antwort
- Der Brief des Petrus an Jakobus
- Der Brief des Jakobus an den Sohn des Kerinthos
- Die Briefe des Seneca und des Paulus
- Der Brief des Abtalion
- Die Offenbarung des Petrus

.....ist schon erstaunlich, was für ein gestutztes, geformtes, im Grunde zutiefst manipulatives Produkt die heutige Bibel ist - insbesondere die Unterdrückung der 'Lieder Salomos' oder des Thomasevangeliums wirft ja ein fragwürdiges Licht auf all die Menschen (Männer) die damals die Macht besaßen, ein Buch allein nach ihrem Willen zu gestalten, ungeachtet anderer möglicher Sichtweisen auf Jesus bzw auf die Ereignisse des 'Alten Testaments'. So müssen wir alle schon seit Jahrtausenden mit einer ganz gezielten Interpretation der Dinge leben, die im Grunde nur einen Zweck hatte, 'Ungläubige' und Andersgläubige auszugrenzen (es sei denn sie ließen sich 'bekehren') bzw sie auf ewig zu verdammen (und damit auch Gewalt gegen sie zu 'rechtfertigen'). Mit der eigentlichen Botschaft von Jesus, in der es um Liebe und Vergebung geht, und garantiert nicht um ewige Verdammnis bei versäumter Taufe im Namen der Dreifaltigkeit (die ein reines Konstrukt der frühen katholischen Kirche bzw ihrer Intellektuellen war), hat das alles nichts zu tun. Daher ist es sehr bewusstseins-erweiternd, mal zu erleben (erlesen), wie groß und vielfältig, teilweise widersprüchlich (wie das Leben selber) der christliche Glaube am Anfang noch war, wieviel Leidenschaft und Phantasie noch mit im Spiel waren, bis er zu einem archaischen Opferlamm-Kult und einer subtilen Verdammnis/Angst-religion verdorrte. Denn im Grunde wäre fast niemand ein 'frommer Christ' (oder frommer Anhänger einer der vielen anderen Religionen, die im Grunde genau so funktionieren), wenn die Drohung der 'ewigen Verdammnis' nicht immer als unsichtbarer Elephant mit im Raum stünde, während viele hübsche Worte über Liebe, Güte und Glauben gepredigt werden, die aber im Grunde nicht der wahre Grund sind, warum die meisten Menschen sich als 'Christen' bezeichnen. Die Angst bindet uns an unseren Glauben. Und diese Angst ist über die Jahrtausende hinweg fester Teil des kollektiven Unbewussten geworden, durch immer neues Einhämmern basierend auf den Interpretationen und Verfälschungen und Auslassungen einer ganz bestimmten Gruppe von Männern. Dass es bei Jesus ursprünglich nur um Liebe ging, das reichte ihnen eben nicht, damit läßt sich keine Macht ausüben und kein Reichtum anhäufen.

Denn was haben all die schönen Worte die übrig blieben eigentlich gebracht, wenn mindestens so viele Menschen wegen der Bibel (bzw anderer dogmatischer Anthologien) zerstört wurden, wie gerettet wurden? Was oder wem nützen die positiven Botschaften der Bibel wenn auch gleichzeitig eine Botschaft der Angst, eine klare Höllendrohung mitschwingt? Was nützt es einem am Boden liegenden Menschen wenn ich positive, liebevolle Worte spreche die ihn ermuntern aufzustehen, und ihm gleichzeitig meine Hand auf den Kopf lege und ihn runterdrücke? Im Grunde ist die heutige Bibel so eine zerstörerische Form der 'Hilfe' die genau so viel kaputt gemacht hat und immer noch macht, wie sie aufgebaut hat und aufbaut. Für den Einzelnen und die Gesellschaft bzw für die Welt als Ganzes. Wer die Botschaft der Liebe predigt und, wenn auch subtil, zugleich die Botschaft der ewigen Finsternis für den 'der nicht glaubt', der predigt nicht die Botschaft der Liebe. Der öffnet den vielen Formen der Gewalt und der Zerstörung Tür und Tor.

Eigentlich sollte man nicht nur diese verdrängten Texte der Bibel sondern alle religiösen Texte der Welt in einem (imaginären) Buch zusammen veröffentlichen, denn erst das wäre das wahre 'Wort Gottes', der so grenzenlos ist, wie das Universum selber.
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
>"Apocrypha", schrieb Luther, "sind Bücher, so der heiligen Schrifft nicht gleich gehalten/vnd doch nützlich vnd gut zu lesen sind" - und schloss eine Reihe von Büchern aus der Bibel aus, die in katholischen Büchern bis heute zu finden sind.
Was die nach Entstehung, Absicht und Rang vielfältigen Brosamen und verworfenen Bücher zu "der" Bibel heute im Stand der Unbekanntheit hält, ist nicht mehr die Ablehnung durch Autoritäten, eher schon eine Religionswissenschaft, die jede "eingreifende" Redaktion verweigert. Nur der Kulturwissenschaftler Alfred Pfabigan fabriziert in "Gottes verbotene Worte" (erweiterte Neuausgabe der "Anderen Bibel" von 1991) in biblischem Ton, aber modernem Geist genüsslich eine Alternativ-Offenbarung aus 30 Quellen: vom "Buch Ephraim" über sechs "Evangelien" bis zu einer Korrespondenz von Seneca und Paulus nebst einem Brief Christi. Da werden klaffende Lücken (was tat Jesus als Kind?) gefüllt, Streitfragen erklärend gelöst, die Apokalypse "up to date" gebracht. Dass Pfabigan einer verdrängten Volkskultur zum Wort verhelfen will, ist hinzunehmen oder auch nicht.
Pfabigans Absichten hin oder her - wer seinen "Reader's Digest" kritisch liest, lernt große Teile der apokryphen Literatur in lesbarer Form kennen. Und das lohnt sich.
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