Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2000
Mit so gelehrtem wie angestrengtem Witz verreißt der Rezensent Friedrich Wilhelm Graf auf nachgerade höhnische Weise das in einer "vollständig überarbeiteten" Neuauflage erschienene Buch des Freiburger Fundamentaltheologen Hansjürgen Verweyen. Ohne sich wirklich auf die Argumente und Thesen einzulassen, konstatiert er nur, dass die alte Kontrast-Methode, die Größe Gottes durch den Beleg der Nichtigkeit des Menschen zu belegen, hier erfolgreiche Anwendung finde. Nichtig sei nämlich dieses Buch, "verquast" der Text, eine wahres "ens imperfectissimum" und nichts als "existenzieller Lesefrust" die Folge. Man traut seinen Augen kaum: die feine FAZ-Art des Rezensierens ist das nicht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Sätze wie ,das ist mein letztes Wort rufen heute nur noch Kopfschütteln hervor es sei denn, sie stehen im Testament eines Verstorbenen. Kann angesichts des berechtigten Pluralismus unserer Zeit das ,Ein-für-allemal Jesu Christi dann überhaupt nochmals als das Wort eines Lebenden vertreten werden? Diese Frage weder fundamentalistisch zu immunisieren noch relativistisch einzuebnen, dürfte eine der wichtigsten wie schwierigsten Aufgaben heutiger Theologie sein. Gottes letztes Wort löste bei seinem ersten Erscheinen eine breite Diskussion in der Systematischen Theologie aus, stand und steht Verweyens Ansatz doch quer zum main stream jener Entwürfe, die eine letzte Begründung von Wahrheitsansprüchen für nicht möglich und im Blick auf den Dialog der Religionen auch nicht für wünschenswert halten. Der intensive Diskurs mit Gegnern wie Mitstreitern hat Verweyens Position geklärt. Einige Kapitel mussten neu geschrieben werden, schwer verständliche Passagen wurden gestrafft und einige abseits liegende Themenfelder gestrichen. Verweyens Grundriß der Fundamentaltheologie ist auch in der dritten Auflage eines der wichtigsten Grundlagenwerke der gegenwärtigen Fundamentaltheologie.