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am 10. September 2002
Wie viele Bücher hat man gelesen und sich im Anschluss auf eine gelungene Verfilmung gefreut? Wie viele Erwartungen wurden dabei enttäuscht? Mit Bestimmtheit viele. Nicht zuletzt deshalb ist der vorliegende Film „Gottes Werk und Teufels Beitrag" besonders zu erwähnen. Das als Vorlage benutzte gleichnamige Buch von John Irving ist phantastisch, mitreissend, einfach genial. Bei dieser Rezension handelt es sich aber nicht um eine Stellungsnahme betreffend des Buches, sondern um die Beschreibung dessen Verfilmung. Und diese wird mit Bestimmtheit einerseits die Irving-Leser, aber auch etliche Filmfreaks zufrieden stellen. Die Schauspieler brillieren in ihren Rollen, die Gefühlswelt von Irvings Buch wird einwandfrei umgesetzt und die einzelnen Charakteren werden perfekt auf die Leinwand projiziert.
Was macht diese Literatur-Verfilmung so einzigartig? Was hebt sie so vehement von anderen ab? Die Antwort liegt auf der Hand: Der Autor des Buches - John Irving - schrieb auch das Drehbuch des Films und arbeitete vor Ort an dessen Umsetzung mit. Meines Erachtens kommt es selten vor, dass ein Autor sich so sehr in ein Projekt vertieft, dass er nach dem Buch noch die Arbeit eines Drehbuchs auf sich nimmt und schliesslich sogar am Set bei der Verfilmung präsent ist. Das Ergebnis spricht für sich. Was der/die Betrachtende zu sehen bekommt, ist nicht eine Umsetzung eines Meisterwerkes durch ein Drehbuch eines anderen Autors, sondern die Vorstellungen des Autors persönlich. Aufgrund dessen mag man dem Film auch verzeihen, dass das Buch nicht 1:1 umgesetzt und auf einige im Buch schön beschriebene Szenen und Personen verzichtet wurde.
Irving hat bei den Dreharbeiten stets vehement die Meinung vertreten, dass der Film nicht ein Buch sei und dass es sich dementsprechend auch um zwei Paar verschiedene Schuhe handelt. Buch ist Buch, Film ist Film - dennoch wird niemand enttäuscht werden. Obschon man als begeisterter Leser/begeisterte Leserin so manches von der literarischen Vorlage vermissen mag, begeistert die Verfilmung absolut, kennt man doch auch den Umstand, dass jegliche Veränderungen und Anpassungen im Sinne des Autors geschehen sind.
Ein Film mit Tiefgang, ein Film, welcher berührt, ein Film, bei dessen Ende man (wie bei Irvings Bücher auch) traurig sein wird, dass er schon fertig ist. Dringende Empfehlung meinerseits: Buch lesen und Film schauen! Diejenigen, die sich für die Einzelheiten der Umsetzung von der Vorlage über das Drehbuch bis hin zum Drehen des Films interessieren, empfehle ich zudem ‚My Movie Business' von John Irving.
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am 12. April 2010
Es handelt sich um die Literarurverfilmung mit dem Originaltitel "The Cider House Rules" von John Irving. Der Autor hat am Drehbuch mitgewirkt. Das Buch habe ich nicht gelesen. Die Story weist insofern eine Parallele zum kongenialen Film "The Door in the Floor" von John Irving auf, als dass der Protagonist Homer Wells (Tobey Maguire) im Widerspruch zu einem "Uebervater" Dr. Wilbur Larch (Michael Caine) steht. Während es sich bei "The Door in the Floor" um die Beziehung zwischen einem ziemlich unkonventionellen Universitätsprofessor und einem seiner Studenten handelt, sind in "Gottes Werk und Teufels Beitrag" die Protagonisten der (ebenso unkonventionelle) Leiter eines Waisenhauses, Dr. Larch, und sein Zögling, Homer Wells, letzterer mit hohen ethischen Prinzipien. Im Waisenhaus, dem eine gynäkologische Klinik angeschlossen ist, bildet Dr. Larch Homer Wells zu seinem medizinischen Assistenten (Geburtshilfe) aus. Homer Wells kann die von Dr. Larch illegal vorgenommenen Abtreibungen nicht tolerieren. Um diesem ständigen inneren Konflikt auszuweichen, verlässt der inzwischen volljährig gewordene Homer Wells bei einer sich bietenden Gelegenheit "Hals über Kopf" das Waisenhaus und verdingt sich als Obstpflücker. In seinem neuen Milieu - bestimmt durch ungebildete Wanderarbeiter und der schönen Tochter des Gutsbesitzers (Charlice Théron) - werden seine ethischen Prinzipien auf harte Proben gestellt...
Ueberzeugende schauspielerische Leistungen und ein spannender Plot machen diesen Film - im Gegensatz zur Literaturverfilmung von "Garp und wie er die Welt sah", ebenfalls von John Irving - sehr empfehlenswert.
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am 28. Februar 2006
Es gibt mindestens zwei Gründe, diesen Film zu kennen: Die Romanvorlage (bzw. das Drehbuch) von John Irving und die Regiearbeit von Lasse Hallström, der schon mit ,Gilbert Grape' (1993) ein Jahrzehnt-Werk hervorgebracht hat.
Darüber hinaus habe ich eine ganze Reihe von Gründen, diesen Film zu lieben. Da ist zunächst die Geschichte selbst: Homer Wells (Toby McGuire), ein Waisenjunge, wächst in einem Heim auf, das von dem eigenwilligen und und sanften Dr. Larch (Michael Caine) geleitet wird. Larch will seinen Liebling Homer als Nachfolger haben und bildet ihn zum Geburtshelfer und Arzt aus, doch Homer teilt die Auffasung seines Pflegevaters über die Abtreibung nicht, die Larch ohne das Wissen des christlichen Aufsichtsrats immer wieder durchführt. Eines Tages verschwindet Homer aus dem Heim, um seiner Liebe zu folgen. Er landet bei den Apfelpflückern und lernt das harte Leben von fahrenden Arbeitern kennen. Was er dort erlebt, erteilt ihm mehr als nur eine nützliche Lektion ...
Die typische Irving-Geschichte kommt im Film ohne die teilweise grotesken Ereignisse des Romans aus. Zahlreiche Streichungen von Handlungssträngen und Figuren wurden notwendig, um aus dem umfangreichen Werk einen zweistündigen Film zu machen. Irving ist das zweifellos gelungen, wenn auch das Ergebnis ohne die humorigen Elemente des Romans doch relativ ernst und melodramatisch daherkommt. Doch an dieser Stelle kommt Lasse Hallströms Stärke zum Tragen. In pastellartigen Farben, die viel Landschaft, Bewegung und Gesichter zeigen, erzählt er die im Grund wenig spektakuläre Geschichte so, dass sie im Gedächtnis haften bleibt und nachdenklich macht. Wer diesen Film gesehen hat, kann die Frage, ob Abtreibung erlaubt sein soll, nicht mehr so einfach beantworten. Homer Wells kommt zu einer eigenen Entscheidung, doch sie bleibt die Antwort eines einzelnen. Irvings Ansatz sucht nicht nach allgemein gültigen Aussagen, sondern geht von Figuren und Situationen aus.
Michael Caine als Dr. Larch ist absolut überzeugend. Er wirkt sanft, aber entschieden und schlitzohrig, genau wie der Larch des Romans. Auch Charlize Theron als Candy mit ihrer Mischung aus Mitleid und Erotik vermittelt eindrucksvoll den Konflikt der Figur. Toby McGuire als Homer bleibt dagegen ein bisschen farblos, doch er ist trotzdem die richtige Wahl gewesen. Auch der Homer des Romans wirkt brav, unentschieden, schweigsam und ein bisschen verklemmt. Wahrscheinlich muss McGuire aufpassen, dass er nicht nur solche Rollen angeboten bekommt. Ob natürlich ,Spiderman' die richtige Stoßrichtung war, bleibt dahin gestellt. Mir gefällt er als Homer besser, auch wenn er hier naiv und ein bisschen hölzern wirkt.
Der Film ist eine gelungene Umsetzung des Romans, kann aber durchaus auch für sich selbst stehen. Wer ihn mit Gewinn gesehen hat, kann sich durchaus auch mal den Roman vornehmen und dabei Neues entdecken - vor allem Irvings unnachahmliche Sprache. Beide, Film und Roman, sind groß, echt und gut gemacht.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Oktober 2012
Maine in den 1920er bis 1950er Jahren. Homer Wells ist ein Waisenjunge, den keiner haben will. Er wird adoptiert und zurück gebracht, mehrfach, bis der äthersüchtigen Doktor Wilbur Larch, Leiter des Waisenhauses, beschließt, Homer als seinen Sohn anzusehen und zu behalten. Dr. Larch ist eigentlich Gynäkologe und Geburtshelfer, die Waisenkinder fallen dabei einfach irgendwie an, daher betreibt er auch das Waisenhaus St. Cloud's. Über die Jahre bildet er Homer als seinen Nachfolger aus, ohne den Jungen je zu fragen ob er das will. Er lehrt Homer vor allen auch, entgegen der Rechtsprechung, wie man Abtreibungen durchführt. Dr. Larch ist überzeugt, dass Frauen die Wahl haben sollten. Der Meinung ist auch Homer, auch er will die Wahl haben und verlässt das Waisenhaus, um ein neues Leben als Apfelpflücker zu beginnen, bis sein Handwerk, das er bei Dr. Larch gelernt hat, doch wieder gebraucht wird.

Der Film basiert auf John Irwings sechstem Roman (The Cider House Rules) und hat ein in den USA und eigentlich überall auf der Welt kontroverses Thema zum Hauptmotiv: Abtreibung. Darf man abtreiben? Homer ist zunächst der Meinung, dass es falsch ist, hätte seine Mutter abgetrieben, statt ihn zur Adoption freizugeben, wäre er nicht am Leben und er liebt das Leben. Er will keine Abtreibungen durchführen, daher geht er, um ein neues Leben zu beginnen. Auf seinem Selbstfindungstripp jedoch, muss er lernen, dass es tatsächlich Situationen gibt, in denen eine Abtreibung, eine fachmännisch durchgeführt Abtreibung, das Mittel der Wahl ist, dass die Welt nicht in schwarz und weiß in Gut und Böse unterteilbar ist und dass man von Fall zu Fall entscheiden muss.
Ein zeitloses Thema, sehr gut umgesetzt. Hier wird keine Partei ergriffen, alle Aspekte werden beleuchtet von Schicksal des Waisenkindes, das keiner haben will, über Frauen, die selber aus Verzweiflung Abtreibungen vornehmen und daran sterben. Ich bin kein Irwing Fan, das wäre nun kein Buch, dass mich zu lesen interessieren würde, aber es ist eine wirklich gute Geschichte, einfühlsam und gelungen erzählt, mit passender Besetzung, obwohl ich Tobey Maguire schon ein wenig bubihaft finde, aber für die 40er Jahre ist das OK.
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am 31. Oktober 2000
John Irvings Roman "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist zweifellos ein Meisterwerk. Die abenteuerliche und aussergewöhnliche Reise von Homer Wells, einem Jungen, der seine Heimat (das Waisenhaus St. Clouds) verlässt, um die Welt kennenzulernen, reisst einfach mit. Doch bei allem Respekt für den Roman und dessen Prämisse über die Thematik "Abtreibung", dieser Film ist viel gefühlvoller, schlichtweg bezaubernd. Er konzentriert sich mehr auf die Beziehung Homers zu seinem Ziehvater Dr. Larch und vor allem auf Homers Erfahrungen über die Regeln des Lebens und der Liebe! Seine konsequente und aufopferungsvolle Entscheidung am Ende seiner Reise weicht vollkommen vom Roman ab, dabei ist gerade sie das absolut Geniale an dieser Geschichte. Obwohl Homer zunächst sehr unerfahren scheint, so kann man letztlich doch von diesem Menschen und seiner Reise sehr viel lernen... über das Glück des Loslassens!
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am 28. Oktober 2002
Der Film von Lasse Hallström ist eine der gelungensten Literatur-Adaptionen, die ich kenne. John Irving selbst hat sein Buch zum Drehbuch gemacht und wurde dafür, so wie auch Michael Caine, mit dem Oscar ausgezeichnet. Zu Recht. Mag man auch sonst über die Entscheidungen der Academy streiten, so ist diesmal weise abgestimmt worden.
Die Schauspieler sind allesamt hervoragend und die Location gut ausgesucht. Ruhige Kameraführung und vor allem die geniale Musik von Rachel Portman tragen noch zum umwerfenden Filmerlebnis bei.
Die Untertitel der DVD lassen sich allerdings doch ausblenden, nämlich im Player-Menü. Also erst die englische Tonspur anwählen, dann ins Set-Up Menü des DVD-Players gehen und Untertitel dort ausschalten. Das geht mit allen Playern und DVD's, die ich kenne (zB. Magnolia, Man on the moon Leih-DVD ...). Gerade die englische Tonspur ist nämlich am interessantesten!
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am 14. April 2016
Der englische Originaltitel gefällt mir besser als der merkwürdige deutsche, was bitte soll Gottes Werk und was des Teufels Beitrag sein?
Gottgefällig der warmherzig sich um seine "Prinzen" im Waisenhaus kümmernde Arzt Dr.Wilbur Larch (Michael Caine) und teuflisch seine Abtreibungen?
Egal, Lasse Hallsström, dem wir viele hervorragende Filme verdanken, führte 1999 Regie in diesem Film nach dem Roman von John Irving, der auch das Drehbuch verfasste. Und manchem gefällt das Buch besser als der Film, aber vielleicht sollten die Kritiker, die sich beschweren , dass der Film nicht 1:1 umgesetzt wurde, endlich verstummen. Irving selbst hat das abweichende Drehbuch zu seinem Roman verfasst , weil man einen Roman eben nicht mit einem Film vergleichen kann!
"The Cider House Rules" handelt von dem jungen Homer Wells (Toby Maguire), der in den 30er Jahren im Waisenhaus aufgewachsen ist und der für den Arzt fast wie ein Sohn ist, den er selber nicht hat. Der Arzt und Leiter der Einrichtung unterrichtet den Ziehsohn in Medizin, besonders in Gynäkologie und Geburtshilfe, er führt auch illegale Abtreibungen durch. Er überredet werdende Mütter nicht, aber er steht ihnen bei, anstatt sie zu Engelmachern gehen oder sogar oft tödlich endende Selbsteingriffe unternehmen zu lassen, mit Stricknadeln durch die Vagina in der Gebärmutter herumgestochert, oft mit bedrohlichen Blutungen oder auch Verletzung der Bauchhöhle mit lebensgefährlicher Peritonitis (Bauchfellentzündung) endend (Vor-Antibiotika-Ära!). Der junge Homer lehnt diese Eingri'ffe und die Beteiligung daran ab.
Larch hat Homer für sich zu seinem Nachfolger auserkoren, er ist ein warmherziger großer Bruder für die Waisen, denen er vorliest, fast ein liebevoller Vater und Kamerad.
Als jedoch ein Fliegerhauptmann mit seiner wunderschönen Verlobten wegen einer Abtreíbung den Arzt aufsucht, ergreift Homer die Chance, mit den beiden wegzufahren, seinen eigenen Weg zu gehen. Wally zieht wieder als Pilot in den Krieg, Homer bleibt bei dessen Familie als Apfelpflücker und freundet sich bald mit der zauberhaften Verlobten Candy Kendall (Charlize Theron ein Traum) an.
Homer lebt und arbeitet mit meist schwarzen Wanderarbeitern als Apfelpflücker, lebt mit ihnen in eine Gemeinschaftsunterkunft, in der es immer nach Cider riecht. An einer Wand hängt ein Zettel mit Hausregeln, den die Arbeiter nicht beachten, diese fremden Regeln träfen auf sie nicht zu und seien von Leuten gemacht, die eine Apfelfarm und die Unterkünfte wahrscheinlich im Leben nicht gesehen haben.
Er bekommt Streitigkeiten der Arbeiter mit einem Aussenseiter der Gruppe mit, ebenso eine ungewollte Schwangerschaft aufgrund einer inzestuösen Beziehung.
Die Liebesbeziehung mit Candy endet , als deren Verlobter mit einer Paraplegie der Beine (Querschnittslähmung) nach Abschuss der Maschine aus dem frernen Oste zurückkehrt, Candy, die nicht allein sein konnte, bleibt bei ihrem Verlobten.
Geht Homer seinen eigenen Weg?

Von einem der auszog, um der Held seines eigenen Lebens zu werden, so steht es auf der Rückseite der DVD-Hülle. Und er wird es, nicht überraschend ist, wo er seine Bestimmung finden wird. Der Auszug aus der Welt des Heimes, über die er eigentlich nie herausgekommen ist, ist notwendig, da er die Welt auch außerhalb der Einrichtung erleben muss, aus der die Kinder im Waisenhaus stammen. Nicht wenige werden Sozialwaisen sein, von ledigen Müttern, die nicht abgetrieben haben und selber für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen, weggegeben, weil Kind und Arbeit in vielen Fällen unvereinbar sind. Und ohne jede Häme: Die Kluft zwischen den Städten und Industrieregionen der Weltmacht USA war in der Zeit noch so groß wie im 19ten Jahrhundert, das zeigt m.E. nicht nur dieser Film beeindruckend.
Wie wird Homer zum Helden seines eigenen Lebens? Wenig aktiv, er lässt die Dínge geschehen, auf sich zukommen. Ohne den Besuch des Fliegers mit der Verlobten wäre er vielleicht nie aus dem Heim weggekommen. Er wei? zwar genau, was er nicht will, er bleibt im Heim konsequent den Abtreibungen fern, aber auch in der neuen Umgebung verhält er sich passiv: Die Beziehung zu Candy geht von der jungen Frau aus, er arbeitet fleissig und geschickt, aber sonst träumt er, sitzt mit Candy am See und erklärt auch ausdrücklich, dass er gerne zusehe, wie díe Dinge geschehen, anstatt selber die Initiative zu ergreifen. Das ändert sich erst, als er sieht, wie die unglückliche schwangere Rose Rose (Erykah Badu) in verzweifelter Lage ist, und er befürchtet, dass sie selber eine abbruch herbeiführen könnte, erstaunlich hartnäckig bietet er wiederholt seine Hilfe an und legt sich auch mit dem Verursacher an.

Mit den genannten Darstellern ist der Film hervorragend besetzt, Michael Caine überzeugt als warmherziger Hüter seiner Prinzen, wird aber auch seine Probleme haben, die er täglich mit Äther betäubt. obwohl er eine liebevolle Ehefrau hat.
Charlize Theron ist eine Augenweide, eine Szene, in der sie bäuchlings völlig nackt auf dem Bett liegt und ihren Traumkörper zeigt, ist anziehender als manche frontal gezeigte Nacktheit, und zu dem wunderbaren Aussehen kommen bei ihr auch hervorragende Schauspielerqualitäten, wie sie inzwischen oft bewiesen hat, am beeindruckendsten vielleicht als die Prostituierte und Mörderin Aileen Wuolos.
Toby Madguire sympathisch als junger Mann, der wie ein großer Bruder und wunderbarer Kamerad für die jüngeren Heimbewohner ist, kein Wunder, dass ein etwas älteres Mädchen offensichtlich in ihn verliebt ist. Er ist ein eher passiver Mensch, lässt die Dinge meist auf sich zukommen, zeigt aber in wenigen entscheidenden Momenten Rückgrat und lernt, dass eine "theoretische Moral und Regeln" im rauen Alltag nicht immer passend sind.
Das Ende des Filmes ist fast etwas zu süßlich geraten, Hollywood-like, insgesamt aber ist ein Film entstanden, den man richtig genießen kann, der aber beim zweiten Ansehen nicht unbedingt neue Erkenntnisse erwarten lässt, trotzdem hat er mir gut gefallen.

Doc Halliday
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am 19. Januar 2015
Schon lange kenne ich diesen wundervollen Film, so oft habe ich ihn gesehen und ihn in mein Herz geschlossen. Doch es ist auch nach dem x-ten Mal sehen schwer darüber zu schreiben und zu reden, vor allem ihn zu analysieren. Aber muss man das denn unbedingt? Nicht unbedingt, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist einer dieser Filme, die man einfach sehen kann, ohne sich großartig Gedanken darüber zu machen. Das heißt nicht, dass wir hier einen einfachen Film haben! In Lasse Hallströms Buchverfilmung von John Irvings Klassiker werden viele Themen angesprochen, menschliche Beziehungen und Tragödien gezeigt und dennoch kann ich dieses Werk einfach auf mich einwirken lassen… Warum?

Die Geschichte spielt während des zweiten Weltkrieges, obwohl es nie darum geht. Der junge Homer ist ein Waisenkind, geboren in einer Adoptions-und Abtreibungsklinik und wächst dort auf. Eines Tages fasst er sich ein Herz und zieht los in die große Welt und trifft… das Leben!

Wer das Buch nicht kennt und noch nie davon gehört hat, der wird sicherlich sagen: „Kenn ich schon die Story, nix Besonderes!“ Klar, im Grunde schon, aber welche Geschichte ist heute schon neu? Für mich geht es immer darum, wie man eine Geschichte erzählt und Irvings Geschichte wird großartig, gefühlvoll und authentisch erzählt.

Der Film behandelt so viele Themen und wirkt nie wirklich überladen und das liegt daran, dass er nicht mit erhobenem Zeigefinger auf den Zuschauer zugeht. Der Film begründet seine Aussagen nicht, er zeigt sie einfach, so wie es im Leben oftmals auch der Fall ist. Dabei kann er ruhig und sinnlich sein, aber auch direkt, stellenweise hart und ohne Rücksicht.

Auch die Figuren sind keine Klischees der Hollywood-Welt in den 90er Jahren, sondern intelligente und nachvollziehbare Charaktere mit einer Seele. So viele Figuren bleiben mir immer im Kopf, sei es der gutherzige, aber auch ängstliche Dr. Larch, der ruhige und intelligente Homer, die einsame Candy oder auch die kleinen Figuren, wie der kranke Fozzy oder die pubertäre Mary Agnes, generell sind die Szenen im Waisenhaus sehr stark! Aber auch Homers Ausbruch in die Welt wird einerseits aufregend und spannend erzählt, gleichzeitig zeigt es aber auch einige Abgründe, die das Leben bietet!

Nicht umsonst hat Michael Caine einen Oscar für seine Rolle bekommen, aber auch Tobey Maguire spielt glaubwürdig den naiven und doch gefassten jungen Mann, der die Welt sehen will. Charlize Theron und Delroy Lindo machen ihre Sache ebenfalls toll und besonders die Kinderdarsteller überzeugen!

Und wäre als das noch nicht genug, bietet der Film eine wundervolle Optik, eine schöne Kameraarbeit und einen bezaubernden Klavier-Soundtrack von Rachel Portman mit einem prägnanten Hauptthema, das etwas oft eingesetzt wird, aber ich könnte mir den Film nicht mehr ohne diese Musik vorstellen!

Fazit: „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist einer meiner Lieblingsfilme, er berührt mich immer wieder aufs Neue und zeigt das Leben und seine Menschen ohne Pathos, Kitsch oder Schonung. Ein grandioses Werk, auch wenn man die Buchvorlage kennt!
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am 31. Oktober 2011
...auch etliche Jahre nach dem Erscheinen eines Buches oder Filmes noch eine Rezension darüber schreiben? Ich wage es einfach einmal, getragen von der Hoffnung, dass auch jeweils aktuellere Beurteilungen dazu beitragen, dass z.B. ein solch grandioser Film wie "Gottes Werk..." nicht in der Versenkung verschwindet. Vieles, was gut war, kennt eine jüngere Generation gar nicht und gehört mit der Nase drauf gestoßen.

Ich habe selten einen eindringlicheren, menschlich berührenden Film gesehen als diesen. Das Buch habe ich nicht gelesen, hätte ich vermutlich auch nicht aus freien Stücken so getan, wie einen gut gemachten Film in zwei Stunden anzuschauen....zu schwere Kost, hätte ich vermutet. Literaturverfilmung ist immer eine zweischneidige Sache, denn der Film hat andere Gesetzmäßigkeiten zu befolgen. Ganz unabhängig von einer literarischen Vorlage ist dieser Film in der ihm eigenen Geschichte und Charakteristik ein erstrangiges Kunstwerk, das ohne den berühmten moralischen Zeigefinger auskommt. Die Menschen, Charaktere des Films sind einfach voller Widersprüche, "wie im echten Leben", und verirren sich im Dickicht von Gefühl und Moral. Unbedingt sehenswert, auch wenn "sich deutsche Untertitel in der engl. Fassung nicht ausblenden lassen". Das ist doch "Korinthen-K......", oder etwa nicht? Wen hat denn z.B. auf der Hendrix-Scheibe der Kratzer gestört, der nach 100000mal Abspielen vorhanden ist? Das macht doch die Musik von Hendrix nicht weniger genial...es ist bestenfalls ein kleiner Schönheitsfehler, den man für des "Teufels Beitrag" auch in Kauf nimmt.
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am 7. Januar 2001
Ja, das sind wir- Gottes Werk mit einer reichlichen Portion Teuflischen Beitrags. Dieser Film zeigt wahrscheinlich keine so unbestimmte Geschichte, in der wir und alle wiederfinden, sondern eine recht bestimmte, mit der wir alle mitfühlen. Ich habe zahlreiche Trännen vergiessen wollen und war so schockiert, dass keine einzige meine Wangen hinunterlief, dass mir diese Story noch mehr weh tat. Nicht weil ich mich in der Geschichte wiederfand, sondern in einer Welt, die solche Geschichten jeden Tag erschafft.
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