... sind diese Briefe. Harry Rowohlt schreibt herrlich bissig und man spürt nicht nur sein sprachliches Können sondern auch sein originelles Genie, die Fähigkeit zwischen den Sprachen zu wechseln und zu vermitteln. Hinzu kommt noch die Gabe, das Komische an seiner Umgebung wahrzunehmen und umzusetzen. Einen Brief von Harry Rowohlt hätte wohl jeder gerne...
Harry Rowohlts Buch hat mich übrigens letzte Woche echt befreit, nachdem ich mich durch drei klebrig-süßlich-psychologisierende Hector-Bände von Francois Lelord quälen musste. Bücher, bei denen mein Widerwille von Band zu Band so anwuchs, dass ich am Ende den Protagonisten Hector samt seinem Autor gerne mit Fußtritten in den A... um den Block gejagt hätte. Weil das aber nicht geht - Protagonisten sind so wenig handfest und der Autor lebt irgendwo in Asien - bekam ich geistiges Sodbrennen und miese Laune. Harry Rowohlts Briefe konnten mir zum Glück den Tag noch retten: Kernige Aussagen, herrlich genaue Beobachtungen, urkomische Wortfunde, wunderbar wüste Beschimpfungen und witzige Wortschöpfungen lösten bei mir Lachanfälle aus und fegten sie nachhaltig weg, die miese Stimmung.
Wenn man aufmerksam liest, bekommt man durch diese Briefe einen neuen Blick auf das Leben.
Ich empfehle dieses Buch als Geschenk für alle, die Sprachkunst schätzen.