Laut "New York Times" ist Paul Davies einer "der führenden Wissenschaftsautoren diesseits und jenseits des Atlantiks". Die "Washington Post" schrieb über dieses Buch "Intellektuell redlich und von bravouröser Klarheit". Davies war Professor für theoretische Physik und Mathematik und zählte zu den führenden Wissenschaftlern Großbritanniens. Er hat auf den Gebieten der Grundlagenphysik und Kosmologie geforscht und durch seine Bücher viel internationale Anerkennung geerntet.
Anscheinend haben ihn seine Forschungen nicht dazu gebracht die "These Gott" von der La PLace glaubte sie nicht mehr nötig zu haben, zu den Akten zu legen, sondern ganz im Gegenteil scheint der Kosmos so beschaffen zu sein, dass man aufgrund der Raffinesse und Zweckmäßigkeit etwas mehr als nur Materie und Zufall plus Zeit vermuten muss. Dass intelligente, hochgebildete Menschen immerzu nur nach intelligenten Herkünften von komplexen Phänomenen suchen müssen, damit sie die Welt erklären können, ist ja nicht selbstverständlich.
Davies holt weit aus in seinem Buch, Jahrzehnte des Nachdenkens und Forschens und Theoretisierens und Erkennens und Verwerfens liegen davor. Er äußert sich über Vernunft und Glauben, die sich seiner Meinung nach sinnvoll ergänzen; die Schöpfung des Universums aus dem Nichts, die ohne "Schöpfung" nicht auskommt; die Mathematik und Wirklichkeit, das Begriffspaar, das ja schon Einstein sehr skeptisch sah. Davies befasst sich mit Fragen wie "warum ist die Welt so wie sie ist", anscheinend liegt die Antwort in ihrer erstaunlichen Zweckmäßigkeit; das letzte Kapitel heißt: "Das Geheimnis am Ende des Universums" mit der letzten Frage: Was ist der Mensch?" Wissen wir es jetzt?
Davies möchte auch aufräumen mit der öffentlichen Meinung, dass seriöse Wissenschaft und die Aussagen aus dem Bereich des Glaubens, also Physik und Metaphysik, sich nicht ergänzen könnten, oder dass die Evolutionstheorie jede Diskussion über die Existenz von Sinn und Zweck im Ganzen beendet hätte.
"Die Naturwissenschaft ist weit davon entfernt, die Menschen als zufälliges und nebensächliches Produkt blinder Naturkräfte zu sehen; eher sieht sie in der Existenz bewusster Wesen eine grundlegende Eigenschaft des Universums." Die Wissenschaft bestreitet nicht, dass es hinter der Existenz Sinnhaftigkeit geben kann. Davies widerspricht also vehement der These vom blinden Uhrmacher.
"Meine wissenschaftliche Arbeit hat mich immer mehr davon überzeugt, dass das physikalische Universum genial konstruiert ist." Geist und Verstand hält er nicht für eine zufällige Laune der Natur. Sondern dahinter steckt Methode. Der Mensch ist, so Davies, ein gewollter und wichtiger Bestandteil des Weltganzen. Das klingt wie ein Anschlag gegen die politische "Correctness" der Zweckleugner und Sinnhaftigkeitsverweigerer .
"Obwohl viele metaphysischen und theistischen Theorien gekünstelt oder kindisch erscheinen mögen, sind sie offensichtlich nicht absurder als der Glaube, dass es das Universum gibt und dass diese Form einen Grund hat."
Ganz richtig stellt Davies fest, dass wir Menschen durch eben diese Regeln der Vernunft und Rationalität, die uns nach einer Erklärung der Welt im Sinne eines geschlossenen und vollständigen Systems logischer Wahrheiten überhaupt erst suchen ließen, vom letzten Wissen und den letzten Erklärungen ausgeschlossen sind. Anders gesagt, eine Ameise versteht nur ameisenhaft, Menschern verstehen nur menschenhaft. Nur der Glaube kann sich mit den letzten Dingen befassen. Das fordert aber auf sich in Demut zu üben, im Glauben und in der Wissenschaft!
Es gibt ein Erfahrungshorizont, der nicht den so genannten exakten Wissenschaften erschließbar ist, ein "Verstehen" und "Schauen" im metaphysischen Bereich. Ob dieser Wirklichkeiten entspricht kann nicht verbindlich gesagt werden, weil er jenseits des physisch messbaren liegt.
"Ich kann nicht glauben, dass unsere Existenz in diesem Weltall eine Laune des Schicksals ist, ein historischer Zufall, ein kleines Versehen in dem großen kosmischen Drama. Wir sind zu beteiligt." Das sagt er an einer Stelle, an anderer Stelle widerspricht er sich jedoch wieder. Er ist nicht ganz konsequent in seinen Schlussfolgerungen. Das hat vermutlich damit zu tun, dass er nicht alle Mehrheitsmeinungen einfach über Bord werfen kann. Aber, wenn der Mensch kein Zufall ist, dann muss er geplant sein. Selbst ein Hawking kann es sich nicht verkneifen von einem Plan Gottes zu sprechen, wenn auch nur als Metapher.
Freilich wie sehr wir beteiligt sind, lässt sich nicht sinnvoll messen. "Die Existenz von Geist und Verstand in einem Lebewesen (vermutlich meinte der Autor den Mensch!) auf einem Planeten im Weltall ist sicherlich eine höchst bedeutungsvolle Tatsache....Dies kann keine triviale Einzelheit sein, kein unwichtiges Nebenprodukt sinnloser, zielloser Kräfte. Wir sind dazu da, hier zu sein."
Wer anders als "The Mind of God" wie das Buch im Original heißt, könnte sich das ausgedacht haben? Das ganze weite Universum also doch auf den Menschen hin geschaffen? Ein Wissenschaftler, der sich was traut! Und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass er mehr weiß, als er sagt. Und dass er mehr glaubt, als er weiß!