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Gottes Eifer: Vom Kampf der drei Monotheismen
 
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Gottes Eifer: Vom Kampf der drei Monotheismen [Gebundene Ausgabe]

Peter Sloterdijk
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Den drei in ihrer Wurzel abrahamitischen, monotheistischen Religionen -- Judentum, Christentum und Islam -- ist, neben allem, was sie ganz zweifellos voneinander trennt und ihre Glaubensinhalte unterscheidet, eines gemein: der grundsätzlich „eifernde“ und „einwertige“ Charakter ihres in der einen oder anderen Ausprägung messianisch-aktivistischen Wahrheitsanspruches. Die Konkurrenz dieser einwertigen Wahrheitsansprüche muss, wie der Sprachspieler Sloterdijk ebenso überzeugend wie kenntnisreich darlegt, zwangsläufig in eine konfrontative Grundkonstellation führen, die aufgrund der ihr zugrundeliegenden Triebdynamik nur schwer zu kontrollieren sei.

Da andererseits Religion ganz offenbar zu den anthropologischen Grundkonstanten gerechnet werden muss, besteht die sich aus dieser explosiven Konstellation für die Kulturwissenschaft ergebende Frage darin, ob und gegebenenfalls wie die Religionen auf einen gemeinsamen „zivilisatorischen Weg“ geführt werden können. Auf diesem allein nämlich ließe sich nicht nur das ihnen innewohnende Konfliktpotential einhegen, sondern, wenn überhaupt, so böte sich zugleich auch nur hier die Chance, das geistige Potential der Religionen zu heben und für die zivilisatorische Entwicklung nutzbar zu machen.

Mit Gottes Eifer hat Sloterdijk nicht nur eine überzeugende Fortführung seiner in Zorn und Zeit vorgetragenen Religionsphilosophie vorgelegt, der Band ist zugleich auch ein gelungener Auftakt für das Programm des neuen „Verlags der Weltreligionen“. -- Andreas Vierecke

Pressestimmen

»Peter Sloterdijks Buch markiert genau jenen Punkt, an dem der neu gegründete Verlag der Weltreligionen mit seinem allerersten Programm ansetzt: die Frontverläufe zwischen den abrahamitischen Religionen zu kennzeichnen, um anstelle von Kampf und Konflikt die friedliche Koexistenz der großen drei zu setzen.« (Thomas Brose Christ in der Gegenwart )

»Sloterdijk liefert wieder einmal ein luzides Opus ab, gelehrt und geistreich, auf einem literarischen Niveau, das heute nur wenige Philosophen zu erreichen vermögen. ... Sloterdijk fragt, ob es nicht in den großen monotheistischenReligionen ein Aggressionspotetial gibt, ein inhärentes Eiferertum, eine Unterwerfungslust und ob ihr ewiges Südengerede wirklich moralische Menschen produziert - oder nicht doch eher Neurotiker. Hier denkt Sloterdijk fort, was Jan Assmann provokant proklamiert hat, nämlich dass erst der Monotheismus das Kriterium wahr oder falsch in die Religionsgeschichte eingeführt hat.« (auch erschienen im Falter) (Robert Misik Die Tageszeitung )

»Der zivilisatorische Weg läutet die Zeit des Nach-Eifers ein. Dazu müssten aber die Eiferer die apokalyptischen und weltmörderischen ebenso wie die persönlichen Selbstmord-Fantasien aufgeben und an einer gestaltbaren Welt teilhaben wollen. ... In vielerlei Hinsicht bilden die drei letzten Studien Derrida ein Ägypter, Zorn und Zeit, und Gottes Eifer eine Trilogie. Sie führen psychologische, gesellschaftstheoretische und kulturwissenschaftliche Perspektiven, angesichts der im Eifern verzerrten Religionen, zusammen. Ferner rufen sie dazu auf, den zivilisatorischen Weg als letzte Option zu erkennen und umzusetzen.« (Hans-Jürgen Heinrichs Die Welt )

Kurzbeschreibung

Die Konflikte zwischen den Religionen, die einen gemeinsamen Ursprung haben, also den abrahamischen Religionen, bestimmen unsere Gegenwart in bisher nicht gekanntem Maß. Peter Sloterdijk geht in seinem Essay zunächst der Frage nach, welche politisch-sozialen und psychodynamischen Voraussetzungen die Entstehung des Monotheismus bedingten. Gegen den Polytheismus der antiken Hochkulturen der Ägypter, Hethiter und Babylonier entstand der jüdische Monotheismus als eine Protesttheologie, als eine Religion des Triumphs in der Niederlage (insbesondere des babylonischen Exils). Blieb die Religion im Judentum auf das eigene Volk begrenzt blieb, entfaltete das Christentum seine apostolische Botschaft mit einem universalen Verkündigungsgehalt. Der Islam verschärfte den offensiven Universalismus zum militärisch-politischen Expansionsmodus. Welche Konfliktformen sind zwischen den drei Monotheismen denkbar? Sloterdijk beschreibt ihre Aufstellung, ihre Fronten und ihre Feldzüge in einem System verschiedener Grundmöglichkeiten, aus den Konstellationen des Anti-Paganismus, Anti-Judaismus, Anti-Islamismus und Anti-Christianismus, zu denen sich interne Spaltungen gesellen. Die Reaktionen auf die gegenseitigen Angriffe und die von außen sind unterschiedlich: Für das Judentum wurde ein souveränistischer Separatismus, mit defensiven Zügen, prägend, für das Christentum die Expansion durch Mission und für den Islam der Heilige Krieg. In der Gegenwart sind die drei Religionen aufgefordert, so demonstriert Sloterdijk anhand einer Neuinterpretation von Lessings Ringparabel, von friedlicher Koexistenz auf Gespräch umzustellen, Eiferkollektive müssen Parteien einer Zivilgesellschaft werden.

Über den Autor

Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.

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