Nur sehr wenige Leute werden die Aussagen dieses Buches glauben können. Jedenfalls fürs Erste.
Vielleicht macht es das zu einem der unglaublichsten Bücher.
Dieses Buch gibt Antwort auf eine der wichtigsten Fragen in der Geschichte der Menschheit.
Was will Gott eigentlich?
Die Antwort wird viele Menschen verblüffen.
Und auch wer nicht komplett überrascht ist, wird immerhin feststellen, dass die Antwort ziemlich anders ausfällt als das, was man bei uns gewöhnlich zu hören kriegt. Ja, dass sie nicht einmal ansatzweise unseren üblichen Vorstellungen von Gott nahe kommt.
Aus den Auffassungen und Vorstellungen, die die Menschen von Gott haben, gehen die Auffassungen und Vorstellungen hervor, die sie vom Leben und von den Lebewesen haben. Ganz wesentlich andere Auffassungen und Vorstellungen von Gott werden zu ganz wesentlich anderen Auffassungen und Vorstellungen vom Leben und von den Lebewesen führen. Und wenn die Welt derzeit irgendetwas brauchen kann, dann das.
Wir stehen heute am Rand eines weltweiten Krieges der Kulturen. Die einleitenden Scharmützel haben schon stattgefunden. Die wirklich großen Auseinandersetzungen, die unvorstellbaren Schlachten um die Welt der Zukunft mögen noch ausstehen. In Anbetracht der Richtung, in die die Menschheit sich zu bewegen scheint, mag es so aussehen, als sei dieser große, globale Konflikt unausweichlich. Doch das ist er nicht. Es gibt etwas sehr Machtvolles, das ihn stoppen kann: ganz wesentlich andere Auffassungen und Vorstellungen von Gott und ganz wesentlich andere Auffassungen und Vorstellungen vom Leben und von den Lebewesen.
Solche Gedanken, Ideen und Sichtweisen werden, wenn sie akzeptiert und übernommen werden, zu wesentlich anderen Lebens- und Seinsweisen führen. Die Werte und Wertvorstellungen werden eine Veränderung erfahren. Die Prioritäten werden sich wandeln. Die Machtstrukturen und Macht-Inhaber werden sich ändern.
So manche dieser Machtinhaber wollen nicht, dass sich auch nur irgendetwas davon ereignet.
Das macht dies hier unter Umständen nicht nur zu einem sehr unglaublichen, sondern auch zu einem sehr gefährlichen Buch.
Wie lange ist es her, dass Sie ein gefährliches Buch gelesen haben?
Dieses hier wird Sie nicht lange in Anspruch nehmen. Es ist ein kurzes Buch. Somit ist es nicht nur gefährlich, sondern auch fix.
Fix und gefährlich - eine faszinierende Mischung. Vielleicht auch ein bisschen aufregend. Gefahr und Spannung sind zwei Seiten derselben Münze. Welche der beiden Sie erleben, hängt davon ab, ob Sie auf etwas zu rasen oder weg davon.
In welche Richtung rennen Sie, wenn es um Veränderung geht? Wollen Sie, dass die Dinge so ziemlich bleiben, wie sie sind, oder wollen Sie, dass sie anders werden?
Wenn Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, finden Sie dieses Buch vielleicht gefährlich. Wenn Sie es kaum erwarten können, dass die Dinge sich ändern, finden Sie es vielleicht spannend. Was wollen Sie?
»Naja«, sagen Sie vielleicht, »das hängt ganz davon ab, worüber wir hier reden. Sprechen wir hier über mein Leben? Meine Arbeit? Meine Ehe? Meine Beziehung? Meine Gesundheit? Oder reden wir über mein Land? Die Welt im Allgemeinen? Die internationale politische Lage? Die globalen Herausforderungen, vor die die Menschheit sich gestellt sieht?«
Lassen Sie mich das klären: Wir werden über alles reden.
Über alle diese Dinge. Nicht über die eine oder andere Sache, sondern über alle diese Dinge. Das tun wir, weil sie sich allesamt durch die Informationen in diesem Buch ändern könnten.
Eine Veränderung vorzuschlagen, kann gefährlich sein. Nicht nur in den Kreisen jener Menschen, die Macht haben (und für die ein Wandel die höchste Bedrohung darstellt), sondern auch im Umfeld von ganz gewöhnlichen Leuten (auf die eine Veränderung einfach deshalb bedrohlich wirken kann, weil sie zum Unbekannten führt).
Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore brachte es in einem Interview, das im September 2004 im New Yorker veröffentlicht wurde, genau auf den Punkt:
»In einer Welt des beunruhigenden Wandels, in der große und komplexe Kräfte die vertrauten, bequemen und tröstlichen Richtungsweiser gefährden, besteht ganz natürlich der Impuls, sich an den Baumstamm zu klammern, der die tiefsten Wurzeln zu haben scheint; sich um des lieben Lebens willen an ihm festzuhalten und niemals die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass er nicht die Quelle unserer Rettung und Erlösung sein könnte.«
Der letzte (von mir hervorgehobene) Teil des Satzes fasst die Geschichte unserer menschlichen Glaubensvorstellungen von Gott und vom Leben in achtzehn Worten zusammen. Das bestätigt Mr. Gore mit seiner nachfolgenden Aussage. »Und die tiefsten Wurzeln«, so sagt er, »sind die weit zurückreichenden philosophischen und religiösen Traditionen.«
Al Gores Einsichten stellen uns alle vor eine wie Donnerhall tönende Frage: Kann denn der Weg nach vorne gefunden werden, wenn man den Weg zurück einschlägt?
Die Antwort ist Nein.
Und während wir, wie der ehemalige Vizepräsident bemerkt, uns nie die Frage stellen, ob unsere philosophischen und religiösen Traditionen möglicherweise nicht die Quelle unserer Rettung und Erlösung sind - vermutlich, weil wir uns dadurch bedroht fühlen würden -, so muss doch gefragt werden, ob es Zeiten geben könnte, in denen das Nicht-Infragestellen dieser Traditionen eine noch größere Bedrohung darstellt.
Die Antwort ist Ja. Und wir befinden uns in einer solchen Zeit.
Die größte Gefahr in der heutigen Welt ist nicht die, dass wir Fragen stellen, sondern dass wir annehmen, schon alle Antworten zu haben; die größte Gefahr ist nicht die Einladung oder Aufforderung zur Veränderung und zum Wandel, sondern die Tendenz davor wegzurennen; die größte Gefahr droht nicht durch ganz wesentlich neue Vorstellungen und Auffassungen von Gott und vom Leben, sondern durch die immer gleichen alten Vorstellungen und Ansichten.
Wenn diese gleichen alten Vorstellungen weiterhin übernommen und vertreten werden, könnte es sein, dass das Leben, so wie es die Menschheit derzeit kennt, die erste Hälfte des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht übersteht. So wie die Dinge sich entwickeln, vielleicht sogar nicht einmal das erste Viertel.
Ich weiß, ich weiß, das klingt reichlich übertrieben.
Doch das ist es nicht.
Schauen Sie in die Morgenzeitung. Schalten Sie die Nachrichten ein.
In den direkt vor uns liegenden Jahren könnte die Menschheit in ihrer evolutionären Entwicklung einen dramatischen, sprunghaften Aufschwung nehmen oder aber zurückfallen, indem sie taumelt und wankt, bis sie schließlich unter der Last ihrer eigenen vergangenen Missverständnisse und Verkennungen zusammenbricht.
Dergleichen ist früher schon geschehen.