Vor Gott sind alle Menschen bleich - eine Sammlung mit mehr als 600 Versprechern und Verwechslungen verschiedenster Art, wurde von Hartmut Walsdorff herausgegeben. Er hat die "verbalen Stolpersteine" aus dem täglichen Leben aufgegriffen, gesammelt und mit diesem Buch all denjenigen zugänglich gemacht, die sich über entstellte Worte oder Sätze freuen können. Wer diese Art von Humor besitzt, wird bei der Lektüre tränen weinen - ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben, denn es geht hier nicht um Schadenfreude dem niemals genannten Verursacher gegenüber. Alle Zitate sind maximal einsätig, oder sie wurden gar auf das Minimum an notwendiger, sinnerhaltender Länge gekürzt. Knappe Sätze wie "Ich bin ja nicht der einzige, der an Fußfilz leidet" oder "Er wusch seine Unschuld in Hände" sind die Regel. Deshalb eignet sich das Buch auch gut für eine kurze Aufheiterung zwischendurch: Fünf Minuten lesen, ein Zitat hier, ein anderes dort, schon ist die schlechte Laue verflogen. Man braucht das Buch nicht von A-Z durchlesen, man kann willkürlich drauflosblättern oder sich einzelnen Bereichen widmen. 9 verschiedene Abschnitte weist das Buch auf: Neben Versprechern bei kirchlichen Veranstaltungen finden sich Fehltritte aus Radioansagen, Sportkommentaren, Wetterberichten oder privaten Gesprächen nach diesen Kriterien sortiert. Quelle sind nicht nur die Synode oder der Gottesdienst (der Herausgeber ist Gemeindepfarrer in Berlin), sondern auch das Parlament, die Talkshow oder das Gespräch auf der Straße. Einige Zeichnungen illustrieren die Versprecher und ermuntern zur bildhaften Vorstellung. Dieses Buch ist ebenso zu empfehlen wie der zweite Band, der unter dem Titel "Nachts weiter sonnig" im selben Verlag erschienen ist.