Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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68 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
~~~Emotionaler Leserausch~~~, 23. Juli 1999
Von Ein Kunde
Der Gott der kleinen Dinge ist ein fesselndes und mitunter nicht ganz leicht verdauliches Leseerlebnis, denn die Autorin scheut sich nicht, sich mit unbequemen Themen auseinanderzusetzen. Die Geschichte dreht sich um eine indische Familie, die hin und her gerissen ist zwischen Klassen- und Kasten-Unterschieden, einer Scheidung, größeren und kleineren Eifersüchteleien und Rivalitäten. Unter dem Druck dieser Umstände zerbricht die Familie schließlich. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die Zwillinge Rahel und Estha, deren Mutter es wagte, sich gegen die herrschenden Konventionen zu stellen, sich scheiden ließ und einen Unberührbaren liebte. Die Handlung ist stilistisch wunderschön verpackt. Zahlreiche Rückblenden, Erinnerungen und Hinweise auf wichtige Ereignisse im Leben der Protagonisten werden unter den Händen von Arundhati Roy zu einem schillernden Teppich, der von Haß, Liebe, Vergeltung und Vergebung erzählt. Besonders faszinierend ist der Einblick in das uns fremde indische Kastensystem, den die Autorin uns gewährt. Viele kleine und doch so aussagekräftige Szenen, die in einer sehr aussagekräftigen und malerischen Prosa geschildert werden, zeigen dem Leser, daß es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen. Ich machte im Laufe des Buches alle Stationen von Wut, Freude, Glück und Trauer durch, und doch schloß ich das Buch mit einem Lächeln und der Gewißheit, das das Leben trotz allen Härten doch schön ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für die richtigen Leute das perfekte Buch - mehr als 5 Sterne, 6. Januar 2008
Das schönste Buch, das ich je je je gelesen hab und da kommt auch sicher nicht so schnell was Bessres.
Klar, ich bin mir sicher, das Buch ist absolute Geschmackssache, wer so denkt, wie A.Roy schreibt, der wird das Gefühl haben, die Geschichte sei echt und seine Gedanken hätten endlich mal wo Platz.
Wer nicht so denkt, wird wahrscheinlich, und deswegen verstehe ich auch die schlechten Rezensionen, das Buch als langweilig finden und das wars dann.
Warum?
Nun, es ist nicht einfach nur ein Buch.
Hier wird die Geschichte einer Familie bis ins kleinste Detail erzählt, so dass man - so gings mir zumindest- am Ende sich einreden muss, es sei nur ein Buch, nichts Wirkliches.
A.Roy gibt den Personen Gedanken und Gefühle, die viele vielleicht nicht haben.
Sie schreibt, dass die Erinnerung an den Geschmack von Esthas Tomatensandwiches nur eins der kleinen Dinge war.
Das kleine Dinge zu großen Dingen führen können.
Dass 2 eine Seele haben können, und was das bedeutet.
Und wer das versteht, der wird das Buch wahrscheinlich so lieben, wie ich es tu, denn wer genauso denkt, kann sich sicher sein, dass das Buch ein Teil von ihm wird.
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kasten-förmiges Loch im Universum, 18. März 2007
Der Gott der kleinen Dinge entlarvt sich zumal auch als ein Gott des Verlustes, der sich eines einzigen Tages, eines unbedachten Kinderspiels bemächtigt und eine Familie unwiderruflich in weit entfernte Einzelindividuen trennt.
Die zweieiigen Zwillinge Esthappen und Rahel erleben Kerala - die Gewürzküste Indiens - in strahlender Schönheit, das erbarmungslose jedoch anzuerkennende Kastenwesen, ihren Platz in der Hierarchie der Dinge - unterschieden im Geschlecht, geteilt durch die Scheidung ihrer Mutter Ammu - die starke Bindung an Großbritannien in Sprache und Etikette und die Zwiespältigkeit des aufkeimenden Marxismus, der sehr wohl zwischen seinen Genossen unterscheidet.
Das erste Kapitel ist wohl eines der allerschönsten ersten Kapitel, das ein Roman uns schenken kann. Es fasst uns zu Beginn die nicht zu verhindernden Ereignisse, Tragödien und ihre Folgen zusammen und ermöglicht uns die Bekanntschaft mit den Charakteren, wovon jeder eine eigene Geschichte wert ist. Es zeigt uns in geschmeidig raschem Wechsel der zeitlichen Erzählperspektiven den Wandel Indiens und zugleich die Vielzahl der zerbrochenen Persönlichkeiten, die diesem Wandel nur in ihrer äußeren Hülle gefolgt sind. Es ist der Startschuss für eine ganz große Geschichte!
In wunderschön trauriger und nicht verurteilender Manier erzählt Arundhati Roy vom kindlichen, naiven und unbekümmerten Erleben der beiden Zwillinge, von Fragen der Messbarkeit der elterlichen Zuneigung und Gleichheit ob unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft.
Fabelhaft erheiternd und zumal makaber die Schilderungen von Beobachtungsgabe, Kinderwelten und ihren Bildern, vom Rückwärtslesen und alten Damen, die dem Rad der Zeit nur noch technisch Folge leisten können.
Widerlich die Tatsachen von verschwiegenem Kindesmissbrauch, von Misshandlungen seitens der Behörde, von der Verurteilung eines Unschuldigen nach dem Prinzip des "geringsten Verlustes", von Kasten-basierenden Falschaussagen und der Vertreibung eines geliebten Menschen zu Gunsten des Verdrängens, Vergessens und "Unter den Tisch Kehrens".
Verben als Neuentdeckung von Begriffen, die sich wie Meilensteile wiederholend durch die Geschichte schlängeln und der Vielzahl ganz kleiner Dingen eine Definition verleihen - und ihre fabelhafte Übersetzung ins Deutsche festigt diese!
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