Schön, daß es diesen wunderbaren Bestseller nun wieder zu kaufen gibt. Es ist die packende Lebens- und Bekehrungsgeschichte von André Frossard (1915-1995), des Sohnes von Louis-Oscar Frossard, des Mitbegründers und Generalsekretärs (von 1918 bis 1920) der Kommunistischen Partei Frankreichs. André Frossard wächst in einem Umfeld „vollkommener Atheisten" auf, welche die Nichtexistenz Gottes für so offenbar halten, daß sie sich nicht einmal mehr der Mühe unterziehen, ihn zu leugnen. Eher aus Langeweile, weil er auf einen Freund wartet, geht der Autor 1935 als 20jähriger in eine kleine Kirche in Paris - um diese wenige Minuten später nach einer überaus intensiven Gottesbegegnung als ein zum Katholizismus bekehrter Christ wieder zu verlassen, dem es selbst bei späteren Schicksalsschlägen (wie dem Tod seiner beiden Kinder) nicht mehr möglich sein wird, an der Existenz Gottes auch nur den leisesten Zweifel zu hegen. Später macht sich Frossard einen Namen als "einer der bekanntesten Journalisten Frankreichs" (so "Der Spiegel") und Kolumnist der Zeitung "Figaro" sowie mit einem großen Interviewbuch mit Papst Johannes Paul II. („Fürchtet euch nicht! André Frossard im Gespräch mit Johannes Paul II.", München u.a. 1982).
Als Frossard die Kirche betritt, hört er, als spräche jemand leise zu ihm die Worte "geistliches Leben". Daraufhin stürzt wie eine Lawine der Himmel auf ihn zu, und eine Freude überwältigt ihn, "die nichts anderes ist as der Jubel des vom Tod Erretteten". "Es ist", schildert er später diesen Vorfall, "ein unzerstörbarer Kristall, von einer unendlichen Durchsichtigkeit, einer beinahe unerträglichen Helle (ein Grad mehr würde mich vernichten) einem eher blauen Licht, eine Welt, eine andere Welt, von einem Glanz und einer Dichte, daß unsere Welt vor ihr zu den verwehenden Schatten der nicht ausgeträumten Träume zurücksinkt. Es ist die Wirklichkeit, es ist die Wahrheit, ich sehe sie vom dunklen Strand aus, wo ich noch festgehalten bin. Es ist eine Ordnung im Universum, und an ihrer Spitze, jenseits dieses funkelnden Nebelschleiers, ist die Evidenz Gottes, die Evidenz, die Gegenwart ist, die Evidenz, die Person ist, die Person dessen, den ich vor einer Sekunde noch geleugnet habe, den die Christen unseren Vater nennen und dessen milde Güte ich an mir erfahre, eine Milde die keiner anderen gleich, die nicht die manchmal mit diesem Namen bezeichnete passive Eigenschaft ist, sondern eine aktive, durchdringende, eine Milde, die alle Gewalt übertrifft, die fähig ist, den härtesten Stein zu zerbrechen und was härter ist als der Stein - das menschliche Herz."
Die Fortsetzung der Lebensgeschichte von André Frossard ("Es gibt eine andere Welt") ist derzeit leider nicht verfügbar. Wer wissen will, wie es weiterging, bleibt insoweit auf Christian Heidrichs Buch "Die Konvertiten" (München - Wien 2002) angewiesen, das Frossards Geschichte ein ganzes Kapitel widmet.
Unbedingte Empfehlung!