Es gibt wirklich wenige Bücher, von denen ich hoffe, dass viele Menschen sie lesen, aber dieses gehört dazu.
Und das hat nichts damit zu tun, dass hier Religion und Glaube mitunter nicht nur verar...t, sondern auch heftig kritisiert wird.
John Niven traut sich hier an ein Thema ran, dass wohl zu den kontroversesten gehört, die es auf der Welt gibt.
Und das noch in diesem rüden Tonfall? Au weia.
Ich sehe vor meinem geistigen Auge bereits strenggläubige Menschen, die drohend den Finger heben und "Blasphemie" schreien.
Dabei ist das gar nicht notwendig.
Okay, man sollte schon über Gott und Religion lachen können, auch wenns richtig deftig wird. Gerade dann.
Aber genau genommen gibt es wenige Bücher, die von so viel "christlicher" Nächstenliebe schreiben. Von "miteinander" statt "gegeneinander" und vielem mehr.
Der erste Teil (im Himmel) ist zum schreien komisch - so hat man sich Gott und seine Himmelsbewohner wohl noch nicht vorgestellt...
Der Teil in dem die Gruppe durch die Gegend reist hat zwar ihre Längen, aber dafür auch den feinsinnigen Humor (der hinter der oft groben Wortwahl versteckt ist) wie das gesamte Buch.
Im weiteren Verlauf wird es dann weniger lustig, sogar tragisch.
Aber eigentlich war das abzusehen: Jesus auf der Erde, er schart "Jünger" um sich, doch nicht jedem gefällt es, was er sagt und wie er lebt - klingt bekannt, oder?
Die Geschichte nimmt ihren Lauf...
Und trotzdem ist es kein deprimierendes Buch.
Es ist lustig, schräg, macht nachdenklich und traut sich Dinge auszusprechen, die mancher sich nicht traut.
(Oder dem sie einfach nicht auffallen?)
Hatte ich beim ersten Teil des Buches noch den Gedanken, dass der ideale Leser ein gläubiger Atheist mit schrägem Sinn für Humor sein sollte, änderte sich das im Laufe der Geschichte.
Dies ist ein Buch für Gläubige und Nichtgläubige, Querdenker und Quertreiber, Optimisten und Pessimisten, Fröhliche und Traurige, Mutige und Ängstliche, Nörgler und Wohlwollende.
Für jeden, der in der Lage ist, auch mal über seinen eigenen Horizont zu blicken und dazuzulernen. Auch wenn er das vielleicht noch nicht weiß.
Wer die derben Worte und die Religionskritik vertragen kann, der kann in diesem Buch zu einer Menge Erkenntnissen kommen.
Die Deutlichste ist wohl, dass es in unser Welt an so einigen Dingen krankt, wo es doch so einfach für jeden Einzelnen wäre, etwas daran zu verbessern.
In diesem Sinne: Seid lieb !