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Ein Gott in drei Personen?. Vom Vater Jesu zum "Mysterium" der Trinität
 
 
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Ein Gott in drei Personen?. Vom Vater Jesu zum "Mysterium" der Trinität [Taschenbuch]

Karl H Ohlig
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 136 Seiten
  • Verlag: Matthias-_Grünewald-Verlag GmbH=; Auflage: 2., Aufl. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378672167X
  • ISBN-13: 978-3786721673
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Karl-Heinz Ohlig
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Kurzbeschreibung

Ein Gott in drei Personen - diese Lehre gilt immer noch als das Spezifische der christlichen Gottesvorstellung. Nicht nur für das Bewusstsein der meisten Gläubigen, sondern auch für den Dialog mit Religionen wie Islam und Judentum stellt das christliche Trinitätsdogma eine schier unüberwindliche Hürde dar. Hält es eigentlich einer kritischen Überprüfung stand? Karl-Heinz Ohlig bricht ein theologisches Tabu. Er zieht sich nicht, wie die meisten anderen Theologen, auf die Rede von einem unergründlichen Mysterium zurück, sondern fragt historisch-kritisch nach: Wie ist dieses Dogma eigentlich entstanden? Welche äußeren Bedingungen und welche philosophischen Voraussetzungen haben zu seiner Formulierung geführt? Sehr präzise rekonstruiert Ohlig die dogmengeschichtliche Entwicklung der ersten Jahrhunderte. Sein brisantes Fazit: Die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes sollte als eine kulturgeschichtliche Gestalt des christlichen Glaubens unter anderen gelten und nicht länger normativ sein. Eine theologische Provokation, die Aufsehen erregen wird!

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In seinem Werk "Ein Gott in drei Personen?" bricht Karl-Heinz Ohlig ein Tabu unter Theologieprofessoren: Detailliert und reichlich durch historische Quellen belegt, zeigt er auf, wie Denker, Philosophen und Theologen aus dem auf der Hand liegenden Monotheismus der Bibel Schritt für Schritt eine "Trinität" konstruierten.

Die historischen Schritte werden sehr ausführlich (aber auch für den Nichttheologen verständlich) dargestellt und können folgendermaßen zusammengefasst werden:

1. Jesus kannte nur den EINEN Gott, Jahweh, den er auch seinen Vater nannte.
2. Etwa ein Jahrhundert später waren es die hellenistischen Apologeten (2. Jhd.), welche eine Binitätsauffassung entstehen ließen. Bei Irinäus und Tertullian trat nun sogar eine Ansicht zum Vorschein, nach welcher der EINE Gott seit (!) dem Anfang (keineswegs aber von Ewigkeit her) um Sohn und Geist "erweitert" wurde.
3. Origines wiederum (185-254) ging einen Schritt weiter: Gott und Sohn gäbe es nicht erst seit "dem Anfang", sondern von Ewigkeit her, wenn auch auf einer niedrigeren Stufe der Göttlichkeit (Subordinatianismus).
4. Auf dem Konzil zu Nizäa (im Jahre 325) wurde zuletzt selbst dieser Subordinatianismus bestritten - die Lehre von der "Wesensgleichheit" (homo-úsios) war geboren.

Ohlig entmystifiziert die "Dreieinigkeit", indem er deutlich macht, dass es sich bei ihr nicht um ein für Menschen unverständliches "Geheimnis" handelt, sondern ihre geschichtliche (und menschliche) Konstruktion sehr wohl verstandesgemäß fassbar und nachvollziehbar ist.

"Lässt man sich aber auf die historischen Tatsachen ein, dann ist man gezwungen festzustellen: Trinitätsvorstellungen bildeten sich im Christentum erst seit dem 2. Jahrhundert aus, die "eingetliche" immanente Trinitätslehre erst im 3. Jahrhundert" (S. 117).

Zu Recht stellt Ohlig auf den letzten Seiten seines Buches daher "eine Anfrage an die Theologie nach der Legitimität eines solchen Konstrukts. (Denn) wenn feststeht - und daran scheint kein Weg vorbeizuführen - , daß Jesus selbst nur vom Gott Israels, den er Vater nannte, und nichts von seiner späteren "Vergottung" wußte, mit welchem Recht kann dann eine Trinitätslehre normativ sein?" (S. 124).

"Wie also ist eine Lehrentwicklung zu legitimieren, die eigentlich erst im zweiten Jahrhundert begann, erst im dritten die Wendung zu einer - gänzlich neuen - immanenten triadischen Aussage fand, im vierten Jahrhundert - mehr schlecht als recht - in Formeln gebracht und im lateinischen Westen wiederum eine gegenüber der bisherigen Geschichte andersartige Variante hervorgebracht hat? Wenn man die Trinitätslehre auf "Offenbarung" gründet, muß man auch sagen können, wo und auf welcher Stufe denn um alles in der Welt diese Offenbarung erfolgt sei: durch Jesus, durch neutestamentliche Aussagen, durch die Apologeten oder gar Origenes oder Augustinus?" (S. 125).

Zur Beantwortung dieser unerlässlich wichtigen Frage ruft Ohligs Buch nicht nur Theologen sondern seine gesamte Leserschaft auf. Als Geschichtslehrer kann ich nur bestätigen, dass Ohligs Argumentation historisch völlig rein und unvoreingenommen ist. Der unvoreingenommene Bibelleser wiederum, der es schafft, Traditionen und Lehrmeinungen auszublenden, und ausschließlich Gottes Wort sprechen zu lassen, wird ohne Bedenken auch Ohligs klarer Feststellung folgen können, ... dass die Trinität "keinerlei biblische Grundlage besitzt" (S. 125).

Großes Lob an einen mutigen und vor allem überaus ehrlichen Theologen, sowie 5 Sterne für ein Buch, welches im deutschsprachigen Raum eine wahre Rarität darstellt, als solche aber dennoch aufklärend wirkt und zuletzt ermuntert, den Gott der Bibel (an den auch Jesus glaubte) zu suchen, statt den der Tradition und theologischer Gedankenakrobatik!
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Format:Broschiert
Der Autor zeigt durch sein Werk, dass er ist in erster Linie der Wahrheit verpflichtet ist. Auch wenn sich der Autor mit seiner Meinung in der Minderheit befindet, gebührt ihm mein voller Respekt für den Mut die Dinge beim Namen zu nennen.

Ohlig zeigt dem Leser durch sein tiefes Verständnis der Kirchengeschichte den zunehmenden Synkretismus zwischen der (platonischen) Philosophie und dem biblischen Gottesbild auf. Aus den urchristlichen Unitariern (Monotheisten), wurden zuerst Binitarier (Zweigötterlehre) und später Trinitarier (Dreigötterlehre). Der Logosbegriff erscheint erstmals bei Heraklit (25) und findet über Plotin (27) seinen Weg von einem unpersönlichen-immanenten Prinzip über die Hypostatisierung zur zweiten Gottheit der Dreigötterlehre der Trinitarier seinen Weg in den meisten Kirchen dieser Welt.

Deswegen gibt es auch rund 35.000 verschiedene christliche Denominationen, 'die Lehren vortragen, welche Menschengebote sind' [hat Jesus gesagt] (Matth 15, 9). Es gibt sogar einige, 'die verkehrte Dinge reden, um die Jünger auf ihre Seite zu ziehen' [hat Paulus geschrieben] (Apg 20, 30). Laut Off 12, 9 wird Satan am Ende des Zeitalters 'den ganzen Erdkreis' verführt haben. Ich glaube er ist auf einem guten Weg seinen Job zu erfüllen. Der einzige Weg, wie das wieder in Ordnung zu bringen ist, ist auf Jesus zu hören und nicht zu versuchen, ihm Worte in den Mund zu legen!

Leider werden sich wenige dazu entschliessen die Thesen des Autors zu prüfen und entsprechend zu handeln. Göttertriaden und verkrustete Kirchendogmen aus den eigenen Denkvoraussetzungen zu löschen bedarf einen Paradigmenwechsel. Es ist nicht einfach, seine "Trinitätsbrille" abzulegen und die Dinge so zu interpretieren, wie sie geschrieben stehen. Doch ein Versuch ist es Wert.
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9 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Zwar geht es dem Autor nach eigenen Angaben nicht darum, "die eigene Meinung der traditionellen Lehre - wie eine Antithese der These - entgegenzusetzen. Vielmehr sollen die historischen Quellen selbst zu Wort kommem und uns den Weg zu einem Verstehen aufzeigen" (19). Fakt ist jedoch, dass die These des Autors sehr wohl von der ersten bis zur letzten Seite hervortritt. Und diese These des Autors wird dann auch auf der letzten Seite explizit zum Ausdruck gebracht: "Wie auch die einzelnen Etappen zu interpretieren sein mögen, so steht doch fest, daß die Trinitätslehre ... keinerlei biblische Grundlage besitzt" (125). Allmählich müsse sich die Theologie den "Fakten" stellen, so der Autor.
Für biblische Fakten war aber offenbar nicht viel Platz - nicht einmal neun volle Seiten widmet der Autor den "Trinitarische(n) Anklänge(n) im Neuen Testament" (29-37). Und was sich auf diesen wenigen Seiten findet, wird denn auch strikt dem Interpretationsraster des Autors eingepasst - wenn's nicht anders geht, dann auch mit banalen Gemeinplätzen wie: "Triadische Formeln dieser Art waren damals ein beliebtes rhetorisches Mittel" (33). Danach bietet das NT keine Anhaltspunkte für die Göttlichkeit Jesu, erst recht nicht des Hl. Geistes. Wie kamen nun also die Christen darauf? Nun, der Hellenismus war schuld, und demselben sind die frühen Christen dann auch bald erlegen (Kennen wir das nicht schon aus dem 19. Jh.? Adolf von Harnack lässt grüßen...). Weil sie Mittlergestalten zwischen Gott und Welt brauchten, mussten Jesus und der Hl. Geist herhalten. Fragt sich nur, warum die offenbar so anpassungsfreudigen Christen in anderer Hinsicht keineswegs so angepasst waren und ihren Widerstand gegen die "hellenistische Kultur" drei Jahrhunderte lang bis aufs Blut geltend machten.
Kein ernsthafter Theologe bezweifelt, dass dem ausgefalteten Trinitätsglauben der ersten Konzilien eine Entwicklungsgeschichte vorausliegt. Worin aber liegt die Berechtigung, dies nicht als Klärung, sondern als Abweichung vom ursprünglichen, neutestamentlichen Glaubenszeugnis zu interpretieren? Der monokausale Erklärungsansatz Ohligs kann hier nicht überzeugen, ebenso wenig Ähnlichkeiten (Logoslehre Philons, Emanationslehre der Gnosis, Triaden im Neuplatonismus), die beim Autor schnurstracks zu Abhängigkeitsbeziehungen werden. (Dies ist freilich nicht allein das Problem Ohligs, sondern eines der Grundprobleme des religionshistorischen Ansatzes und auch der sogenannten "Historisch-kritischen Exegese".)
Ohligs Buch zeigt: Ohne Christologie keine Trinitätstheologie. Der Autor betont zwar mehrmals, dass das Christentum auch ohne Dreifaltigkeitslehre "soteriologisch funktioniert" hätte, aber wie - das ist die Frage, die dem interessierten Leser leider nicht beantwortet wird. Denn warum sollten wir durch den qualvollen Tod eines guten, außergewöhnlichen - aber eben nur - Menschen erlöst werden? Was hat sich der strikt unitarisch gedachte Gott Ohligs dabei gedacht? Oder war das doch alles bloß ein Betriebsunfall? Bedürfen wir also letztlich gar keiner Erlösung? Hat der christliche Glaube so viel Realitätswert wie ein Heimatroman? Und hat Gott es zugelassen, dass wir fast zwei Jahrtausende dem größten Nonsens aufgesessen sind? Dann wäre es schade um jede Minute, die man mit so absurden Dingen wie "Theologie" verbracht hätte, übrigens auch für Prof. Ohlig.
Gut, dass wir dessen Arbeitshypothesen nicht mehr Glauben schenken brauchen wie der von allen Konfessionen bekannten Dreifaltigkeitslehre.
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