Schon die Autorenliste auf dem Buchtitel macht sich imposant aus: Hans - Peter Dürr ist Physikprofessor und Direktor des Max-Plank-Institutes in München und Träger des Alternativen Nobelpreises. Als Diskussionsteilnehmer hat er: Klaus-Michael Meyer-Abich, Professor für Naturphilosophie erhielt 1987 den Theodor-Heuss-Preis; Hans-Dieter Mutschler ist katholischer Theologe, Philosoph und Physiker; Wolfhart Pannenberg ist einer der bedeutendsten lebenden evangelischen Professoren für systematische Theologie, der zu Themen der Physik enorme Nähe hat (wie auch seine Bibliographie zeigt) und Franz Wuketits ist Universitätsdozent für Biologie in Wien, erhielt den österreichischen Staatspreis für wissenschaftliche Publizistik. Alle fünf sind somit namhafte Wissenschaftler. In dem Buch "Gott, der Mensch und die Wissenschaft" diskutieren diese fünf über für sie interessante Themen, jeder mit seinem eigenen Standpunkt und jeder aus unterschiedlichem Blickwinkel. Um so erstaunlicher ist es, daß derart konstruktive Gespräche zustande gekommen sind. Da die Diskutanten teilweise über Wissen verfügen, das nicht zum Allgemeinwissen gerechnet werden kann, sind an entscheidenden Punkten oft auch noch kurze wissenschaftliche Dossiers eingefügt, in denen der nächste behandelte Topos allgemeinverständlich und kurz dargestellt wird. Somit wird aus dem Buch auch noch ein grobes Kompendium aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, meistens physikalischer Art. Die besprochenen Themen sind leider nur drei: Kosmos, Leben und Geist, aber abgerundet wird das ganze noch durch je etwa 10-seitige Aufsätze unter der Überschrift "Weltauffassungen", in denen jeder der Autoren seine spezifische Weltsicht näher erläutern kann. Insgesamt ein interessantes, gut verständliches Buch, in dem mir besonders W. Pannenbergs Beiträge gefallen, die aber natürlich erst durch den dialogischen Stil richtig herauskommen.