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Gott-Gen und Grossmutterneuron: Geschichten von Gehirnforschung und Gesellschaft
 
 
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Gott-Gen und Grossmutterneuron: Geschichten von Gehirnforschung und Gesellschaft [Broschiert]

Manfred Spitzer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 144 Seiten
  • Verlag: Schattauer; Auflage: 1., Aufl. (30. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3794524985
  • ISBN-13: 978-3794524983
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 16 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Manfred Spitzer
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Manfred Spitzer erregt mit jedem neuen Buch Aufsehen. Kein Wunder, denn für einen Wissenschaftler schreibt er ungewöhnlich verständlich und unterhaltsam. Und was noch wichtiger ist: Er bleibt nicht beim nüchternen Beschreiben von Forschungsergebnissen stehen, sondern spricht kämpferisch und provozierend gesellschaftliche Konsequenzen naturwissenschaftlicher Forschung an und stellt klare Forderungen an Politik, Gesellschaft und jeden Einzelnen von uns.

In diesem Buch sind kurze und kürzeste Artikel zusammengefasst, die sich mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften beschäftigen. So sorgte im Jahr 2005 die angebliche Entdeckung eines Gens für Religiosität für weltweite Aufregung. Doch was haben die entsprechenden Studien tatsächlich ergeben? Das legt Spitzer ebenso verständlich wie amüsant offen. Zu den weiteren Themen dieses Buches gehören beispielsweise: warum Kooperation dem Menschen näher liegt als Wettbewerb; warum wir bestimmte Landschaften lieben; wie die Moai-Statuen den Untergang der Gesellschaft auf den Osterinseln beschleunigten; wie Vertrauen entsteht; wie man Google zur Erstellung von Bedeutungsfeldern einsetzen kann; warum Gewinnertrikots oft rot sind. Darüber hinaus geht es um die Angst vor dem Fremden, Hyperscanning, unsere innere Uhr und vieles mehr. Und nicht zuletzt beschäftigen sich mehrere Beiträge mit einem Thema, das Spitzer besonders am Herzen liegt und das er bereits in seinem Bestseller Vorsicht Bildschirm! behandelt hat: der Einfluss des Fernsehens auf Gewaltbereitschaft, Übergewicht und Bildung.

Wer über die Entwicklungen in den Neurowissenschaften auf dem Laufenden sein und zugleich ebenso kritisch wie gut unterhalten werden möchte, sollte dieses Buch lesen. Und wem Spitzers drastische Schlussfolgerungen zuweilen suspekt sein sollten, der kann die ausführlichen Literaturhinweise am Ende jedes Beitrags als Angebot sehen, weiter zu lesen und weiter zu denken. -- Dies ist ein aufregendes, provozierendes, eine große Themenvielfalt umspannendes Buch, das sicher nicht nur Zustimmung hervorrufen wird, das aber hoffentlich die Basis für viele heiße und produktive Diskussionen sein wird. Gabi Neumayer

Kurzbeschreibung

Wer schon immer wissen wollte, was Google, Peter Maffay und die Rolling Stones sowohl gemeinsam als auch mit den Neurowissenschaften zu tun haben, was es mit Jennifer Aniston und dem Großmutterneuron auf sich hat, ob Fernsehen tatsächlich dick macht oder ob es ein Gott-Gen gibt, findet hier die Antworten. Pointiert und immer aktuell kommentiert der bekannte Hirn- und Lernforscher Manfred Spitzer in seiner neuen Sammlung jüngste Forschungsergebnisse und wichtige Publikationen aus Psychiatrie und Neurologie. Mit ungebrochenem Elan und Witz serviert Spitzer dem Leser anspruchsvolle Kost in durchaus verdaulichen Häppchen. Zu beißen gibt es für jeden etwas; und das ist auch so gewollt. Der Leser kann eine Menge dazulernen von Geist und Gehirn, Forschung und Gesellschaft. Dabei regt der Autor zum Nachdenken an, bietet Diskussionsstoff und zeigt einen ganz unkomplizierten Weg in die spannende Welt der Neurowissenschaften auf, ohne dabei den Blick für das Alltägliche zu verlieren.


In diesem Buch (Mehr dazu)
Einleitungssatz
Das Gott-Gen - so heit das 2004 erschienene Buch des am National Institute of Mental Health arbeitenden Verhaltensgenetikers Dean Hamer, dem das vorstehende Zitat entstammt. Lesen Sie die erste Seite
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Buchdeckel | Copyright | Inhaltsverzeichnis | Auszug | Stichwortverzeichnis
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Wenn wir an vererbbare Eigenschaften denken, denken wir in erster Linie an körperliche Merkmale, wie Körpergröße oder Krankheiten, wie Sichelzellenanämie. Weniger akzeptiert wird die Tatsache, dass auch der Körperteil, der oberhalb des Halses sitzt von der Genetik betroffen ist. Dass die Entstehung von Schizophrenie, Alzheimer und manisch-depressiver Psychose neben Umwelteinflüssen auch genetische Ursachen hat wird gern verleugnet. Gänzlich lächerlich dürfte für viele Menschen klingen, dass auch Einstellungen und Meinungen teilweise durch Vererbung bedingt werden. So gibt es eindeutige Hinweise darauf beispielsweise bei der persönlichen Einstellung zu Schulgebet, Kapitalismus, Sozialismus oder zur Astrologie. Dabei scheint der Einfluss der Gene auf die Einstellung zum Sozialismus - in den USA erblicher zu sein als in Australien. So ein Unfug, möchte man sagen, das kann doch nicht sein. Doch. Auch die Körpergröße ist nicht überall auf der Welt in gleichem Maße erblich. Warum? Manfred Spitzer erklärt den scheinbaren Widerspruch.

Dies ist, finde ich ein wichtiger Beitrag, den dieses Buch zu leisten vermag: ein Anstoß, gewohnte Denkschemata zu überdenken. Was für alle einmal schenkelklopfend lustig war, wie das Großmutterneuron, erscheint nach neueren Forschungen in einem anderen Licht. Beim Begriff Großmutterneuron übrigens war es so, dass Kritiker vor allzu simplen Vorstellungen darüber, wie das Gehirn funktioniert, warnen wollten. Sie erfanden das Großmutterneuron. Die herrschende Vorstellung vom Gehirn wäre ja so, als ob es für jedes Objekt ein Neuron gäbe, für die Großmutter also ein Großmutterneuron. Das Gehirn kümmert's nicht. Es funktioniert *noch* komplizierter und raffinierter als die Kritiker dachten. Und so etwas wie Großmutterneuronen wurden - ätsch - in der Tat nachgewiesen.

Das Gott-Gen gibt es natürlich nicht. In Dean Hamers Buch "Das Gottes-Gen - Warum uns der Glaube im Blut liegt" geht es auch nicht darum. Manfred Spitzer schiebt dessen Titelwahl auf die Marketing-Strategen des Verlags und hat schlitzohrig der Marketingabteilung des eigenen Verlags wohl einen dezenten Hinweis gegeben. "A Hund is er scho, da Spitzer" würde man in Bayern sagen.

Um welche Themen geht es bei den Geschichten? Es geht um Gene, die mit dem Persönlichkeitsmerkmal Religiosität korrelieren; darum, dass sich auch Affen nicht übers Ohr hauen lassen wollen; Angst eine ganze Gesellschaft lähmen kann - und eine neurobiologische Erklärung dazu; alle heutigen Männer von einem Mann abstammen, der vor 140.000 Jahren in Afrika gelebt hat; Vertrauen durch Aktivität im Nucleus caudatus sichtbar gemacht werden, ein Oxytozin-Spray vertrauensdusselig machen kann; warum die Leute *mehr* arbeiten als sie müssten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen; dass, und warum, Fernsehen dick und dumm macht; warum Kreide einer der wichtigsten Unterrichtsmittel ist; was die US-Armee mit der Verbreitung bestimmter Computerspiele ("Tötungstrainingssoftware") bezweckt und wie man eine Verharmlosungs-Argumentation aufbaut; wozu semantische Netzwerke gut sein könnten und was das mit Peter Maffay zu tun hat; ob die Angst vor Spinnen, Schlangen und Fremden angeboren ist und welche Rolle der Mandelkern dabei spielt; warum Ganztags-Schulen unseren inneren Uhren besser entsprechen würden; warum Mannschaften möglichst ein rotes Trikot wählen sollten (jedenfalls, so lange kein Stier auf dem Platz steht); warum Schüler aus Science Fiction Romanen oder Krimis bisweilen mehr Nützliches lernen als in der Schule.

Nicht ganz stimmig sind Anspruch und Wirklichkeit des Buches. Manfred Spitzer legt Wert darauf, verstanden zu werden. Meist gelingt ihm dies. Und auch diese Aufsatzsammlung liest sich über weite Strecken locker. Aber dazwischen sind Teile im Rohbau stehen geblieben - oder besser, sie liegen unbearbeitet herum. Man muss dann schon ein gewisses Hintergrundwissen haben, um folgen zu können. Nach Varianzen, Konkordanzen, Signifikanzen von p<0,001, Reziprozität und Nash-Gleichgewicht und einer maximalen Korrelation des MCC (r=0,4) freut sich der Leser dann schon über den Mandelkern (hier nicht einmal Amygdala genannt), da man diesen Begriff leicht in Spitzers "Braintertainment" nachschlagen kann. Als Lapsus betrachte ich eine Aussage wie: "... und auch ihre Schulleistungen waren (wenn auch nur ganz geringfügig und - trotz der großen Anzahl - nicht signifikant) geringgradig besser als ...". Wenn's nicht signifikant ist, kann man eben keine Aussage machen. Auch wenn das Ergebnis ins Konzept passen würde (wenn's nicht passt, betonen wir doch gern, dass es *nicht* signifikant ist, nicht war? ;-) ).

Insgesamt aber ein sehr lohnenswertes und spannendes Buch. Ein Buch zum Herumblättern und zum Aktivieren der grauen Masse, weil wir manche lieb gewonnenen Anschauungen hinterfragen müssen.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer ist zweifellos der produktivste Autor neurowissenschaftlicher Bücher. Und auch wer ihn im Fernsehen oder als Redner sehen will, wird fast jederzeit Gelegenheit dazu erhalten. Daneben ist Spitzer Ordinarius für Psychiatrie in Ulm, Herausgeber, Institutsleiter und Musiker. Zu den Gründen dieser erstaunlichen Betriebsamkeit gehört auch eine gesellschaftspolitische Mission. Was auf der einen Seite löblich ist, birgt hingegen auch die Gefahr, Wissenschaftliches und Persönliches zu vermischen. Für den Laien ist die Unterscheidung nicht ganz einfach, wie auch dieser Sammelband von über zwanzig Aufsätzen zeigt. Fest steht, dass Manfred Spitzer auch ins Marketing wechseln könnte, wenn ihn irgendwann dazu gelüsten würde. Denn er kann sich und seine Theorie so gut verkaufen, dass sogar seine amerikanischen Kollegen bei ihm Nachhilfeunterricht buchen könnten.

In der siebten Aufsatzsammlung findet sich die ganze Bandbreite neurologischer Themen, die zurzeit medial verhandelt wird. Der Betrag, der dem Buch den Titel gab, findet sich gleich zu Beginn und signalisiert dem Leser, dass er entweder die Kunst des Auslassens oder den Gebrauch medizinischer Handbücher erlernen muss. Dass diese Sammlungen trotz ihrer eingeschränkten Verständlichkeit so hohe Verkaufszahlen erreichen, ist ein weiterer Beleg für unsere Liebe zu Medienhelden. Denn ich bin überzeugt, dass die Laienwelt beim Neuro-Star Spitzer oft nur Bahnhof versteht. Zumal die zahlreichen Abbildungen ebenfalls Bild- und Formelsprache der Wissenschaftsliteratur übernehmen. So richtig populär sind hingegen die Überschriften der Beiträge. Arbeiten und Einkaufen  bis zum Umfallen? / Macht Fernsehen dick? / Die Farbe Rot / Vom Psycho-Krimi zum Neuro-Thriller / Grossmutterneuronen Solche Headlines könnten sich auch Werbetexter ausgedacht haben. Nur ist es auf Dauer schlechte Werbung, wenn geweckte Erwartungen nicht erfüllt werden. Im vorliegenden Fall die Erwartung, man stosse nach dem Titel auf einen Text, der ebenso klar und einfach sei.

Mein Fazit: Manfred Spitzer zu lesen macht Spass. Doch das wahre Vergnügen stellt sich wohl nur bei denen ein, die bereits über erhebliches Vorwissen verfügen. Denn anders als in seinen populären Büchern, werden in den Aufsätzen Fachchinesisch und Alltagssprache kunterbunt vermischt.
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