Professor Dr. Ulrich Eibach (geb. 1942) war Professor für Theologie an der Universität Bonn und Pfarrer am Universitätsklinikum. Sehr interessant sind seine Betrachtungen zur Thematik "Blick ins Jenseits und Nahtoderlebnisse." Schwerpunkte seiner Arbeit sind theologische Fragen der Krankenseelsorge, das Verhältnis von Naturwissenschaft und Theologie" und vor allem Fragen der Bio- und Medizinethik". Er gehört zu den ersten Ethikern, die sich eingehend mit Fragen der Bio- und Medizinethik befasst haben. Schon seine Promotion (1973) befasste sich mit Fragen des Sterbens. 1976 erschien sein umfängliches Buch Medizin und Menschenwürde. "Ethische Probleme in der Medizin aus christlicher Sicht" (5.Auf. 1997), in dem er sich ausführlich mit Fragen der Sterbehilfe, der Todeszeitbestimmung, der Organentnahme und Organspende u.a. befasst. Er hat zu fast allen wesentlichen Fragen der medizinischen Ethik Stellung genommen. Eibachs Arbeiten sind gekennzeichnet durch seine umfassende Erfahrung als Klinikseelsorger und den stetigen Dialog mit Pflegekräften und Ärzten in der Klinik und im Bereich der Forschung auch mit Biologen. Er ist bemüht, ethische Fragen im klinischen Alltag wie in der Forschung am Universitätsklinikum Bonn zu thematisieren. Seit mehreren Jahren befasst er sich intensiv mit philosophischen, theologischen und ethischen Aspekten, die Neurowissenschaften aufwerfen. Auf dem Hintergrund wissenschaftlicher Studien und einer 30jährigen Erfahrung als Krankenhausseelsorger ist Ulrich Eibach hervorgetreten durch eine Vielzahl von Monographien und Schriften zu den Themen Ethik, Tod und Sterben. Hierbei betont Eibach, dass der Sterbeprozess nicht nur eine objektive Dimension hat, sondern vor allem auch durch das subjektive Erleben geprägt ist. Da die subjektive Seite des Sterbens in den Institutionen des Gesundheitswesens oft zu wenig Berücksichtigung findet, wird die Entwicklung der Palliativmedizin immer wichtiger. Zugänge zur subjektiven Seite des Sterbens findet Eibach in den Träumen der Sterbenden; sie seien pastoral sehr bedeutsam.
Roland R. Ropers
Religionsphilosph & Publizist