Beim Lesen der ersten paar Seiten dachte ich "Oh cool, ein Pratchett-Schema aufgegriffen Waltharius wird wohl Frank Schweizers Samuel Mumm, und Max Merkur war Rincewind. Also dass er seine Bücher ähnlich wie Terry Pratchett zwar im selben Universum aber mit verschiedenen Hauptdarstellern trennt, die Mumm-Romane sind bei Pratchett eher lustige Krimis, wogegen Rincewind-Abenteuer eher klassischere Fantasy-Romanen angelehnt sind.
Aber halt, Max Merkur und Lutherion tauchen schon ein paar Seiten später auf, und die Story und Spannung lebt voll auf durch den wechsel der beiden ungleichen Duos. Ich hab mir geschworen mit den Prachtchett-Vergleichen eigentlich recht sparsam umzugehen, weil eben Frank Schweizer meiner Meinung nach doch seinen eigenen Stil hat, aber er ist halt als Vergleich doch sehr gut.
Die Geschichte ist wieder sehr witzig, diesesmal fehlen die manchmal 1 Seite langen kursiv-Erklärungen (zB von Elektrogeräten und deren Ursprung), ehrlich gesagt tut auch das dem Lesefluss sehr gut. Genial sind die auftauchenden Probleme, und ihre Lösungen, zb Waltharius den Teufel, in die Dämonen-Stadt zu schmuggeln, oder sogar in den Himmel, ohne aufzufallen indem man zB seinen Heiligkeitsfaktor mit Myhrre erhöht. Oder Im ewigen Fegefeuer (ein Casino) durch Glücksspiel entschieden wird ob man in den Himmel (nur wenn man gegen die Bank gewinnt) oder in die Hölle (wenn man seinen letzten Chip verbraucht hat) kommt, und nun tausende Menschen mit ihrem letzten Chip in der Hand rumsitzen und Gratiscocktails schlürfen.
Vor allem haben mich auch diverse Anspielungen auf die 80er sehr gut gefallen. Unter anderem die Foltermethoden der Teufel. Vor allem da ich mich auch als Kleinkind damit quählte am Computer von meinem Vater, seitenweise Basic-Codes abzuschreiben nur um am Ende und nach der letzten Zeile "RUN" entweder auf Fehlersuche (Syntax Error, etc....^^) zu gehen oder einen lausigen (ok damals warens ja nichtmal schlecht) Space Invaders oder eben Asteroids-Klon zu spielen (das war halt noch vor dem NES).
Frank Schweizer hält sich wieder eher knapp in seinen Beschreibungen, nie zu ausschmückend, immer genau richtig. Es ist genauso leicht und unbeschwert zu lesen wie schon sein Vorgänger, wenn nicht noch eine Spur besser. Generell gefällt mir "Gott" einen Tick besser als "Grendl", es wirkt runder, die Reise ist abwechslungsreicher, und die Gags wirken auch diesesmal nicht aufgesetzt oder deplatziert.
Eins von den Büchern wo man nicht ab Seite 10 wartet und darauf gespannt ist wie es ausgeht, und man einfach nur weiter liest weil man das Ende erfahren will, sondern weil man mitten im Geschehen ist und die Erlebnisse geniesst und und die Reise gern mitmacht, ans Ende will man noch gar nicht denken, weil es einfach viel zu gut unterhält und es nicht aufhören soll