Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Buch ist ein Wagnis: Jack Miles liest die Bibel als Werk der Weltliteratur und betrachtet dabei Gott als dessen Held. Es ist ein ungewöhnlicher Weg, aber ungemein spannend, wenn man sich darauf einläßt.
Zunächst mag die Vorgehensweise naiv anmuten, am Anfang der Bibel zu beginnen und zu beschreiben, wie und als wer sich Gott darstellt. Doch unreflektiert schreibt Miles sein Buch keineswegs. Schon den Rahmen der Handlung steckt er bewußt ab, wenn er sich für den Tanach, also die Hebräische Bibel und ihre Reihenfolge der Bücher des christlichen Alten Testamentes, entscheidet. Das Nacheinander von Geschichtsbüchern, Prophetenbüchern und als Abschluß poetischen Werken faßt er als Entwicklung im Charakter und Verhalten Gottes selbst auf: Während er zu Beginn als Schöpfer, Befreier und Eroberer auftritt, wandelt er sich über seine Rolle als Liebender und Heiliger zum verborgenen Gott, sein mächtiges Wort am Beginn steht dem Schweigen am Ende gegenüber.
Für Bibelkundige wie Distanzierte gibt es in diesem Buch vieles zu entdecken. In die Erzählung fließt viel Wissen ein, was das Unterfangen so interessant macht. In Gang gehalten wird die Dynamik durch die Frage nach dem Warum. Wie kommt es zum "Decrescendo" vom Höhepunkt Schöpfung bis zum Ende? Und wie verhält es sich mit der Beziehung Gottes zu dem von ihm erschaffenen Menschen? Der komplexe Charakter des einen Protagonisten bewegt den Autor wie die Lesenden: Warum und wie vereinen sich in dem einen Gott Aspekte zum Beispiel des Weiblichen und Männlichen, für die andere Religionen die Form des Polytheismus wählen?.
Alles in allem ein faszinierendes Buch, das wie das Original dazu anregt, sich hinein zu vertiefen und nach einer Antwort zu suchen. --Stefanie Ott-Frühwald
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Im Alten Testament ist Gott die Hauptfigur, unwandelbar und ewig, das meinen wir zu wissen. Doch Jack Miles beweist, dass sich in diesem großen literarischen Kunstwerk der Menschheit der Charakter Gottes ständig wandelt. Wann immer wir ihm begegnen, von der Genesis bis zum Buch Hiob, zeigt er ein anderes Gesicht: als Schöpfer, Zerstörer, Freund der Familie, Befreier, Henker, Feind, Zuschauer, Vater, Liebender oder Frau. Eine grandiose Idee faszinierend dargestellt: Gott als Romanheld, das Alte Testament als Geschichte seines Lebens. Am Ende ein trauriger Befund: Hiob, der von Gott Geschlagene, bringt den Herrn zum Schweigen. Die Frage nach der Gerechtigkeit ist nicht beantwortet.
Der Verlag über das Buch
Jack Miles, Theologe, Bibel- und Literaturwissenschaftler, hat die Bibel als eine literarische Komposition gelesen: Das Alte Testament beginnt mit Gott, der zu sich selbst spricht, als er die Welt plant, und es endet mit seinem absoluten Schweigen, seinem Rückzug aus der Welt. Zwischen diesem Anfang und Ende folgt Jack Miles dieser wandlungsfähigen Gestalt und demonstriert, wie sich das Gottesbild des Alten Testaments verändert und entwickelt. Er zeigt, daß es das Dogma von der Unverrückbarkeit Gottes ist, von dem wir uns verabschieden müssen. Ein Buch über die zentrale Geschichte des jüdisch-christlichen Abendlandes: die Entdeckung der Bibel als monumentale Dichtung der Menschheit. Jack Miles erhielt für sein Buch 1996 den Pulitzer-Preis. »Jack Miles' Gottesbiographie läßt uns das Drama der Beziehung zwischen Gott und den Menschen wieder neu erleben
Ein wundervolles Buch.« FRANKFURTER RUNDSCHAU
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Über den Autor
Jack Miles, geboren 1942, studierte Theologie und Sprachwissenschaften in Rom, Jerusalem und an der Harvard University. Der ehemalige Jesuit war unter anderem als leitender Kulturredakteur der Los Angeles Times tätig. Bei dtv erschien von ihm bereits Gott. Eine Biografie (30711), für das er mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde
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