Will man dem Klappentext des Buches glauben schenken, so bietet der Theologe Roger E. Olson einen fundierten Einblick in den Roman Youngs und deckt die Wahrheit über Gott und "Die Hütte" auf.
Nun, ich selbst habe beide Werke komplett gelesen, was man von Olson wohl nicht behaupten kann. Nur so lässt sich die auf den Seiten 118/119 zur Schau gestellte inhaltliche Unkenntnis erklären, die an anderen Stellen erneut auftaucht. Hütte-Leser wissen, dass die "Große Traurigkeit" Mack bereits nach der "Wasserfall-Szene" mit Missy verlässt. Ebenso wissen sie, dass Mack, bevor er aus dessen Elternhaus flieht, seinem trunksüchtigen und prügelnden Vater, Rattengift in jede auffindbare Schnapsflasche kippt. Demnach ist Olsons Aussage: "Im Buch gibt es keinen Hinweis darauf, dass Mack seinem Vater irgendein Unrecht getan hat." (S. 119) unsinnig.
Was Olson nahezu ausschließlich aufdeckt, ist seine eigene Lebensgeschichte! Ansonsten stimmt er, wie er selbst sagt, zu 90% mit den theologischen Inhalten der "Hütte" überein und so nimmt es nicht wunder, dass er deren Inhalte lediglich in eigenen Worten, oder in Zitatform rekapituliert und im Nachgang dem angeführten kurz und knapp beipflichtet. Theologischer oder auch nur ethischer Tiefgang kommt dabei nicht auf und ist wahrscheinlich auch nicht zweck des Machwerkes.
Für mich ist das vorliegende Büchlein von Roger E. Olson das klassische Werk eines Trittbrettfahrers! Schnell aus der Hüfte geschossen, ein Coverdesign, welches dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht und schon ist der Grundstein für eine Hand voll Dollars gelegt.
Ich persönlich halte das Buch, in der vorliegenden Form, schlicht für überflüssig.