Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Streitschrift?? Eher eine Anklage und ein Hilfeschrei! , 2. September 2007
Der Titel des Buches elektrisierte mich: "Gott, AIDS, Afrika" (Was für eine Wortkombination)! Und die beiden Autoren (der viel geehrte Journalist B.Grill sowie der katholische Priester und Gründer der Hilfsorganisation HOPE, S.Hippler) würden eine ebenso engagierte wie kompetente Information garantieren.
In der Tat beginnt das Büchlein - nach einem bewegenden Vorwort von Mankell - mit der Schilderung, wie beide Referenten sozusagen zwangsläufig zu ihrem Engagement für AIDS-Patienten gekommen sind und warum sich beide mit den Gegebenheiten in Afrika, insbesonder denen der lebensfernen katholischen Theologie und kirchlichen Praxis hierzu nicht abfinden können und wollen: Das Buch ist ursprünglich als eine kritische Information (mit Handlungsvorschlägen) für Papst Benedikt XVI gedacht!
Es faßt gut verständlich die wesentlichen Tatsachen zu dieser Erkrankung mit all ihren Folgeschäden zusammen und schildert dabei viele zutiefst anrührende Schicksale (unvergeßlich die zwei Seiten, auf denen beschrieben wird, wie als letztes Geschenk für einen sterbenden Buben sein Geburtstag vor-gefeiert wird...).
Immer wieder wird dann auf die vielschichtige Problematik durch die unfaßlich weltfremde und die Not der Menschen nicht zur Kenntnis nehmende katholische Kirche hingewiesen und die klägliche Rolle der Bischöfe und Kardinäle. Oder es wird die unselige, ausschließlich umsatzfixierte Rolle der Pharma-Riesen erwähnt (noch viel zu freundlich!), ebenso die himmelschreiende Dummheit und der brutale Egoismus fast aller afrikanischen Führungseliten (noch viel zu zurückhaltend) und am Ende auch unser eigenes im wahrsten Sinne des Wortes "tödliches Desinteresse" an Gott, Aids und Afrika....
Ein wichtiges Buch, ein notwendiges Buch: für den Papst natürlich aber sicher auch für uns!
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nimm und Lies, 12. November 2007
Stefan Hippler ist kein Kirchenrebell. Er ist überzeugter Katholik. Er mißt den römischen Giganten lediglich am eigenen Anspruch, befragt ihn vom Evangelium und seinem Verkünder Jesus her zur Massenseuche Aids, an deren Ausbreitung eine weltfremde kirchliche Sexualmoral und Theologie sicher ihren Anteil an Schuld "durch Unterlassen des Guten" hat.
"Nimm und Lies!" möchte man nicht nur Papst Benedikt zurufen, für den das Buch zunächst als Handreichung geplant war. Allen Mächtigen, ob in Kirche, Pharma-Industrie oder Politik, möchte man dieses aufrüttelnde Werk dringend empfehlen.
Es wundert nicht, daß Herr Hippler vor einigen Wochen den 1001-Christen-Preis der Michaelsgemeinde in Schweinfurt siebenfach aufgestockt erhalten und mit seinem HOPE-Projekt Interesse bei Bundeskanzlerin Merkel gefunden hat.
Solche Leute braucht die Welt!
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ich kann das aussprechen, weil ich nicht Bischof werden will", 13. Februar 2008
sagt der Seelsorger Stefan Hippler. Respekt!
Vielleicht bewegt sie sich doch, die römisch-katholische Kirche. Es ist natürlich nicht nur die katholische Kirche, die eine wirksame Bekämpfung der Pandemie in Afrika durch das Kondomverbot verhindert. Aber die Kirche muss auf die Realitäten des Lebens Antworten finden. Und, sie muss sich mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften auseinandersetzen. Sie kann sich nicht mehr auf den üblichen Verweis auf Gottes Willen zurückziehen. Sie muss die von Augustinus begründete katholische Sexualmoral kritisch diskutieren. Aber es geht nicht nur um die Kondomfrage. Es geht auch um die Betrachtungsweise der Krankheit (nicht etwa als Strafe Gottes), um Gleichberechtigung von Mann und Frau, und um Kirchenangelegenheiten (AIDS-Kranke, beispielsweise, nicht zum Verlassen der Gemeinde aufzufordern). Diese Auseinandersetzung führt der Priester Stefan Hippler, auch wenn dies seiner Karriere eher hinderlich sein dürfte. Der erfahrene Afrika-Korrespondent der 'Zeit', Bartholomäus Grill, unterstützt den Seelsorger.
*Theologie und Realität*
Der Zusammenhang von AIDS und Sexualität macht der Kirche Angst. "Sie wollen sich diesen Fragen nicht aussetzen, denn dann würden sie sich auf ein moraltheologisches Minenfeld begeben." Es geht also unter anderem um eine überlebte Sexualmoral, die im Wesentlichen Augustinus vor eineinhalbtausend Jahren formuliert hat (zur Erinnerung: Der spätere Kirchenlehrer Augustinus hatte sich ursprünglich den Manichäern angeschlossen, die zeitweilig in Konkurrenz zu den Christen auftraten. Von ihnen übernahm er wohl die Auffassung, dass menschliche Körper, Sinnlichkeit und Sexualität böse seien. Als Bischof forderte Augustinus, dass alle, die vom christlichen Glauben abkommen, vom Staat bestraft werden sollen. Auf die Lehren des Augustinus berief sich die Inquisition. Augustinus gilt in der katholischen Kirche als Heiliger ...). So überrascht es letztlich nicht, wenn die Kirche in Afrika auf Postern sexuelles und kriminelles Handeln in einem Atemzug nennt. Gleichzeitig empfiehlt sie den Afrikanern ihr Gewissen zu entwickeln und ihre Kultur zu leben. Dabei übersieht sie geflissentlich, dass die Vielehe häufig zur Kultur gehört und mit der von der Kirche geforderten Monogamie im Widerspruch steht. Darüber hinaus betrachten manche Kirchenfürsten AIDS indirekt als Strafe Gottes, als Folge von Untreue. Unbeantwortet bleibt die Frage, warum AIDS auch "Unschuldige" trifft: Warum infizieren sich dann ausgerechnet Kinder und treu gebliebene Ehefrauen und Freundinnen?
*Politik und Wissenschaft*
Die beiden Autoren brandmarken auch die AIDS-Politik der südafrikanischen Regierung als skandalös. Einige Politiker verschweigen oder verleugnen das Problem ("HIV? It does not exist!"). Andere verbreiten, dass "weiße Interessengruppen" die Afrikaner mit ihrer "Giftmedizin" erniedrigen, ausbeuten und töten wollten. Auch die unrühmliche Rolle einiger Wissenschaftler sprechen die Autoren an. Als jemand, der die HIV-Forschung hautnah und von Beginn an miterlebt hat, bin ich bestürzt darüber, dass eine handvoll Wissenschaftler unverantwortliche Vorstellungen verbreitet haben, allen voran Peter Duesberg, was mich besonders ratlos macht. Denn Peter Duesberg zeichnet sich durch einen klaren wissenschaftlichen Verstand aus und hat hervorragende wissenschaftliche Arbeit geleistet. Es war anfangs durchaus auch sein Verdienst, scharfsinnig auf Lücken und Ungereimtheiten in den Ergebnissen der HIV/AIDS-Forschung der 80er und 90er Jahre hinzuweisen. Dies hat die Forschung präzisiert. Warum er die überwältigende wissenschaftliche Evidenz nicht akzeptiert, dass HIV kausal für die Epidemie verantwortlich ist (er bestreitet selbst die epidemische Ausbreitung), werden nur er und der liebe Gott wissen (und der nur sehr ungenau).
*Ein aufrüttelndes, brisantes Buch, kenntnisreich geschrieben. Nicht nur für Katholiken.*
Wir regen uns - mit großem Medienecho - über zweiundzwanzig tragische Fälle von Leukämien bei Kindern auf, die im Laufe von zwanzig(!) Jahren im Umkreis von 16 (!) Kernkraftwerken aufgetreten sind, noch dazu ohne nachweisbaren kausalen Zusammenhang mit radioaktiver Strahlung; aber wir lassen zwei Millionen AIDS-Tote pro Jahr (!) in Afrika links liegen. Und die Kirche trägt eine Mitschuld: In Afrika bedeuten die kirchlichen Gebote für viele, die sie strikt befolgen, das Todesurteil.
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