Aus der Amazon.de-Redaktion
Therion gehörten einst zu den ideenreichsten und innovativsten Bands im weiteren Gothic-Metal-Dunstkreis, doch mit
Gothic Kabbalah verzetteln sie sich ein ums andere Mal in nicht sonderlich organischen Patchwork-Arrangements.
Christofer Johnsson versucht auf seinen Alben seine Kreativität immer bis an die Grenze des Machbaren auszuleben, und Klassiker wie Theli hätten ohne diese Zügellosigkeit nie entstehen können. Das Grundkonzept, alle nur erdenklichen Einflüsse auf eine Plastikscheibe zu pressen, kann allerdings nicht jedes Mal auf gleich hohem Niveau funktionieren. Gothic Kabbalah wuchert mit Metal-, Pop-, Prog-, Ambient-, Gothic-, Klassik-, Folk- und Jazz-Versatzstücken, die beim ersten Hördurchlauf sehr beeindruckend wirken, sich bei näherer Beschäftigung mit der Scheibe aber als Teile eines in sich nicht immer stimmigen Flickenteppichs erweisen. In ihren besten Momenten klingen die Schweden wie eine skandinavische Version der grandiosen holländischen Progrocker Ayreon, ohne allerdings deren atmosphärische und melodische Klasse zu erreichen. Den 15 Songs fehlt leider jener rote Stimmungsfaden, der die meisten bisherigen Therion-Veröffentlichungen auszeichnete. -- Michael Rensen
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