Nach der in meinen Augen schlechtesten Public Enemy Platte ever "Muse Sick'N'Hour Mess Age" und der darauf folgenden Auszeit hatte ich schon nicht mehr an ein Comeback meiner Helden der späten 80iger Jahre geglaubt. Um so überraschter war ich nach 4 Jahren Abstinenz diese Scheibe im Plattenladen meines Vertrauens vorzufinden. Hätte ich früher jede P.E. Platte ohne mit der Wimper zu zucken unverzüglich gekauft, schleppte ich mich dieses mal mit einem unguten Gefühl im Bauch - die Enttäuschung von "Muse Sick..." saß noch immer tief - zur Hörprobe. Als dann jedoch die ersten Lieder der Scheibe in meinen Kopfhörer erklangen, war die Welt wieder in Ordnung. Zum Album selbst: Formell handelt es sich hier um einen Soundtrack zu Spike Lees Basketball Film "He got Game", tatsächlich handelt es sich um ein P.E. Release unter dem Deckmantel eines Soundtracks. Das Spike Lee als Black Cinema Allstar und Public Enemy als Black CNN gut miteinander können haben sie ja schon mit ihrem Klassiker "Fight the Power" als Titeltrack zu Spike Lees "Do the right Thing" gezeigt. Hier holt Lee die Altmeister des Conscious Rap aus der Versenkung zurück. Wie für Public Enemy Platten typisch, sind die Lyrics der Long Island Combo gewohnt ausdrucksstark und sollen den Zuhörer zum nachdenken bewegen. Der Sound der Gruppe wirkt moderner, in weiten teilen "funkiger" ohne jedoch untypisch herüber zu kommen. Alles in allem ein sehr erfrischendes Comeback genau zur richtigen Zeit. Endlich mal wieder eine Scheibe in der es nicht um "Blink, Blink, wer hat das meiste Geld, wer ist der größte Gangster, oder ähnliches ging".
Mein Fazit: 4 Sterne für ein durchweg gutes Album, zwar kommen Public Enemy - sicherlich auch auf Grund der "Sampling Gesetze" - nicht mehr an die Qualität Ihrer ersten vier Werke heran, dennoch ein klasse Comeback und eine Ausnahme im Gangsta Einheitsbrei der späten 90iger Jahre.