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Googles Herausforderung: Für eine europäische Bibliothek
 
 
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Googles Herausforderung: Für eine europäische Bibliothek [Broschiert]

Jean-Noel Jeanneney , Sonja Finck , Nathalie Mälzer-Semlinger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 115 Seiten
  • Verlag: Wagenbach; Auflage: 1. A. (28. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803125340
  • ISBN-13: 978-3803125347
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 734.952 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jean-Noël Jeanneney
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein gigantisches Vorhaben: Innerhalb von sechs Jahren will Google 15 Millionen gedruckte Bücher scannen und weltweit zugänglich machen. Demokratisierung des Weltwissens oder Diktatur eines angloamerikanischen Kanons? Der Direktor der Bibliothèque nationale de France, Jean-Noël Jeanneney, ruft zum Widerstand auf und wirbt für eine europäische Alternative.

Über den Autor

Jean-Noël Jeanneney ist Absolvent der École Normale Supérieure und Professor für Geschichte. Er unterrichtet Zeitgenössische Geschichte am Institut d'études politiques de Paris. Er war Präsident von Radio France und Radio France Internationale und Regierungsmitglied als Minister und Staatssekretär. Darüber hinaus leitete er die Mission zur Feier des zweihundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution. Seit März 2002 ist Jeanneney Präsident der Französischen Nationalbibliothek.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Semper
Format:Broschiert
Jean-Noel Jeanneney, der Direktor der Französischen Nationalbibliothek hat ein flammendes Pamphlet für die Einrichtung einer europäischen Bibliothek verfaßt, die die vorhandenen Buchbestände digitalisieren und ins Netz stellen soll, soweit sie nicht urheberrechtlichem Schutz unterliegen. Seine Initiative wendet sich gegen die Pläne der weltgrößten Suchmaschine Google. Das börsennotierte Unternehmen hatte im Dezember 2004 angekündigt unter der Namen „Google Print" 15 Mio. Bücher digitalisieren zu lassen. Damit würde Google zur größten Bibliothek der Welt avancieren.

Der Autor will diesem Szenario entgegentreten und beschwört die Einheit der Europäer den Plänen Googles eine bessere, weil systematisch besser geordnete Alternative entgegenzusetzen, in Form einer oder mehrerer europäischer Bibliotheken. Die Gefahr, die das Google-Prinzip heraufbeschwöre, liege in der kommerziellen Verwertung der aufgenommenen Bibliotheksbestände. Aufgrund der englisch-sprachigen Dominanz führe dieser Umstand zu verzerrenden und versimplifizierenden Treffern auf eine bibliographische Suchanfrage. Und wichtige Bücher aus dem nicht-englischsprachigen Raum würden lediglich ein Schattendasein auf den abgelegenen Plätzen fristen. Jeder weiß, daß Google seine Einnahmen durch Werbung erzielt und dementsprechend ein Treffer-Ranking besteht, daß sich an kommerziellen Gesichtspunkten ausrichtet. Darin liegt zweifelsohne die Gefahr der Manipulierbarkeit, natürlich nicht bei den Buchinhalten, aber bei der Schwerpunktsetzung der Titel zu einem bestimmten Thema. Hier will Jeanneney nun die Aufgaben der einschlägigen Fachkräfte, Bibliothekare und Buchhändler aufgewertet wissen, ein lobenswerter Ansatz, doch wenig realitätsnah.

Das zentrale Argument des Autors hingegen wiegt schwerer. Sollte Google des Wettlauf um die Digitalisierung der Bibliotheksbestände für sich entscheiden, drohe eine Gefahr für des kulturelle Erbe zumindest der kleineren europäischen Sprachräume, deren Nationalliteratur rapide an Bedeutung verlieren werde.

Deren Anliegen verfolgt Google als privates Unternehmen mit Sitz in den USA selbstredend nicht. Unnötigerweise schärft Jeanneney seine Argumentation mit einem (kleinen) Rundumschlag gegen Amerika und die amerikanische Politik im Allgemeinen . Bei allen Gemeinsamkeiten dies und jenseits des Atlantiks bestehe doch ein tiefer kulturellen Graben, angefangen von der Vorstellung des kapitalistischen Wirtschaftens, über das Kioto-Protokoll, Internationaler Strafgerichtshof bis hin zur Todesstrafe. Hier wünscht man sich mehr Präzision statt Pathos.

Wer soll in Europa eine digitale europäische Bibliothek aufbauen, lautet die zentrale Frage. Der Autor verweist auf des eigene französische Online-Archiv der Bibliothéque Nationale de France namens Gallicia (mit 70.000 digitalisierten Büchern im Volltext) und andere nationale Datenbanken. Jeanneney tritt für eine starke Kontrollinstanz ein (ein europäisches Institut?) vorzugsweise in Brüssel angesiedelt, eine Kooperation aus Politik und Privatwirtschaft, wobei der bürokratische Aufwand in Grenzen zu halten sei, damit der Privatwirtschaft bei der Entwicklungsarbeit beim Aufbau des Systems ein großer Freiraum verbleibe. Die Ausführungen hierzu bleiben weitgehend schwammig und kommen über ihren Appellcharakter nicht hinaus. Aber die Zeit eilt und den Europäern muß schnell ein überzeugendes Konzept einfallen, sonst wird Google kaum beizukommen sein.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Der Historiker und Leiter der Französischen Nationalbibliothek in Paris ist ein Verfasser zahlreicher Texte, auch zu Medien. In "Googles Herausforderung" plädiert J. dafür, dass Europa eine Alternative zum Digitalisierungsprojekt "Google Buchsuche" auf die Beine stellt. Gewürzt mit munterer Polemik gegen die USA im Allgemeinen und Google im Besonderen, fordert er im Vorwort zur deutschen Ausgabe, dass die EU genügend Mittel bereit stellt. Sein Buch wirbt um Mitstreiter, eine Mischfinanzierung aus EU- und einzelstaatlichen Mitteln zu probieren. An Google kritisiert er vor allem die Hegemonie des Englischen und den Kumulationseffekt (die "Blickfang-Methode"), der dazu führt, dass im Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers eine gewollte Konzentration auf die Listenführer stattfindet. Dadurch wird Google besonders für die Werbung wichtig, ein sich ständig selbstverstärkender Vorgang. Diesem kapitalistischen Google-Prinzip möchte J. ein Modell entgegensetzen, bei dem der Staat das Sagen in Dingen des kulturellen Gedächtnisses hat.

Damit klinkt er sich in zwei aktuelle Diskussionen ein: die der wirtschaftlichen und politischen Globalisierung ("Heuschrecken" der USA versus sozial und kulturell gemäßigte Marktwirtschaft Europas), wobei er Europa großzügig im Bündnis mit China, Japan und Indien sieht. Und die Frage des Staatseinflusses in der Kultur, hier am Beispiel der Buchdigitalisierung. In gaullistischer Tradition will er einen starken Staat, der das kulturelle Gedächtnis steuert. In Deutschland, wo wir 40 Jahre lang in der DDR eine staatlich gesteuerte Kultur hatten, mag man das etwas anders sehen. Im übrigen liefert J. viele kluge Bemerkungen über Mängel der Google-Suchmaschine und von "Google Buchsuche" und freut sich über jeden Google-Konkurrenten, der am Horizont auftaucht (und davon gibt es etliche). So ist sein Buch am Rande auch ein Plädoyer für mehr freie Software. In erster Linie möchte er aber die EU- und die einzelstaatlichen Politiker aufrütteln, endlich das nötige Geld zu geben, und somit Europa auch auf eine kulturelle Basis zu stellen. Im Notfall, so meint Jeanneney, muß das Projekt auch mit einer Minderheit der EU-Staaten starten : Kerneuropa auf Buchsuche!

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