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Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden
 
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Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden [Broschiert]

Stefan Weber
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 159 Seiten
  • Verlag: Heise; Auflage: 1 (November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936931372
  • ISBN-13: 978-3936931372
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 869.933 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Stefan Weber
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wir stehen nicht am Abgrund, wir befinden uns bereits im freien Fall. Das ist das dramatische Fazit, das Stefan Weber zieht, nachdem er intensiv im Wissenschaftsbereich zum grassierenden Textdiebstahl recherchiert hat. Es ist vor allem das Internet, das Informationen verfügbar macht, die dann -- nicht gekennzeichnet -- in Hausarbeiten, Dissertationen oder gar Büchern veröffentlicht werden.

Ein Drittel der Studierenden und ein Viertel der Absolventen geben offen zu, Netzplagiate zu verwenden. Für den Autor ist dies weit mehr als eine urheberrechtliche Frage. Ihn alarmiert die dahinter stehende Haltung, die "Ergooglung der Wirklichkeit". Sie führt ein wesentliches Ziel des Studiums, das Erlernen wissenschaftlichen Arbeitens, ad absurdum. Statt selbstständigen methodischen Vorgehens und Recherchierens verlässt man sich auf die (oft fehlerhaften) Einträge bei Wikipedia oder noch weniger zuverlässigen Seiten.

Dabei wird der gestohlene Text nicht einfach unverändert in die eigene Arbeit eingefügt. Es wird zusammengefügt und modelliert, Fachbegriffe werden vereinheitlicht, und natürlich wird das Layout angepasst. Das Referenzsystem vergangener Jahrhunderte sieht Weber kollabieren, und dies aus einem trivialen Grund: Es fehlt nicht etwa die Zeit für die eigenständige Durchdringung eines Themas, sondern einfach die Lust dazu! Diese wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht einstellen, wenn man wissenschaftliches Arbeiten als freudlose "Recycling-Textkultur" betreibt.

So spannend und allgemeinverständlich das aktuelle Thema hier verhandelt wird: Das Buch ist trotz allem eine klassische medienwissenschaftliche Arbeit, die in einer für das Fach typischen und für Außenstehende oft hermetisch wirkenden Sprache verfasst ist. Wer sich also intensiver mit "Der Austreibung des Geistes aus der Textproduktion" oder "Dem Induktionsschluss bei Plagiaten" befassen will, sollte fachlich entsprechend munitioniert sein.

Das Internet ist zugleich Ausdruck und Quelle der Wissenschaftsgesellschaft. In diesem Band, der sich keineswegs als Streitschrift oder Rachefeldzug gegen Kollegen versteht, wirbt Weber für die Einhaltung wichtiger Spielregeln, sollen nicht in naher Zukunft große Teile des Wissensbestandes auf falschen oder falsch ausgewiesenen Informationen basieren und akademische Titel zur Farce werden. All diejenigen Studierenden, die sich von dieser Argumentation nicht beeindrucken lassen, seien gewarnt: Viele Hochschulen haben schon eine spezielle Software eingeführt, die den Abgleich von eingereichten Arbeiten und Internetquellen ermöglicht. -- Henrik Flor, Literaturtest

textico.de

Zunehmend werden Studenten im Wissenschaftsbetrieb mit der Frage konfrontiert, ob sie die abgelieferte wissenschaftliche Textarbeit denn selbst geschrieben hätten. Und wenn ja, wie viel davon. Dabei sind Fälle, in denen sich die Originale eins zu eins über Google ersuchen lassen. Ansonsten wird zunehmend noch einmal durchgekaut, was bereits über Google, Wikipedia und Co. verfügbar ist.

Das Google-Copy-Paste-Syndrom nennt Stefan Weber dieses Phänomen einer Tendenz zu "Wiederaufbereitung" und zeigt an Beispielen und Techniken, wie weit wir schon mittendrin in der "Austreibung des Geistes aus der Textproduktion" stecken.

Spannend, was Weber in Das Google-Copy-Paste-Syndrom da so alles zusammen gesammelt hat. Mit Sicherheit ein Anfang für einen Diskurs und ein Handbuch für den meist überforderte Lehrkörper, mit dem Phänomen umzugehen. --Wolfgang Treß


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Das Buch enttäuscht, und ich bin froh, es nur übers Wochenende ausgeliehen zu haben...

Kernaussage ist, daß mehrfach aus der Doktorarbeit des Autors abgeschrieben bzw. nicht korrekt zitiert wurde. Anhand dieser persönlichen Erfahrung werden einige interessante Ansätze entwickelt (z. B. unterschiedliche Plagiatsgrade), es bleibt dann aber bei einer (ermüdenden) Aneinanderreihung von Beispielen. Dabei ist man um Wissenschaftlichkeit bemüht, indem jede Seite außerdem mit (Rechtfertigungs-) Fußnoten ergänzt wird: Insgesamt zieren 278 Fußnoten die 157 Buchseiten).

Dem Werk fehlt m. E. die breite Basis, die klare Trennung der herausgearbeiteten Aspekte, die Schlußfolgerung, auch wenn die Überschriften dies teilw. vortäuschen. Auf 10 Seiten gekürzt könnte man einen interessanten Vortrag daraus machen, für ein Sachbuch ist allerdings noch sehr viel Nacharbeit nötig.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von F. Sepp
Format:Broschiert
Vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen des Autors entstanden, streut Webers Buch Salz in die offene Wunde eines immer stärker von der Internetnutzung bestimmten Wissenschaftsbetriebs.

Der Autor erläutert die Formen von Plagiaten, geht kritisch auf die "Wikipedisierung" des Wissens und die Macht der Suchmaschinen ein. Wohl zu Recht sieht er die Gefahr, dass Schüler und Studenten nicht mehr fundiert recherchiern (u.a. durch Lektüre von Büchern), sondern Inhalte aus dem Web kritiklos übernehmen und in etwas veränderter Form als eigene Arbeit präsentieren. Erwägenswert ist sein Vorschlag, im Lehrbetrieb der Universitäten wieder verstärkt auf die Anwendung klassischer Kulturtechniken zu setzen, statt weiterhin der Internet-Euphorie zu huldigen. Daneben reitet er eine Attacke auf die "Mickey-Mouse-Inhalte" kulturwissenschaftlicher Fragestellungen vor allem im Bereich der Medienwissenschaften.

Webers Buch ist eine flüssig und verständlich geschriebene Streitschrift, die allerdings - wie Redundanzen zeigen - offensichtlich relativ rasch zu Papier gebracht wurde. Eine Nachbearbeitung mit einigen Straffungen wäre wünschenswert gewesen. Dennoch: Vor allem für Lehrer, Universitätsdozenten und Journalisten empfehlenswert.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Peinliches Werk. Stefan Weber wurde mal selbst beklaut und baut nun seine gesamte Karriere darauf auf, obwohl seine Kollegen ihn dafür längst auslachen.

Die Botschaft wäre durchaus ok, wenn er dabei nicht so masslos und langatmig übertreiben würde. Aber Google und Copy & Paste gleich als den Untergang jeglicher Kultur zu betrachten, ist sowas von überzogen. Vom Kopieren einer ganzen Doktorarbeit zum Benutzen von Google ist ja wohl noch ein Unterschied.

Auch schizophren, dass derselbe Verlag in derselben Reihe auch Werke wie "Freie Netze" oder "Mix Rip & Burn" verkauft. Ja was denn nun?

Mit nur 50 Seiten und ohne den missionarischen (G)Eifer des Autors wäre was draus geworden. Schade.
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