Ungefähr 40 Alben gehen bis zum heutigen Tage auf das Konto des britischen Popmusikers Elton John. Zusammen mit den Singleauskopplungen, von denen neun Platz 1 der US-Charts und fünf die Spitzenposition im UK erreichten, verkauften sie sich weitaus mehr als 150 Millionen mal, womit Elton John zu den erfolgreichsten Popmusikern aller Zeiten gehört. Den Grundstein zu dieser unglaublichen Karriere legte er in den Siebzigern mit Alben wie „Don't shoot me, I'm only the piano player", „Caribou", „Captain Fantastic and The Brown Dirt Cowboy" und natürlich „Goodbye yellow brick road". Ich persönlich halte das letztgenannte für sein bestes Werk, da er auf diesem Doppelalbum die ganze Bandbreite seines Könnens aufzeigte. Schon anhand der vier Singleauskopplungen wird dies deutlich: Das fetzige „Saturday night's alright for fighting" (UK Top 10 / US Top 20) beweist, dass Elton John auch als Rockartist Beachtung verdient. Über den Titelsong „Goodbye yellow brick road" muss ich wohl nicht viel schreiben - der sollte jedem Musikinteressierten bekannt sein. Er schaffte es im UK in die Top 10 und in den Vereinigten Staaten sogar auf Platz zwei der Billboard-Charts. „Candle in the wind" wurde 1973 nur in England als Single herausgebracht und blieb mit einer Top 20-Platzierung ein wenig hinter den beiden ersten Singles zurück. Anders verhielt es sich dagegen mit „Bennie and the Jets". In Amerika anstatt von „Candle in the wind" als Single ausgekoppelt, erreichte der Song als zweite Elton John-Komposition nach „Crocodile Rock" Platz 1 der Charts. Schon allein für diese Songs wäre das Album fünf Sterne wert. Doch unter den restlichen 13 Songs finden sich weitere Meisterwerke des Popvirtuosen. Angefangen mit dem atemberaubenden „Funeral for a friend (Love lies bleeding)", das bis heute auf den meisten Elton John-Konzerten zu hören ist, über „This song has no title", bei dessen Aufnahme Elton auf eine Band verzichtete und alle Instrumente selbst spielte, „Grey Seal" - der überarbeiteten Version eines Songs der erstmals 1970 auf einer Single erschienen war (übrigens als Bonus auf der Classic Years-Version von „Elton John" zu finden), „I've seen that movie too", „Sweet painted lady", „The ballad of Danny Bailey" bis zum romantischen Finale „Harmony". Für dieses Album könnte man getrost acht Sterne vergeben - die fünf verdient es absolut. Dank hervorragender Arbeit der Musik-Restaurateure unter Leitung des Produzenten Gus Dudgeon, der 1973 auch schon für die Aufnahme verantwortlich war, merkt man diesem Album die 30 Jahre, die seit seiner Aufnahme vergangen sind, in keiner Weise an. Mein Fazit: „Goodbye yellow brick road" sollte in keiner CD-Sammlung eines Fans qualitativ hochwertiger Popmusik fehlen ! ! !