Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Leb wohl Berlin
OT Goodbye to BerlinOA 1939 DE 1949 Form Roman Epoche Moderne
In sechs Episoden schildert Christopher Isherwood halbdokumentarisch das Leben in Berlin wenige Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.
Inhalt: Ende der 1920er Jahre strömen Menschen aus allen Teilen der Welt mit ihren Hoffnungen nach Berlin, der aufregendsten Stadt Europas. Die männerverschlingende Sängerin Sally Bowles träumt von der großen Karriere, der Brite Isherwood schlägt sich als Sprachlehrer durch, der Arbeiterjunge Otto Nowak entflieht seinem Weddinger Milieu mit fragwürdigen Mitteln, eine jüdische Warenhausbesitzerfamilie leidet unter der Hetze von SA-Schlägertrupps. Als Isherwood 1933 Berlin verlässt, herrscht auf den Straßen bereits offener Terror.
Aufbau: In den lose miteinander verbundenen Episoden des Romans präsentiert Isherwood die strahlenden und die dunklen Seiten der Metropole Berlin fotografisch exakt: Auf den schicken Boulevards mit ihren Caféhäusern, Klubs und Katakomben leben die Nachtschwärmer, Künstler und Fantasten in einer Welt aus Laster, Reichtum, Eitelkeit und Intrigen. Zur gleichen Zeit betteln in den Hinterhöfen tausende Gestrandeter um Brot und Arbeit. Die braunen Politbanden kanalisieren deren verzweifelte Wut auf Juden und Kommunisten.
Isherwood verbindet persönliche Erinnerung, politische Reportage und Fiktion. Seine ehrliche Sprache ist nüchtern, ohne moralisches Pathos. Diese Welt aus Banalität, ekstatischem Rausch und politischer Brutalität spricht für sich selbst. Seismografisch präzise hält der ausländische Autor einen Ausschnitt der jüngsten deutschen Geschichte fest, wie es in dieser Intensität nur wenigen Schriftstellern gelungen ist.
Wirkung: Die Episoden des Buches sollten mit dem Roman Mr. Norris steigt um (1935) Teil einer groß angelegten, unvollendet gebliebenen Berliner Chronik am Ende der Weimarer Republik mit dem Titel The Lost (Die Verlorenen) werden. Die Berliner Jahre stehen auch im Mittelpunkt von Isherwoods 1976 veröffentlichtem zweiten Teil seiner Autobiografie, Christopher und seinesgleichen 19291939. Den Stoff aus Leb wohl Berlin verarbeitete John van Druten 1954 in seinem Drama I am a Camera. Daraus entstand das 1966 in New York uraufgeführte Musical Cabaret von John Kander. Nach der mit acht Oscars ausgezeichneten Musical-Verfilmung (1972), die Hauptdarstellerin Liza Minnelli zum Weltstar machte, erreichte Isherwoods Roman nach mehr als 30 Jahren einen breiten Leserkreis.
Kurzbeschreibung
Ende der 1920er Jahre strömen Menschen aus allen Teilen der Welt mit ihren Hoffnungen nach Berlin, der aufregendsten Stadt Europas. Die männerverschlingende Sängerin Sally Bowles träumt von der grossen Karriere, der Brite Isherwood schlägt sich als Sprachlehrer durch, der Arbeiterjunge Otto Nowak entflieht seinem Weddinger Milieu mit fragwürdigen Mitteln, eine jüdische Warenhausbesitzerfamilie leidet unter der Hetze von SA-Schlägertrupps. Als Isherwood 1933 Berlin verlässt, herrscht auf den Strassen bereits offener Terror.