Ich würde diesem Buch gerne 6 Sterne geben - leider lässt dies die Website nicht zu ;-)
Gaiman und Pratchett - was für ein Duo... Als bekennender Pratchett-Fan war dieses Buch für mich damals Pflicht, als mir die (deutsche) Ausgabe in die Hände fiel. Nachdem das deutsche Exemplar vom vielen Lesen zu zerfallen droht und die englische Ausgabe gerade im Angebot war, konnte ich nicht widerstehen, es auch einmal im Original zu lesen. (Im Original ist es sogar noch besser als in der Übersetzung!)
Zugegeben, Neill Gaiman kannte ich noch nicht - aber nachdem ich "Ein gutes Omen" gelesen hatte, blieb mir gar nichts anderes übrig, als auch in seine Werke reinzuschauen...
Wenn es ein Buch in meiner Sammlung gibt, dass ich jedem wärmstens an Herz legen möchte, dann dieses: eine völlig verhunzte Apokalypse, gewürzt mit der Wahrheit um Elvis, Tibetaner und Ufos, Atlantis, der Rache des Kraken für Tausende Tonnen von Sushi... und das Alles in bester Übereinstimmung mit der Prophezeiung*.
Was wie ein Wirrwar von Handlungselementen klingt, blendet sich hervorragend in diese Geschichte ein, genauso wie die Protagonisten, einer verschrobener und schrulliger als der Andere. Auch wenn manche, wie Mr. Young - Buchhalter und unwissentlich Vater des Antichristen wider Willen - gerade aufgrund ihrer schon absurd anmutenden Normalität skurril wirken.
Was soll man auch machen, wenn irgendeine geschwätzige** Nonne den Antichristen verlegt, ein Engel und ein Dämon - beide liebenswerte Schlitzohren und keiner wirklich so böse oder so gut, wie man annehmen sollte - alles daran setzen, die Apokalypse auszusetzen, und satanische Höllenhunde harmlose Nachbarskatzen zu Tode ängstigen? Richtig - sich vor Lachen auf dem Boden wälzen wäre eine gute Alternative.
Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, speziell auch in schwierigen Lebenssituationen, denn es beweist eines: Es kann nie so schlimm werden, als dass man nicht doch alles wieder hinbiegen könnte...
* Also die Prophezeiung von Agnes Nutter, Hexe.
** Nun gut, nicht dauerhaft geschwätzig: Nicht an Dienstag Nachmittagen, wo die Nonnen eine halbe Stunde lang Schweigen und Tischtennis spielen dürfen.