Eigentlich hätte Newman wohl ein richtiges großes Konzeptalbum machen wollen, aber letztlich entstand "nur" dieses Songwriter-Kleinod, das sich vornehmlich auf die eine oder andere Weise mit den Rednecks ("We don't know our ass from a hole in the ground") befaßt. Die Texte sind wie üblich brillant und voller Subtilität - daß die naive Hymne "Every man a king" gar nicht von Newman stammt, fällt kaum auf. Der amerikanische Traum wird zugleich zelebriert und ironisch bis sarkastisch hinterfragt. Musikalisch ist Newman gewöhnungsbedürftig; viele finden seine näselnde Stimme unangenehm. Ich nicht. Die Songs sind im Schnitt nicht ganz so gut wie auf "Sail Away" oder "Little Criminals", dennoch ist kein echter Aussetzer dabei. Höhepunkte sind "Louisiana 1927", "Marie", "Rednecks" und "Rollin'". Newman macht eine eher altertümlich anmutende, vom Blues beeinflußte Musik; in allen Stücken spielt das Klavier eine prominente Rolle. Hinzu kommen die professionellen Orchesterarrangements - vieles ist so schön, daß man die bissigen Texte zunächst gar nicht bemerkt. Kurzum, ein typisches Newman-Album - der Mann ist in eingeweihten Kreisen nicht umsonst eine lebende Legende.