Sasha, was machst Du bloss? Früher fand man Dich nett, niedlich und witzig - Deine Songs waren nett, niedlich und witzig. Du bist hübsch, brav (manchmal auch >Brave<) und sympatisch, aber die Musik war kaum eine, die blieb. Seit >Rooftop< habe ich ein Ohr auf dich geworfen, um nun zu Recht feststellen zu müssen - das hat sich gelohnt.
Dieses Album ist ausgereift ohne altmodisch zu sein. Es ist perfekt im Detail und der gelegentliche ich-möchte-etwas-alt-und-rockig-klingen Sasha nervt gar nicht, sondern funktioniert total, sogar bei >Lipstick<.
Manchmal klingt er wie Crowded house, dann wie eine gut gelaunte Strassenkombo oder auch wie er selbst, wie man ihn kennt, nur viel besser.
Geschmackvoll und geschmeidig und zugegebenermassen oft etwas ruhiger präsentiert Sasha hier wirklich tolle Popperlen, die wir anderswo suchen müssen, die wachsen mit der Zeit und Bestand haben. Bodenständiges Songwriting, tolles Gesamtkonzept mit Herz und Seele ... nur Bitte, keine voreiligen Schlüsse, wenn es beim ersten Hören nicht komplett funktioniert - dieser Sasha ist stark und es ist sein bestes und schönstes Album, auch, wenn die Verkaufszahlen das nicht widerspiegeln werden. Er hätte hiermit grossen Erfolg verdient.
Anspieltipps: >Read my mind<, >Life designer> und vor allem das tolle >High & low<.
Für mich ist dieses Album ein echtes Super-Highlight und ich bin kein Sasha-Fan ... noch nicht.