Good Morning Vietnam beherscht einen wahren Kunstgriff und zwar einen Kriegsfilm von einer Perspektive aufzuziehen, wie es sie bislang noch nie gab.
Robin Williams spielt den Radiomoderator "Adrian Cronauer" der DJ bei der Army in Vietnam ist. Er unterhält die Truppe mit irrwitzigen Monologen und legt Rock 'n' Roll auf die Plattenteller.
Kunstgriff Nummer 1: Robin Williams, durch seinen Wortwitz kommt die Rolle erst richtig zur Geltung.
Kunstgriff Nummer 2: Die gezeigten Bilder zu der Musik. Seit dem Film, muß ich bei dem Lied "Get arround" immer an GIs denken, die auf einem Boot fahren.
Soviel zu der komischen Seite des Films. Dies ist einer der wenigen Filme in denen die Vietnamesen als Menschen dargestellt werden. Und nicht als schlitzäugige Killer. Adrian Cronauer hält engen Kontakt mit den (Süd-)Vietnamesen. Dadurch sammelt er eine Menge Erfahrungen, die ihm im Lauf des Films verändern. Er lernt die friedliche Seite kenne, danach die kriegerische. Dieser Umschwung wird eingeleitet mit den Worten "Oh, mein Gott, wir sind hier nicht mehr bei Schneewittchen!".
Der ganze Film bekommt dann eine Wendung. Die Bilder sind nicht mehr so fröhlich. Und auch die Gags sind auf dem Verlauf abgestimmt.
Der absolute Kunstgriff gelingt am Ende des Films. Das Lied "Wonderfull World" wird von Adrian Cronauer aufgelegt, jedoch sind die dazu gezeigten Bilder genau das Gegenteil. Diese Szene ist so einprägsam, das "Wonderfull World" nach diesem Film in die Charts kam, obwohl das Lied 20 Jahre früher produziert wurde.
Good Morning Vietnam ist ein Meisterwerk, dessen musikalische Untermalung seines gleichen sucht.